Oberbürgermeisterwahl: Walk gut im Rennen
Von Alexander Gies
Geisa
Der Grüsselbacher Raymond Walk hat in Eisenach den ersten Durchgang der Oberbürgermeisterwahl für sich entschieden. In Geisa wurde Amtsinhaber Martin Henkel (CDU) klar im Amt bestätigt, und in Vacha gab es eine Sensation.
Auch im Landratsamt in Bad Salzungen stellte sich bei den gestrigen Kommunalwahlen in Thüringen eine kleine Überraschung ein: Amtsinhaber Landrat Reinhold Krebs (CDU) setzte sich gleich im ersten Durchgang gegen seine drei Konkurrenten mit 56,4 Prozent klar durch und bleibt im Wartburg-Landkreis an der Spitze. Der Zweitplatzierte Christian Gesang (SPD) kam lediglich auf 22,3 Prozent. Beobachter hatten damit gerechnet, dass es zumindest zu einer Stichwahl kommen würde. Doch auch der Bewerber der Linken kam nur auf 18,4 Prozent.
Ein völlig entspannter Martin Henkel saß gestern Abend in der Gaststätte Geißschänke in Geisa und feierte mit Familie und Freunden, darunter der Rasdorfer Bürgermeisterkandidat Jürgen Hahn. Der Rathauschef der Grenzstadt hatte soeben die Bürgermeisterwahl mit 96,3 Prozent gewonnen. „Ich habe nicht mit einer so hohen Zustimmung gerechnet“, gab sich Henkel bescheiden, der als einziger Kandidat zur Wahl stand. Die Wahlbeteiligung betrug allerdings nur 53,7 Prozent, was Henkel enttäuschend fand, „wenn man bedenkt, dass wir uns erst vor 20 Jahren wieder freie Wahlen erkämpft hatten“. Bei der Wahl vor sechs Jahren hatte Henkel im ersten Durchgang mit knapp 54 Prozent der Stimmen die Oberhand behalten.
In Vacha endete gestern Abend die 18-jährige Ära von Bürgermeister Frank Pach (SPD). Völlig überraschend knackte hier der erst 30-jährige Martin Müller (CDU) die Hochburg der Genossen. Er wird auch von den Freien Wählern unterstützt. Während Müller auf 63,9 Prozent kam, rutschte Pach auf 36,1 Prozent ab. In der benachbarten Kali-Gemeinde Unterbreizbach kam Amtsinhaber Roland Ernst (parteilos) auf 84,9 Prozent. Die Herausfordererin von der CDU, Ute Schumann, erreichte 15,1 Prozent.
Mehr als zufrieden darf Raymond Walk aus dem Rasdorfer Ortsteil Grüsselbach sein, der gestern den ersten Durchgang der Oberbürgermeisterwahl in Eisenach mit 38,9 Prozent für sich entschied. Er steht damit in der Stichwahl am 6. Mai mit der Linken Katja Wolf, die auf 24,4 Prozent kam. Abgewählt ist damit Amtsinhaber Matthias Doht, der nur 17,4 Prozent erreichte. Doht hatte zuletzt nicht nur mit den chronischen Finanzproblemen der Stadt zu kämpfen, die sogar die Existenz des Theaters gefährdeten. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hatte im Zuge von Korruptionsermittlungen auch das Rathaus durchsucht.
Raymond Walk ist parteilos, wird aber von der CDU und den „Bürgern für Eisenach“ unterstützt. Wie groß seine Chancen sind, auch die Stichwahl zu gewinnen, lässt sich derzeit schwer ausmachen, denn das linke Lager ist in Eisenach recht groß. Walk sagte gestern Abend unserer Zeitung, er freue sich über das Ergebnis des ersten Durchgangs. „Das ist toll, das habe ich nicht erwartet. Jetzt ist alles offen“, lautete seine erste Reaktion. Als Seiteneinsteiger ist der 50-Jährige mit diesem Ergebnis zufrieden.
Leser-Kommentare ( 0 )
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden








