Jürgen Blum erhält für sein Wirken das Bundesverdienstkreuz
Von Maximilian Kutzner
Hünfeld
Kommt man mit Jürgen Blum ins Gespräch, dann merkt man schnell, dass er nur für eines lebt: für die Kunst. Er gab Malkurse für arme Kinder in Polen, baute das Museum Modern Art in Hünfeld auf und setzte sich sein ganzes Leben für die deutsch-polnische Verständigung ein.
Für sein Lebenswerk hat er gestern das Bundesverdienstkreuz bekommen. Eigentlich war es dem 81-Jährigen fast ein wenig unangenehm, dass sich bei der Preisverleihung im Museum Modern Art alles um ihn drehte. Zu Blums Ehrentag kamen Freunde, langjährige Wegbegleiter und Bürger der Stadt Hünfeld. Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel (CDU) lobte Blums Leistungen, nicht nur für die Stadt Hünfeld. „Er hat sich um die Konrad Zuse Stadt verdient gemacht, aber sein Wirken strahlt in ganz Europa“, erklärte Fennel.
Der Künstler kam 1930 im westpreußischen Elbing zur Welt. Nach dem Krieg blieb er in seiner Heimat im heutigen Polen und half dort, wieder einen Kreis von Künstlern und Philosophen zu etablieren. Bereits in den 1950er Jahren war er von den sozialistischen Machthabern in Polen als Staatsfeind eingestuft worden. Trotzdem studierte er an der geheimen Universität und Akademie „Zur Rettung der polnischen Intelligenz“. Dort arbeitete er zwischen 1961 und 1974 als Professor, bevor er wegen des anwachsenden Verfolgungsdruckes nach Deutschland fliehen musste.
Zunächst arbeitete er hier als Künstler im Kloster Cornberg bei Bad Hersfeld, bevor er 1979 die Kunststation Kleinsassen gründete. Nach Hünfeld kam Blum 1990, um hier das Museum Modern Art und die angeschlossene Malschule ins Leben zu rufen.
Einsatz für die Verständigung
Seither organisierte er zahlreiche Ausstellungen und Projekte, wie das „offene Buch“. Seine eigene Kunstsammlung umfasst mittlerweile rund 4000 Kunstwerke, die auch im Museum immer wieder zu sehen sind.
Die Laudatio zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes hielt der Regierungspräsident Kassel, Dr. Walter Lübcke (CDU). Er lobte Blum als einen „Wandler zwischen Polen und Deutschen“, der sich stetig für das Verständnis zwischen den Ländern einsetze. „Es ist bemerkenswert, dass Jürgen Blum nach 1974 nicht mit seiner Heimat gebrochen hat, sondern weiter den Kontakt suchte“, hob Lübcke hervor. Er sei berührt von der Konsequenz, mit der er die Kunst vertrete. Damit habe er Deutschland einen großen Dienst erwiesen.
Der Jubilar bedankte sich für die Auszeichnung, betonte aber, dass ihm die Treue seiner Freunde weit mehr bedeute. Im kommenden Jahr wird der Künstler aus dem aktiven Museumsdienst ausscheiden. Er will der Einrichtung jedoch weiterhin als Berater und ehrenamtlicher Leiter erhalten bleiben.
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