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23. März 2011



Naturschutztagung des Rhönklubs am Tag des Wassers

Hünfeld
In der Waldgaststätte Praforst in Hünfeld trafen sich am Dienstag etwa 40 Naturfreunde und Mitglieder des Rhönklubs, um sich am internationalen Tag des Wassers rund um das Thema Wasserschutz zu informieren.

„Wir vergessen manchmal, in welcher bevorzugten Region der Welt wir eigentlich leben, wo wir das kostbarste Lebensmittel im Überfluss haben: Das Wasser“. Dies erklärte der Hauptnaturschutzwart des Rhönklubs, Heinrich Heß, in seiner Begrüßungsansprache zu einer Naturschutztagung des Gesamt-Rhönklubs.

Den Auftakt bildete ein Vortrag mit dem Titel „Wasser in der Rhön – Anforderungen und Projekte zum Schutz der Fließgewässer und Auen“ von Professor Dr. Eckhard Jedicke aus Bad Arolsen, stellvertretender Vorsitzender des Vereins RhönNatur. Er machte in seinem Bericht deutlich, dass mehr als einem Drittel der Weltbevölkerung die Ressource Wasser nicht ausreichend zur Verfügung steht. „Diese Defizite werden noch durch das Bevölkerungswachstum, die Urbanisierung, die industrielle Entwicklung und den Klimawandel verstärkt“, erklärte der Geograph.

So sehe die Ulster zwar auf den ersten Blick wie ein intakter Fluss aus, ihr Zustand sei aber aufgrund der Verbauung und der damit verbundenen Einschränkung ihrer Bewegungsmöglichkeit kritisch, erklärte Jedicke und fügte an: „Wir brauchen mehr Unordnung in Fließgewässern, sie müssen umweltverträglich und trotzdem für die Landwirtschaft nutzbar gestaltet werden. Denn Wasser ist ein wichtiger Lebensraum.“

Schuld an den schlechten Zuständen der Gewässer seien menschliche Eingriffe: Begradigung des Flussbetts, Ufer- und Querverbauung sowie das Abladen von Müll- und Bauschutt sorgten für negative Veränderungen im Ökosystem. Ziel des Gewässerschutzes in der Rhön ist deshalb die Wiederherstellung der typischen Strukturen, sodass das Wasser wieder frei fließen und Lebensraum für Tiere und Pflanzen sein kann.

Dabei gelte es, so Jedicke, die Diskrepanz zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Gewässerschutz zu überwinden. Breitere Uferrandstreifen zu den Äckern hin, Humuswirtschaft, die Reduktion von Düngemitteln und Pestiziden sowie ein Umstieg auf ökologische Landwirtschaft lautet das Credo der Naturschützer. Die Weidelandschaften in Auen zeigten bereits Erfolge. Nach einem weiteren Vortrag unter dem Motto „Quellen – mehr als Wasserspender“ von Stefan Zaenker vom hessischen Landesverband für Höhlen- und Karstforschung unternahmen die Rhönklubmitglieder noch eine kurze Wanderung zum Wasserwerk der Stadt Hünfeld.

Mit dem Symposium veranstaltet der Gesamt-Rhönklub zum ersten Mal einen Aktionstag zum Tag des Wassers, der bereits seit 1993 immer am 22. März stattfindet. Der Weltwassertag soll auf die Ressource Wasser aufmerksam machen und sensibilisieren. „Dabei sind alle aufgerufen, mitzuhelfen, denn das ‚blaue Gold‘ darf nicht weiter so sinnlos verschwendet werden“, sagte die Präsidentin des Rhönklubs, Regina Rinke.

Von unserer Mitarbeiterin
Marie-Theres Schindler 



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