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18. Oktober 2012



MVZ an der Helios-Klinik mit Chirurg und Gynäkologin eröffnet

Von Alexander Gies

Hünfeld
Gemessen an der Aufregung, die das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) an der Helios-Klink Hünfeld im Vorfeld ausgelöst hat, verlief die offizielle Eröffnung gestern sehr harmonisch.

Im Erdgeschoss der Klinik sind seit Anfang Oktober die Mediziner Elena Schlothauer (47) und Wolfram Wagner (58) in gemeinsamen Räumen für ihre ambulanten Patienten da.

Schlothauer ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und war seit 2004 an der Helios-Klinik tätig, seit vier Jahren als Oberärztin. Wagner stammt aus dem Badischen, war Oberarzt an einer Klinik in Adenau in der Eifel und die vergangenen zehn Jahre in Gersfeld tätig. Er ist Allgemein- und Unfallchirurg. In dieser Funktion behandelt Wagner, der mit seiner Frau und noch zwei seiner insgesamt fünf Kinder in der Gemeinde Ebersburg lebt (die drei größeren wohnen bereits woanders),  alle Arten von Gelenkerkrankungen, Verletzungen und Wirbelsäulenerkrankungen. Er führt ambulante operative Eingriffe durch und behandelt Enddarm-Erkrankungen.

Er sagt über seinen Anspruch, ihm sei „eine menschliche Medizin wichtig“, bei der es „keine Hopplahopp-Fünf-Minuten-Medizin“ gebe. Elena Schlothauer, die verheiratet ist und zwei Kinder hat, ist der Abschied von der Gynäkologischen Abteilung nicht leicht gefallen, wie sie zugibt. Aber die Hünfelderin freut sich trotzdem sehr auf ihre neue Aufgabe, die ihr mehr Freiheiten einräume und bei der sie viel Wert darauf legt, „Schwangere optimal zu betreuen und eventuell auch zu entbinden“. Das ist ihr eine Herzensangelegenheit. Ihr bisheriger Chef, Chefarzt Dr. Bertram Stitz, bedauert denn auch den Weggang seiner langjährigen Kollegin sehr: „Sie war eine feste Größe in meinem Team. Ich habe sie ungern ziehen lassen.“ Aber auch in der Gynäkologie dreht sich die Erde weiter:  Zum 1. November wird es dort eine neue Ärztin geben, die bislang in einem Perinatalzentrum der Stufe 1  in Baden-Württemberg tätig war, einer Einrichtung der höchsten Kategorie zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen.

Das MVZ befindet sich im Erdgeschoss der Helios-Klinik in den Räumen der ehemaligen Praxis von Dr. med. Dr. rer. nat. Hans-Jürgen Schick und der Physikalischen Therapie, die in den vierten Stock umgezogen ist. Die Räume wurden um 80 auf etwa 140 Quadratmeter erweitert und umfassen jetzt einen proktologischen Behandlungsraum, einen ambulanten OP, zwei gynäkologische Behandlungsräume  sowie drei chirurgische. Insgesamt hat Helios nach Angaben vonGeschäftsführerin Daniela Becker rund 200 000 Euro in den Umbau und die Erweiterung investiert. Neben den zwei Ärzten arbeiten drei Arzthelferinnen und eine Praktikantin im MVZ.

Wolfram Wagner hatte zur Eröffnung die Gäste begrüßt, darunter Vertreter der Stadt Hünfeld, vom Seniana, dem DRK, Bauleute, aber auch Kollegen wie den Rasdorfer Mediziner Dr. Klaus Martin. Wagner ging in seiner Rede nur in Andeutungen auf die „Anfangswirren“ um das MVZ ein, das bei vielen niedergelassenen Ärzten in Hünfeld für Verärgerung gesorgt hatte. Er streckte  symbolisch die Hand aus, als er  sagte, man verstehe sich als Teamplayer mit allen niedergelassenen Ärzten. In Anlehnung an die Fußballersprache hoffe  er auf einen Fair-Play-Modus und darauf, dass alle gelbe Karten mit dem Start des MVZ hinfällig würden. Sein Dank galt ebenso allen Kollegen bei Helios, die ihm und seiner Kollegin in der Umbauphase eine große Unterstützung gewesen seien.


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