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17. September 2011



Point Alpha Akademie hat ihre Arbeit aufgenommen

sach

Geisa
Pädagogen aus Hessen und Thüringen haben Unterrichtsmodule entwickelt, die in der neu eröffneten Point Alpha Akademie für den praktischen Geschichtsunterricht eingesetzt werden.

Die Lehrer wurden zu diesem Zweck von Schulen beider Länder abgeordnet, sagte die Direktorin der Point Alpha Stiftung, Uta Thofern, bei der Eröffnung der Einrichtung vor Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Institutionen sowie Pädagogen von Bildungseinrichtungen. Schüler und Jugendliche seien aber nur eine Zielgruppe der Akademie, betonte sie. Das Programm der Bildungseinrichtung wende sich an alle Interessierten, insbesondere Multiplikatoren der schulischen und politischen Bildung, Nachwuchskräfte aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, Mitarbeiter von gesellschaftlichen Organisationen, Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Dankbar ist sie insbesondere dem Freistaat Thüringen und dem Bund für die Zuschüsse aus Städtebauförderung und Konjunkturpaket II. Betrieben wird die neue Bildungseinrichtung als gemeinnützige Gesellschaft von der Stadt Geisa und der Point Alpha Stiftung. Die Bewirtschaftung übernahm der Hünfelder Gastronomiebetrieb Zuspann à la carte, der seit Jahren die Ziele von Point Alpha unterstütze, sagte Thofern.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) betonte in ihrer Rede: „Wahlabstinenz und Politikverdrossenheit müssen uns eine Warnung sein, die politische Bildung zu stärken.“ Die Ministerpräsidentin appellierte an die Vertreter der politischen Bildung, neben der Erinnerung an Diktaturen auch Seminare für Sicherheitspolitik und Friedenssicherung anzubieten, die Aktive aus allen Lagern ansprechen. „Von hier aus werden Impulse für Frieden und Menschenrechte ausgehen“, ist sie überzeugt. Die in die Akademie investierten Mittel seien gut angelegt – als Investition in die demokratische Grundordnung, die nicht von allein bestehe. Lernen spiele hierbei eine wichtige Rolle. „Man muss Geschichte verstehen, um Wiederholungen zu vermeiden, um die richtigen Schlüsse zu ziehen“, erklärte Lieberknecht. Sie sieht große Chancen, Menschen anzusprechen und Kinder neugierig zu machen.

Programm
Aus dem Programm der Point Alpha Akademie für das erste Halbjahr 2012:
1. Lernort Point Alpha. Die innerdeutsche Grenze im Unterricht, 30./31. Januar. Wie kann die Geschichte der innerdeutschen Grenze schülergerecht aufgearbeitet und authentisch in den Unterricht integriert werden?
2. Demokratisierung und Sowjetisierung: Deutschland nach 1945. 1./2. März. Wie groß war der Einfluss von USA und Sowjetunion auf den jeweiligen Teil Deutschlands und wie weit ist dieser noch heute in Politik, Kultur und Gesellschaft spürbar?
3. Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert. 8. bis 10. Februar. Über die Herausforderungen und Konfliktlinien, die die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts prägen werden, diskutieren Experten und erläutern ihre Vorstellungen einer modernen Sicherheitspolitik.
4. Kontroversen der deutsch-deutschen Geschichte. 30./31. März. Wissenschaftler, Journalisten und zeitgeschichtliche Persönlichkeiten analysieren und diskutieren die zentralen Wegmarken und Mythen der Geschichte der DDR.
5. Eine Zeit des Umbruchs und Aufbruchs: Hessen und Thüringen in den Jahren 1989/1990. 20. bis 24. April. Zeitzeugen und Experten diskutieren über die Friedliche Revolution und die Wiedervereinigung. Was waren die größten Herausforderungen? Wie steht es heute um die beiden Bundesländer?
6. Das ostdeutsche Erbe: Was bleibt von der DDR? 25. bis 27.April. Bereiche aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden daraufhin untersucht, wo es noch Spuren der DDR gibt und wie stark diese sind.
7. Kultur der Freiheit – Kultur und Medien zwischen Ost und West. 29. Juni bis 1. Juli. Das Seminar spannt einen Bogen von den Repressalien des DDR-Staates gegenüber nicht konformen Künstlern über die Rolle der Kirchen und die Bedeutung der Charta 77 für die Kulturbewegung in der DDR bis hin zur Darstellung von BRD und DDR in den Medien.
8. Aufarbeitung am Scheideweg? 22. bis 24. Juni. Stand und Zukunft der Aufarbeitung kommunistischer Diktaturen in Deutschland und Europa. Wie weit ist die Aufarbeitung der SED-Diktatur in Deutschland vorangeschritten?
In Planung:
1. Point-Alpha-Kolloquium: ‚Fulda Gap'. Der Kalte Krieg und die Operationsplanung der Bündnisse in Europa, 10./11. Mai.
2. Deutschland und Osteuropa: Gemeinsame Erfahrungen, gemeinsames Erbe und gleiche Interessen? Mai/Juni.
3. Englischlehrerseminar: The American Impact on Germany’s development before and after 1990, Mai/Juni. / ag



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