Tagung 400 hessischer Standesbeamter in Hünfeld
Von Sabine Kohl
Hünfeld
Zum dritten Mal traf sich der Fachverband der hessischen Standesbeamten in Hünfeld. In einem Vortrag von Kriminalhauptkommissar Andreas Heuser lernten die rund 400 Beamten, wie sie ohne großen Aufwand gefälschte Dokumente von echten unterscheiden können.
Fälschen lässt sich praktisch jedes Dokument – Reisepässe, Ausweise, Kfz-Papiere, Zeugnisse. Für Standesbeamte ist es besonders wichtig, echte von gefälschten Dokumenten zu unterscheiden. Entscheidungen, die sie treffen, können nur von einem Amtsrichter wieder rückgängig gemacht werden. Besonders bei ausländischen Dokumenten ist es aber oft schwer festzustellen, ob diese gefälscht sind. Andreas Heuser gab in seinem Vortrag zahlreiche Tipps, wie man das Problem leicht lösen kann. „Man sollte sich immer mehr als ein Dokument zeigen lassen und vergleichen, ob es da Unstimmigkeiten gibt“, erklärte der Kommissar, der häufig im Frankfurter Bahnhofsviertel unterwegs ist und seinen Zuhörern so manche humorvolle Anekdote über offensichtlich gefälschte Dokumente präsentierte.
Außerdem sei es wichtig, aufmerksam zu lesen. Rechtschreib- oder Grammatikfehler seien in gefälschten Dokumenten nicht selten. Auch ein Vergleich zwischen Foto und Person sei immer hilfreich. Verschiedene Merkmale im Gesicht können einen Menschen eindeutig identifizieren und sind unveränderlich – so zum Beispiel die Form der Ohren oder der Abstand zwischen Nase und Oberlippe. Leicht sei eine Fälschung oft auch am maschinenlesbaren Teil eines Identifikationsdokuments festzustellen (beim deutschen Personalausweis der Bereich vorne unten). Dieser ist nämlich weltweit genormt und sieht immer gleich aus. Die ersten fünf Zeichen bestimmen Ausweisform und Land, dann folgt Nachname, zwei Leerzeichen, Vorname. Der obere Bogen einer Drei ist eckig, die Vier ist oben offen.
Fatma Sen, Mitarbeiterin des türkischen Generalkonsulats in Frankfurt, gab Hinweise zum Umgang mit der doppelten Staatsbürgerschaft bei Kindern. So erklärte sie, dass Kinder aus einer deutsch-türkischen Ehe von ihren Eltern immer auch bei der türkischen Botschaft registriert werden müssen, damit sie offiziell türkische Staatsbürger sind. Viele Eltern vergessen dies, was immer wieder zu Problemen führt.
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