Waschbären werden zur Plage
bh
Schlotzau
Im Grunde sind Waschbären mit ihren Knopfaugen putzige Tiere. Da sie sich aber stark vermehren, bezeichnet sie mancher Haus- und Gartenbesitzer als Plage. Auch Landwirte, Naturschützer und Jäger sind nicht gut auf sie zu sprechen.
Laut Kreisjagdberater Jürgen Manns aus Burghaun sind die Wildtiere – weil sehr anpassungsfähig – flächendeckend auch im Landkreis Fulda zu finden. In Schlotzau beispielsweise schleppen die „Langfinger“ schon mal Stiefel davon, knacken Nüsse unterm Walnussbaum, reißen Silofolien auf und richten Schäden unter Hausvordächern an.
Die Pelztiere sind dämmerungs- und nachtaktiv, wodurch sie nicht leicht zu jagen sind, merkt Manns an. Außer dem im Eiterfelder Raum und im Ulstertal noch vorkommenden Uhu sowie dem Menschen hätten Waschbären keine natürlichen Feinde. Im Durchschnitt bringe ein Waschbärpärchen jährlich drei Junge zur Welt.
Auch der frühere Forstbeamte Klaus Wolff aus Hünhan weiß von einem Überhang der Waschbären, die vor allem Boden- und Höhlenbrütern durch Eier- und Jungvögelraub in den Nestern zusetzen. Dort, wo man weiß auf welchen Bäumen der Rotmilan brütet, nimmt man Schutzmaßnahmen vor, erklärt Martin Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte. Der Allesfresser Waschbär, verdeutlicht Jürgen Manns, nehme als Nahrung unter anderem Mais, Obst, Abfall, Katzen- und Hundefutter, Fische, Mäuse, Ratten und Würmer zu sich. Deshalb sollten Bio-Mülltonnen nicht im Freien stehen gelassen und Kompostanlagen abgedeckt werden. Von einem „Anfüttern“ der Tiere, weil sie so nett aussehen, sei grundsätzlich abzuraten.
Manns belegt eine zunehmende Population der Waschbären im Kreis Fulda anhand von Streckenmeldungen. Auf 285 Tiere hatte man 1956 den Bestand in Deutschland geschätzt. 2011 gab es 530 Tiere allein im Landkreis Fulda.
Leser-Kommentare ( 1 )
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Jackson (261) | 26. October 2012;26.10.2012;1351239006 --> 26 Oktober 2012
und wieder mal eine tierische Plage
wer hat denn die natürlichen Feinde ausgemerzt? Ich bin dafür alles Wildlebende zu beseitigen und dann ist Ruhe. Keine geklauten Gummistiefel mehr, keiner der den Bauern die Ernte anknabbert … Dann gibt´s aber auch keine Entschädigungszahlungen mehr. Dafür können wir dann mehr „Lebensmittel“ in Biogasanlagen einbringen. Damit wir Strom haben um uns DVDs von Tieren anzuschauen die es wohl mal irgendwann gegeben hat. Sehr überzogen, ich weiß, aber diese Respektlosigkeit nervt mich einfach nur noch








