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23. Juli 2012



Molkerei Hünfeld wächst und wächst

ud/ag

Hünfeld
2009 waren es 180 Millionen Kilogramm Milch, in diesem Jahr werden es 230 Millionen sein und schon bald 400 Millionen Kilogramm: Die Menge an Milch, die in der Molkerei Hünfeld verarbeitet wird, steigt sprunghaft.

Damit werden in dem Käsewerk derzeit mehr als zehn Prozent der Gesamtmenge an Milch verarbeitet, die von der Muttergesellschaft Hochwald-Nahrungsmittel-Werke mit Sitz in Thalfang im Hunsrück in Rheinland-Pfalz insgesamt verarbeitet wird. Das wurde im Rahmen der diesjährigen Vertreterversammlung der Hochwald Muttergenossenschaft Erbeskopf Eifelperle bekannt.

Um den Lärm zu reduzieren und die Anwohner zu entlasten, ist laut Hochwald geplant, in der Ströherstraße die Rohmilchanlieferung einzuhausen und die Verkehrsführung zu ändern. Die Produktionskapazitäten für Mozzarella und Pasta Filata werden um zwei Bearbeitungslinien erweitert ebenso wie die Tankkapazitäten. Pasta Filata wachse im ohnehin schon wachsenden Käsemarkt am schnellsten, der Verbrauch habe sich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Zur Einhaltung der Kühlkette wird ein neues Kühlhaus angebaut, das bis zu 2500 Paletten fasst. Die Belüftertechnik der Kläranlage sei bereits „auf den neuesten Stand der Technik gebracht“. Auch deren Kapazität habe man angepasst. Mit dem Ausbau werden laut Hochwald insgesamt etwa 25 neue Arbeitsplätze geschaffen „und der Standort nachhaltig gestärkt“.

Kennzahlen 2011
Lieferanten aus dem Landkreis Fulda: 460 Landwirte.
Einzugsgebiet für die Werke in Hünfeld und Hungen: von Paderborn bis Gotha und von Kassel bis nach Aschaffenburg. Gesamtumsatz: 1 257,2 Millionen Euro davon Export: 427,7 Millionen Euro
Milchverarbeitung: 2047,2 Millionen Kilogramm
Mitarbeiter: 1619
Eigenkapital: 126,5 Millionen Euro
Bilanzsumme: 353,8 Millionen Euro Eigenkapitalquote: 35,8 Prozent Investitionen: 20,25 Millionen Euro Milchpreis bei Molkereidurchschnittswerten inklusive Mehrwertsteuer: 37,92 Cent/Kilogramm
In Hünfeld wird die Milch der hessischen Lieferanten verarbeitet. Von den rund 3800 Milchlieferanten in Hessen lieferten etwa 1900 Erzeuger an Hochwald-Werke. 330 Mitarbeiter verarbeiten an den hessischen Standorten rund 700 Millionen Kilogramm Milch. Damit sei Hochwald der größte Milchverarbeiter des Landes.

Während der Vertreterversammlung wurde mitgeteilt, dass die deutsche Milchwirtschaft 2011 „erneut kräftig gewachsen“ sei. Grund sei die weltweit gestiegene Nachfrage. Die Milcherzeuger hätten davon durch gestiegene Milchauszahlungspreise profitiert. So wuchs der Milchauszahlungspreis um 11,5 Prozent auf 37,92 Cent pro Kilogramm. „Allerdings hatten wir uns mehr vorgenommen und die selbst gesteckten Ziele nicht erreichen können“, erklärte Dr. Karl-Heinz Engel, Vorsitzender der Geschäftsführung, bedauernd. Er fügte jedoch an: „Die Investitionen im Zukunftskonzept werden sich langfristig auszahlen und es ermöglichen, dauerhaft einen überdurchschnittlichen Milchpreis für unsere Mitglieder zu erwirtschaften.“ Der Umsatz in Exportländern sei um 13,5 Prozent gestiegen und steuere etwa 34 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Der Umsatz wuchs um acht Prozent.

Die Eigenkapitalquote beträgt knapp 36 Prozent, berichtete Detlef Latka, der davon sprach, dass es viele Anfragen von Landwirten gebe, die Mitglied werden wollten. Kürzlich hat Hochwald ein Joint Venture mit der belgischen Genossenschaft Solarec beschlossen und eine Vertriebsniederlassung in Dubai gegründet. Ziel ist der Vertrieb von Produkten in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Luxemburg sowie „die bessere Marktdurchdringung auf den Märkten der arabischen Halbinsel sowie ein besserer Marktzugang zu den Wachstumsmärkten in Afrika und Asien über das internationale Drehkreuz Dubai“.


Leser-Kommentare ( 2 )
  • SirArthur (49) | 23. July 2012;23.07.2012;1343032046 --> 23 Juli 2012
    Milchpreis

    Ich bin irritiert über diese Meldung. Ständig hört man, daß der Milchpreis zu niedrig ist und die Landwirte nicht gewinbbringend produzieren können und dann lese ich, daß immer mehr Milch verarbeitet wird.
    Wird in Hünfeld mehr Milch verarbeitet, weil mehr Milch produziert wird oder weil andere Molkereien weniger produzieren. Diese Information wäre schon wichtig.
    Milch ist ein sehr hochsubventioniertes Nahrungsmittel und der Preis wird durch den Steuerzahler niedrig gehalten.

  • Valentin (398) | 23. July 2012;23.07.2012;1343065805 --> 23 Juli 2012
    Mehr Milch in Hünfeld

    Ich hatte es schon mal geschrieben, die Bauer bekommen zu wenig für die Milch, da wird boykottiert, da wird Milch auf den Acker gesprüht, und gleichzeitig wird der Bauer mit der Kuh die das größte Euter hat ausgezeichnet, das stimmt irgend etwas nicht