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9. Oktober 2012



Ist der Charakter an der Nasenspitze ablesbar?

Von Sophia Steube

Hünfeld
Winfried Ducke kann den Charakter eines Menschen im wahrsten Sinne des Wortes an der Nasenspitze ablesen. In seinem Vortrag „Was mein Gesicht verrät“ brachte er seinen Zuhörern die moderne Gesichtsausdruckskunde näher.

„Es ist der Geist der sich den Körper baut“, mit diesem Zitat von Friedrich Schiller stieg Winfried Ducke in seinen Vortrag ein. Seit 28 Jahren beschäftigt sich der Heilpraktiker und Physiognom damit, was die Augen, die Kopfform oder das Kinn über einen Menschen aussagen.  Acht Jahre lang hat er Physiognomie in der Schweiz studiert. Mittlerweile berät Ducke bundesweit Unternehmen, die sich sein Wissen unter anderem bei der Mitarbeiterauswahl zu Nutze machen. „Wir drücken uns in der Form, der Farbe und der Spannung der Haut aus“, davon ist der 57-Jährige überzeugt. Drei „Primärnaturelle“ stellte er den etwa 65 Teilnehmern seines Vortrages vor: Das Bewegungsnaturell, das Empfindungsnaturell und das Ruhenaturell. Jedem Menschen könne eines dieser Naturelle zugeordnet werden. Meist sind diese jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt. Es gibt  sogar Personen, die Anteile aller drei Naturelle besitzen  – so genannte Harmonienaturelle.

„Was nicht tötet, härtet ab“, nach diesem Motto könnten Personen leben, die zum Bewegungsnaturell gehören, erklärte Ducke. Markantere Gesichtszüge, eine eckige Kopfform und ein großer, schlanker Körperbau machen solche Personen aus. Bewegungsnaturelle sind  Energiebündel. Pünktlichkeit sei allerdings weniger ihre Stärke: „Sie machen alles auf den letzten Drücker. Gibt man ihnen eine Aufgabe, für die sie vier Wochen Zeit haben, fangen sie in der letzten Woche langsam damit an, sie zu lösen.“

Im Gegensatz zu Bewegungsnaturellen seien Empfindungsnaturelle oftmals kleine Personen mit „zarten Gliedern“ und einer etwas dreieckigen Kopfform. „Empfindungsnaturelle nehmen schon wahr, dass ein Schiff sinkt, bevor es  überhaupt mit dem Sinken begonnen hat“, beschreibt Ducke diesen Typ Mensch. Sie seien künstlerisch und musisch begabt, sehr neugierig aber  nicht allzu belastbar.

„Das Ruhenaturell will versorgen, hegen und pflegen aber auch kontrollieren“, erklärte Ducke das letzte der drei Primärnaturelle. Typisch für dieses Naturell seien eine runde Kopfform sowie kurze Glieder.  Oftmals seien Ruhenaturelle Frühaufsteher, sehr zeitbewusst und „der häuslich, familiäre Typ“.

Spezielle Charaktereigenschaften können an bestimmten Körperteilen abgelesen werden. „An der Stirn kann ich zum Beispiel erkennen, ob jemand ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein hat. Die Ohren zeigen, ob jemand materiell ausgerichtet ist“, beschreibt der Physiognom. Zum Ende seines Vortrages demonstrierte Ducke an drei Vortragsteilnehmern sein Können – zum Erstaunen der restlichen Gäste, denn  der Referent lag mit seinen Einschätzungen richtig. „Der Vortrag war wirklich spannend. Ich glaube ich werde jetzt die Gesichter aller Menschen analysieren. Auch wenn das vielleicht nicht immer so gut ist“, sagte Sarah Henkel aus Spahl nach dem Vortrag lachend.


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