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30. Januar 2012



VR-Bank NordRhön beging mit Festakt ihr 150. Jubiläum

Von Alexander Gies

Hünfeld
Mit 320 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat die VR-Bank NordRhön am Montagabend in der Stadthalle Kolpinghaus Hünfeld ihr 150. Jubiläum gefeiert.

Klug gewählt vom Männergesangverein Hünfeld war bereits eines der Begrüßungslieder der gut zweistündigen Veranstaltung: „Die kleine Kneipe“, in der keiner fragt, was man hat oder ist, spiegelte treffend die Philosophie des Bankhauses als einer solidarischen Gemeinschaft wieder, in der moderne Finanzeskapaden, wie sie zur jüngsten Bankenkrise geführt haben, keinen Platz haben sollen.

Darauf wiesen alle neun Redner des Abends hin, darunter auch der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Uwe Fröhlich. Er pries in seinem Festvortrag das genossenschaftliche Bankensystem als eine Antwort auf die vielen kritischen Fragen an, die nun gestellt würden: „Bei uns geht es nämlich nicht um die nackte Rendite, sondern um Dienstleistung, um Solidarität im gut verstandenen Sinne.“

Mit Blick auf den Schuldenerlass für Griechenland sagte er: „Ein Verzicht, wie er jetzt diskutiert wird, reicht in keiner Weise, das Land von der heißen Herdplatte zu ziehen.“ Ein geordneter Schuldenschnitt für Staat und Private, der sicherlich auch die genossenschaftlichen Banken träfe, sei vielleicht die ehrlichste Antwort. Aber danach müssten harte, verbindliche Schuldenregeln für alle Staaten geschaffen werden, „sonst funktioniert’s nicht“, so Fröhlich.

Kritisch äußerte er sich über die verschärften Eigenkapitalbedingungen, die besonders kleine, an der Krise völlig unschuldige Banken träfen. Denn wer Kredite für den Mittelstand vergebe, der müsse viel mehr Eigenkapital vorweisen als derjenige, der griechische Staatsanleihen kaufe: Denn dafür sei gar kein Eigenkapital als Deckung notwendig, sagte Fröhlich.

Applaus für Alfred Etzel

Vorstandssprecher Alfred Etzel ist das Gesicht der Bank und hat es in den zurückliegenden Jahren konsequent und mit Leidenschaft im Geist der Genossenschaftsidee geführt. Dem 58-Jährigen galt am Montag der spontane und herzliche Applaus der Gäste, als Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel (CDU) besonders seine Verdienste hervorhob. Etzel beschwor genau auf den Tag genau 150 Jahre nach der Gründung des damaligen Vorschuss-Vereins Tugenden wie ein respektvolles Miteinander, kreative Lösungen und mutige Entscheidungen. Wichtig sei ihm, mehr zu bieten als Geld und Zinsen, sondern aufrichtig für das Wohlergehen der Menschen in der Region zu arbeiten. Er schloss seine Worte mit dem Geständnis: „Ich bin stolz, in dieser Bank zu arbeiten.“

Landrat Bernd Woide (CDU) würdigte das Geldinstitut als „systemrelevante Bank für unsere Region“. Fennel sprach von einer attraktiven und zukunftsfähigen regionalen Bank, der es nicht „in erster Linie um den Profit der Aktionäre, sondern um das Allgemeininteresse geht“. IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck gratulierte für die regionale Wirtschaft und würdigte die Bank als „einen wahrhaft sicheren Anker“, die dafür stehe, dass es keine Kreditklemme für die Firmen gegeben habe. „Wir stehen zusammen, weil wir uns kennen“, hob er hervor.

Weitere Grußworte sprachen Direktor Edgar Schneider vom Genossenschaftsverband Frankfurt, der Bürgermeister von Dermbach, Thomas Hugk, Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Vogt und Georg Volta von der Föhr-Amrumer Bank, der Partnerbank der Hünfelder. Er erfreute die Gäste mit einer Rede auf nordfriesisch, die er gottlob auch gleich übersetzte. Die Moderation lag in den Händen von Katja Momberg (Kassel).

Nach dem offiziellen Festakt ließen sich die Gäste ein leckeres Menü mit Terrine von der Barbarie-Ente, einer Consommé vom Tafelspitz, in Rotwein geschmorter Kalbskeule mit Wirsing und Kartoffelkrapfen sowie Variationen dunkler Schokolade munden. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Männergesangverein Hünfeld (Leitung Vladimir Langenstein), das Hünfelder Kammerorchester an der Wigbertschule (Leitung Thomas Nüdling) und das Salonorchester Hofberg, Hünfeld (Leitung Harald Halsch).



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