Von Mai bis August 34 kostenlose Führungen im Kegelspiel
Von Alexander Gies
Hünfeld
Waren Sie schon mal in der Hünfelder Unterwelt, kennen Sie die wunderschöne Bauernmalerei in Odensachsen oder den unterirdischen Eselsstall in Haselstein?
Wenn nicht, dann könnte eine oder mehrere der 34 Führungen interessant sein, die von Anfang Mai bis Ende August im Hessischen Kegelspiel stattfinden – alle kostenlos. „Das Kegelspiel entdecken“ heißt eine neue Reihe mit interessanten Einblicken in unsere Heimat, die von der Touristischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) Hessisches Kegelspiel organisiert und von unserer Zeitung präsentiert wird. Das Ziel, das die TAG-Geschäftsführerin Sandra Herz verfolgt, ist klar: Die Gästeführungen sowohl bei Einheimischen als auch Touristen bekannter machen. Schon jetzt werden mehr als die Hälfte der Führungen von Einheimischen gebucht, sagt Helmut Käsmann, bis voriges Jahr für den Fremdenverkehrsverein Hessisches Kegelspiel zuständig. Gerade bei Familienfeierlichkeiten wie einem Runden Geburtstag oder dem sprichwörtlichen Cousinentreffen werden die Dienste der Stadtführer gerne in Anspruch genommen. „Denn auch und gerade derjenige, der hier schon lange wohnt, erfährt dabei viel Neues“, hat Käsmann beobachtet.
Die TAG, die seit Oktober in ihrer neuen Form auftritt, umfasst die Kommunen Eiterfeld, Rasdorf, Nüsttal, Burghaun und Hünfeld sowie die Stadt Geisa und die Gemeinde Haunetal, die früher zum Altkreis, aber auch heute (zumindest zum Teil) immer noch zum Kegelspiel gehört. In diesen Kommunen werden in den nächsten vier Monaten 34 Führungen angeboten, für die man sich – bis auf eine – nicht anmelden muss. Das erlaubt es, spontan zu sein.
Lohnend ist es auf jeden Fall: So geht es Anfang Juni nachts durch die schön Stadt Geisa. Geführt wird die Gruppe von einem Nachtwächter. Ein paar Tage später leben die Märchenfiguren am Haselsee in Hünfeld auf – passend zum Kinderaktionstag, der am selben Tag stattfindet. Überhaupt wurde darauf geachtet, dass die Führungen mit Veranstaltungen zusammenfallen, sofern sich das anbietet: So zum Dorfjubiläum in Burghaun oder zum Muttertag.
In Burghaun kann man beispielsweise jüdischen Spuren folgen und in Hünfeld sich in Rhöner Mundart Neues über die Haunestadt erklären lassen. In Buchenau gibt es Ausflüge zu den herrlichen Schlössern und in Haselstein einen tollen Rundumblick von der Burgruine. An Rollstuhlfahrer ist gedacht, wenn Anfang August eine barrierefreie Gästeführung durch den Stiftsbezirk in Hünfeld angeboten wird. Alle Führungen im Überblick gibt es im Internet und rechtzeitig vor den Terminen auch bei uns in der Zeitung. Werden noch detaillierte Informationen zu den einzelnen Führungen gewünscht, wird man fündig unter Telefon (0 66 52) 180-195.
Die Entwicklung der Übernachtungszahlen im Hessischen Kegelspiel hat in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung genommen: Waren es vor fünf Jahren noch etwa 45 000 bis 48 000, so sind es heute – mit Haunetal und Geisa – weit über 100 000. Gründe dafür sind unter anderem das Konrad-Zuse-Hotel, der Campingplatz in der Praforst oder der Wohnmobilstellplatz im Haselgrund in Hünfeld.
Führungen im Mai:
Die Geschichte der Burg Hauneck. Am Samstag, 5. Mai, um 14 Uhr. Treffen an der Villa Phantasia in Oberstoppel. Victor Sabo versetzt die Teilnehmer in das Zeitalter des Rittertums und erzählt viel Wissenswertes über die Ritter von Hune und den Burgenbau. Den atemberaubenden Ausblick gibt es gratis dazu.
1000 Jahre Odensachsen Sonntag, 6. Mai, um 14 Uhr. Treffen vor der Kirche. Victor Sabo zeigt schöne Beispiele für Bauernmalerei und führt durch eine der schönsten Kirchen Hessens. Dort gibt es nicht nur einen Marienaltar, sondern auch das älteste Bild im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.
Wie ist das Hessische Kegelspiel entstanden? Am Samstag, 12. Mai, um 14 Uhr. Treffen am Anger in Rasdorf. Christina Weller klärt im Landschaftsinformationszentrum die Entstehungsgeschichte des Kegelspiels.
Rasdorfer Sehenswürdigkeiten. An den Sonntagen, 13. und 27. Mai, jeweils um 14 Uhr. Treffen am Anger. Gabriele Hohmann erläutert Wissenswertes zu Wehrkirche, Wehrfriedhof, Deutschlands größtem Anger und noch viel mehr …
Hünfelder Stadtgeschichte(n) mit Konrad-Zuse Museum. Am Sonntag, 20. Mai, um 14 Uhr. Treffen im Stiftsbezirk in Hünfeld. Mariola Kubiak klärt auf über die Geschichte von den Gaalbern auf, stellt nicht nur den Computerpionier Konrad Zuse vor, sondern auch Hünfeld – und zwar von einer ganz anderen Seite.
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