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5. September 2012



Stefan Dietrich nimmt als Ortsvorsteher seinen Hut

vic

Leibolz
Der Leibolzer Ortsvorsteher Stefan Dietrich nimmt seinen Hut. Nach Unstimmigkeiten im Ortsbeirat ist der 44-Jährige zurückgetreten.

„Ich hatte noch einiges vor“, betont Dietrich. Die Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht. „Auslöser ist die Disharmonie innerhalb des Ortsbeirates. Es ist eine ehrenamtliche Aufgabe, die ich mit außergewöhnlichem Einsatz mehr als ausgefüllt habe. Wenn aber dauernde Diskrepanz dazu führt, dass die Gesundheit angegriffen wird, muss ich diese in den Vordergrund stellen.“

Stein des Anstoßes war nach Angaben von Dietrich ein Artikel in unserer Zeitung über die geplante DRK-Rettungswache und den Generationentreff in Leibolz. „Er war Auslöser für eine unverständliche Reaktion im Ortsbeirat. Scheinbar haben mehrere Bürger und auch Ortsbeiratsmitglieder diesen Artikel als Provokation angesehen und gedacht, es wäre schon beschlossene Sache. Doch es handelte sich nur um einen Zwischenstand der Planungen, an dem noch Änderungen möglich sind.“

Der gebürtige Steinbacher wurde im April 2011 zum Ortsvorsteher gewählt. Vorgeschlagen wurde er für dieses Amt von seinem langjährigen Vorgänger Bernd Wiegand. Dietrich war von Platz 7 der Mehrheitswahlliste des Ortsbeirates Leibolz in den Wahlkampf gestartet und im März 2011 von den Bürgern auf Platz 1 gewählt worden. „Als Ortsfremder habe ich mich dem Votum der Bürger gestellt und immer versucht, etwas zu bewegen. Ich habe bereits vieles erreicht, was ich mir für die fünf Jahre vorgenommen habe. Dank des Einsatzes der Bürger, die mich unterstützt haben, war das alles möglich“, sagt der Leibolzer, der für die FWG Mitglied in der Eiterfelder Gemeindevertretung ist.

Problematisch sei gewesen, dass er ständig Gegenwind bekommen habe, „weil ich zu viel mache oder in bestimmten Themen auch mal meine persönliche Meinung vertrete“.  Er schäme sich nicht, auch mal ein DGH oder auch die Größe eines DGH in Frage zu stellen. „Auch vor kritischen und unbequemen Bemerkungen habe ich hier kein Halt gemacht.“
Überrascht zeigte sich Dietrichs Stellvertreter Ralf Wiegand über die Entscheidung. „Ich war schon verdutzt, damit habe ich nicht gerechnet“, erklärt er. Zwar habe es Unstimmigkeiten gegeben, aber dass Dietrich so reagiere, habe er nicht gedacht. Wiegand wird nun eine Sitzung einberufen, in der der neue Ortsvorsteher gewählt wird. Einen Termin gibt es noch nicht.

Auch wenn Dietrich nach eigenen Angaben von vielen Bürgern angesprochen worden sei, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken, gab er am Montag den Rücktritt vom Amt Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig) bekannt. „Wie ich mit dem Mandat im Ortsbeirat verfahre, werde ich mir zunächst noch vorbehalten, da ich dieses ja als Auftrag der Bürger erhalten habe.“   


Leser-Kommentare ( 4 )
  • wutbuerger (137) | 5. September 2012;05.09.2012;1346872513 --> 05 September 2012
    Konsequenzen ziehen

    Wenn Herr Dietrich bei Unstimmigkeiten wegen gesundheitlichen Gründen das Amt des Ortsvorstehers niederlegt, sollte er konsequenterweise auch von seinen anderen kommunalpolitischen Ämtern in Ortsbeirat und Gemeindevertretung zurücktreten. Alles andere wäre unglaubwürdig!

  • c.3user (1) | 5. September 2012;05.09.2012;1346862868 --> 05 September 2012
    Schade

    Er hat die Zeit des ewigen Stillstandes durchbrochen, in Leibolz tat sich wieder was.
    Anstatt nur von Renovierung und Sanierung zu sprechen, ließ er Taten folgen.

    Er konnte die Bürger für Verschönerungen gewinnen und zum mitmachen bewegen (Friedhof).
    Im Rahmen des Dorfernuerungsprogrammes wäre vieles mit Ihm umsetzbar gewesen und das gemeinschaftsgefühl um ein vielfaches gestiegen.

    Leider habe ich die Befürchtung, das mit Ihm der neue "Wind of Change" in eine große Flaute abebben wird.

  • userli (24) | 5. September 2012;05.09.2012;1346831807 --> 05 September 2012
    Schade ...

    Es ist schade das die Menschen mit Hirn in dem politischen System keine Chance haben. Das sieht man an den Rückzügen Stefan Dietrich, Thomas Vollmer ...
    Der Kleingeist hat wieder mal gesiegt und darf weitermachen.