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1. April 2011



Trinkwasser holen mit dem Buschtaxi

Hünfeld
Pfarrer Michel Mvomo aus Kamerun hat Schülern der Klasse zehn der Hünfelder Wigbertschule über das Leben in seinem Heimatland Kamerun und seine Hilfesaktionen für Kinder und Jugendliche berichtet.

Wie kann man Ihnen helfen? Wie schlimm ist die Aids-Problematik in Afrika? Wie kamen Sie dazu, diese Arbeit machen zu wollen? Das sind nur ein paar der vielen Fragen, die die Zehntklässler an Pfarrer Michel hatten.

Nach Abschluss seiner Doktorarbeit an der theologischen Fakultät in Fulda über das Thema „Pastoral in Afrika“ war Pfarrer Michel Mvomo im Herbst nach Kamerun zurückgekehrt, um dort die alte deutsche Missionsstation von Minlabe wieder zu beleben. Anlässlich der Promotionsfeier kehrte er für ein paar Wochen nach Fulda zurück. Unter anderem erzählte er den Wigbertschülern von seiner Arbeit mit Waisen- und Straßenkindern und seiner Tätigkeit als katholischer Priester in Kamerun.

Messe dauert sechs Stunden

Kamerun gehört heute zu den ärmsten Ländern der Welt, macht der Pfarrer deutlich. Die Not, insbesondere der Kinder, sei daher immens. Um den Straßenkindern eine Perspektive zu geben, hat Pfarrer Michel die Adolph-Kolping-Handwerker-Schule gegründet. Hier können Kinder, denen sonst niemand eine Chance gibt, ein Handwerk lernen – zum Beispiel Bäcker, Schreiner, Maurer, Näherin. Um auch denjenigen helfen zu können, deren Eltern sich nicht mehr um sie kümmern können (die Zahl der Aids-Opfer ist groß in Kamerun), hat der Pfarrer mit einem italienischen Orden ein Waisenhaus gegründet.

In Minlabe, der ehemaligen deutschen Missionsstation, stehen noch die Ruinen der Gebäude, die deutsche Palottiner zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet hatten. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mussten die Palottiner gehen. Pfarrer Michel bewohnt nun allein diese Station, der nächste Ort ist vier Kilometer entfernt – und doch kommen jeden Sonntag hunderte Gemeindemitglieder, um die Messe zu feiern. „Das dauert dann fünf oder sechs Stunden. Wenn ich nur zwei Stunden Messe halte, denken die Leute, der Pfarrer ist krank“, berichtet Pfarrer Michel mit einem Schmunzeln. Seine Gemeinde umfasst mehrere Filialen, die bis zu 35 Kilometer entfernt liegen.

Ein besonderes Problem in Minlabe ist die Wasserversorgung. Trinkwasser muss mit dem Buschtaxi – einem überfüllten Auto – aus der Stadt transportiert werden, Wasser zum Waschen und Kochen wird in Kanistern über etliche Kilometer auf den Köpfen geholt. Der Pfarrer hofft, in Minlabe mit Spendengeldern aus Deutschland einen Brunnen bauen zu können, um so die Wasserversorgung der Menschen zu sichern.

Der minutenlange Applaus zeigte, wie sehr die Schüler von Pfarrer Michel beeindruckt waren. 


ic



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