Haunetal: Viele Baustellen und eine positive Nachricht
Von Alexander Gies
Haunetal
Die Lage der Gemeinde Haunetal ist nicht rosig: Erstmals hat sich eine Bank geweigert, der verschuldeten Gemeinde einen Kredit zu gewähren, der Bürgermeister warnt in einem Brandbrief vor der zu kurzen Personaldecke in der Verwaltung.
Die Gemeindevertretung lehnte es ab, Personal für das Mehrgenerationenhaus einzustellen. Damit ist dieses Projekt fast schon gestorben.
Wenigstens gibt es eine Lösung für das Dorfgemeinschaftshaus und die Feuerwehr in Rhina, nachdem nach Querelen der Arbeitskreis Dorferneuerung geschlossen zurückgetreten war. Während ihrer Sitzung in Stärklos beschlossen die Gemeindevertreter mehrheitlich, für 640 000 Euro das DGH zu sanieren und umzubauen und für 340 000 Euro ein neues Feuerwehrgerätehaus am Festplatz zu errichten. Der Eigenanteil beläuft sich beim DGH auf 170 000 Euro, beim Feuerwehrhaus auf 220 000 Euro. „Mit dieser neuen Lösung ergibt sich beim DGH eine Einsparung von 380 000 Euro gegenüber der vorigen Variante“, freute sich Bürgermeister Stefan Euler (CDU). Diese Zahlen bezweifelte Frank Neuber (SPD), der vorrechnete, dass durch Neuplanung und Kostensteigerung Zusatzausgaben entstanden seien. Das rief Klaus Billing (FWG) auf den Plan, der darauf hinwies, dass sich die Kosten für das DGH vor einem Jahr noch auf 940 000 Euro belaufen hätten.
Stelle nicht genehmigt
„Es ist unser Verdienst, dass dies so nicht umgesetzt wurde“, sagte Billing, der eine Lanze für das DGH brach, „aber nicht ohne Kompromisse“. Gerhard Diehl (CDU) bat noch darum, zu prüfen, ob in beiden Gebäuden wirklich insgesamt fünf Versammlungsräume notwendig seien. Die Pläne, die vom Ingenieurbüro Emmerich aus Friedewald stammen, wurden mit zehn Stimmen aus der CDU/FWG-Fraktion gebilligt. Zwei CDU-Leute stimmten dagegen, die SPD enthielt sich.
Vor großen Problemen steht das Projekt Mehrgenerationenhaus II. CDU und FWG lehnten es mehrheitlich ab, eine halbe Stelle zu genehmigen. Dafür wären pro Jahr etwa 20 000 Euro angefallen, und es wären noch 10 000 Euro für die eigentliche Arbeit des Vereins „Menschen helfen Menschen“ übrig geblieben. Zwar wäre die Stelle auf drei Jahre vom Bund bezahlt worden, doch danach wäre das Projekt tot gewesen, weil man das Geld nicht für das Personal habe, sagte Gerhard Diehl. Bürgermeister Euler hatte zuvor für die Stelle geworben, „weil der Verein die Trägerschaft irgendwann selbst übernehmen kann. Es geht hier um Starthilfe“. Andernfalls sei das Projekt gestorben, warnte Euler. Frank Neuber sprach sich ebenfalls für deutlich niedrigere Lohnkosten aus und meinte, dafür reichten auch 400-Euro-Kräfte.
In einem Schreiben an Gemeindevertreter und Kommunalaufsicht hat Euler auf die prekäre Personalsituation hingewiesen. Deshalb seien verschiedene Projekte nicht abgearbeitet worden, obwohl dies teilweise schon von 2006 bis 2010 hätte passieren müssen. Das laufende Geschäft könne erledigt werden, sonst reiche die Luft nur für „ein bis zwei größere Projekte“ pro Jahr. Euler schlägt vor, die Öffnungszeiten der Verwaltung zu kürzen, einen Doppelhaushalt aufzustellen, Bescheide extern erstellen zu lassen oder Leistungen abzubauen. Alternativ plädiert er dafür, eine zusätzliche Kraft befristet einzustellen.
Leser-Kommentare ( 2 )
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CanisLupus (240) | 24. August 2012;24.08.2012;1345807239 --> 24 August 2012
Anbei die Verantwortlichen
Es gibt nicht auf einmal hohe Schulden und Probleme, die gibt es schon einige Jahre. Die Verantwortung trägt jeder Gemeindevertreter der Gemeindevorstand, der Kämmerer und der Bürgermeister.
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Philipp (20) | 24. August 2012;24.08.2012;1345791832 --> 24 August 2012
Haunetaler Verhältnisse
Das, was in Haunetal mehr und mehr hochkocht, ist das Ergebniss jahrelanger Mißwirtschaft. Auf einmal gibt es nun doch hohe Schulden und Probleme über Probleme. Wer trägt dafür die Verantwortung?








