Hünfelder Unternehmer auf Lösungssuche für Fachkräftemangel
Von Victoria Weber
Hünfeld
Es war ein Abend mit lockeren Gesprächen, Lob für den Wirtschaftsstandort Hünfeld und Wissenswertem zur VR-Bank NordRhön: Rund 150 Gäste von 92 Unternehmen tauschten sich beim zwölften Hünfelder Unternehmertreffen im Lokschuppen aus.
Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel (CDU) zeigte sich zufrieden: „Die Arbeitsmarktberichte für die Region Fulda sind hervorragend. Der Altkreis Hünfeld leistet hierzu einen besonders guten Beitrag.“ Den Gästen gab er einen Überblick über die Situation in der Konrad-Zuse-Stadt: „In Hünfeld wird fleißig gebaut.“ Das größte Zukunftsprojekt, der Bahnhof mit seinem Umfeld, werde noch bis Anfang 2014 eine Großbaustelle bleiben. „Wir werden regelmäßig bahnseits mit neuen Hiobsbotschaften bezüglich der Kostenentwicklung konfrontiert, jeder Private wäre da schon am Ende.“ Positiv hob Fennel Investitionen der Hünfelder Unternehmen hervor. Der Wiederaufbau verbunden mit einer Erweiterung der Firma Stroh sei auf einem guten Weg. Auch im Logistikpark Hessisches Kegelspiel gehe es nach einem bitteren Rückschlag, der Absage von Tegut, „langsam wieder voran“.
Das größte Problem sieht der Bürgermeister zunehmend im Mangel an Fachkräften. „Angeregt durch Hinweise aus Ihrem Kreis möchte ich in den nächsten Wochen eine Arbeitsgruppe aus Führungskräften der Hünfelder Unternehmen bitten, gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten“, sagte Fennel zu den Gästen.
Darauf ging auch Landrat Bernd Woide (CDU) ein: „Wir müssen jungen Menschen in der Region eine Zukunft bieten.“ Zudem kritisierte er den Trend zur Gigantomanie – etwa auf europäischer Ebene. Es sei wichtiger, sich auf die Stärken in den Regionen zu besinnen. Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt lobte die Hünfelder: „Das Handwerk fühlt sich hier wohl.“ Von den 2400 Handwerksbetrieben im Landkreis gebe es 200 allein in Hünfeld. Die Arbeitslosenquote für den Altkreis zeige zum wiederholten Male die Stabilität und Stärke der Region. „2,8 Prozent, das ist Vollbeschäftigung“, betonte Gerhardt.
Als Gastgeber agierte dieses Jahr die VR-Bank NordRhön, die ihr 150. Jubiläum feiert. Vorstandssprecher Alfred Etzel berichtete von der Geschichte der Bank, die mit der Gründung des Vorschussvereins zu Hünfeld 1862 startete, und betonte, dass sich die Bank im Jubiläumsjahr in guter Verfassung präsentiere. „Der direkte Kontakt zu den Menschen und den Unternehmen in unserer Region ist die besondere Stärke unserer genossenschaftlichen Bank“, hob Etzel hervor.
Jede Menge zu lachen hatten die Gäste, als Hausmeister Bolle alias Jörg Burghardt in den Lokschuppen platzte. Er bezog nicht nur die Gäste wie Monika, Lothar und Josef in sein Programm mit ein, sondern zielte auch mit kleinen Spitzen in Richtung der Redner. Anhand einer Wasserhahnkonstruktion verdeutlichte er die Finanzkrise, erklärte, warum er in Weizenkorn investiert („Da bekomm ich 32 Prozent.“) und gab einen Tipp: „Geld leiht man sich von Pessimisten. Die erwarten es nicht zurück.“
Bei Hugo-Cocktails, Lachs mit Kürbispüree und anderen Leckereien von Marc Zuspann und seinem Team entwickelten sich lockere Gespräche. Stadtrat Theo Flügel (CDU) hält das Unternehmertreffen für einen wichtigen Termin im Jahresablauf. „Hier werden viele Kontakte geknüpft, man lernt sich kennen und schätzen“, betont der Hünfelder. Auch Daniela Becker, Geschäftsführerin der Helios-Klinik in Hünfeld, macht deutlich: „Es ist eine Superidee, dass diese Treffen ritualisiert sind. In dieser Konstellation kommt man selten zusammen.“ Bernard Kohlmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Spedition, erläutert: „Ich finde es gut, auch außerhalb des Geschäfts ins Gespräch zu kommen.“
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