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1. November 2010



Wigbert-Schüler untersuchen eigenes Erbgut

Hünfeld
In einem großen Truck wurden kleinste Zellen untersucht: Das BioTechnikum, ein mobiles Labor, bot Schülern des Wigbert-Gymnasiums die Möglichkeit, einen genetischen Fingerabdruck aus der eigenen DNA zu erzeugen.

Es hatte schon etwas Mystisches, etwas von CSI und Co., als die vielen jungen Menschen in weißen Kitteln mit Wattestäbchen und Mikropipette zu Werk gingen. Ihr Ziel: Einen genetische Fingerabdruck aus der eigenen DNA zu erzeugen. Schauplatz des filmreifen Szenarios war gestern Vormittag der Bio Technikum-Truck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf dem Schulhof des Wigbert-Gymnasiums. 28 Schüler bekamen in einem Spezialpraktikum die Möglichkeit, mit dem eigenen Erbgut zu arbeiten. „Wir haben drei Jahre warten müssen, bis der Truck zu uns an die Schule gekommen ist“, sagte Edeltraud Filip, Leiterin des Fachbereiches Biologie am Wigbert-Gymnasium. Die Nachfrage sei riesig gewesen, ergänzte sie. Nach klaren Anweisungen – Essen, Trinken, Rauchen und Kosmetik sind im Truck tabu – starten die Schüler in Zweier- bis Dreier-Gruppen unter Anleitung von Dr. Niklas Nold, projektbegleitender Wissenschaftler von Bio Technikum, ihre „kriminologische Arbeit“: Zunächst geht es darum, Zellen der Mundschleimhaut mithilfe eines Wattestäbchens zu gewinnen. Daraus wird in mehreren Schritten die Erbgutinformation isoliert und schließlich in der sogenannten „Polymerase-Kettenreaktion“ vermehrt. Dabei werden nur die Abschnitte der DNA genutzt, die für den genetischen Fingerabdruck wichtig sind. Sobald der DNA-Abschnitt ausreichend vervielfältigt ist, kann die Struktur mit einer anderen Struktur verglichen werden. Im Fall eines Mordes, könnte die Übereinstimmung zur Identifizierung des Täters führen.

Einblicke in die Laborarbeit

Für die Teilnehmer des Biologie-Leistungskurses ist die Veranstaltung eine willkommene Abwechslung. „Die Theorie aus dem Unterricht kann man nun viel besser nachvollziehen“, finden die Schülerinnen Lisa Eder und Lara Häuser. Christina Dernbach fühlt sich nach den praktischen Übungen nun besser für die Abiturprüfung vorbereitet. Auch Sarah Sauer gefällt es, Einblicke in die Laborarbeit zu bekommen. „Schüler und Lehrer sind meist gleichermaßen vom Truck gegeistert“, erzählt Dr. Katrin Silbermann vom Biotechnikum-Team. Schulen und Universitäten könnten diese Technik selten bieten, ergänzt die Diplom-Biologin. „Uns geht es darum, den Schülern zu zeigen, wie die Arbeit im Labor funktioniert“, betont Team-Kollege Nold. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in Deutschland im Bereich Bio-Technologie sei es wichtig, das Interesse junger Menschen zu wecken. „In Hessen sind wir bislang am häufigsten unterwegs gewesen und immer auf eine sehr gute Resonanz gestoßen“, so Nold. Und auch diesmal hätten die Schüler viel Engagement gezeigt, resümierte der Diplom-Biologie. Neben praktischen Übungen können die Schüler Info-Filme zum Thema Pflanzenbiotechnologie schauen. Denn mit seinen 100 Quadratmetern ist der Truck Labor, multimediale Ausstellung und Kino in einem. Am Ende gibt es einen kleinen Wettbewerb der etwas anderen Art: Es wurde ausgewertet, wer am meisten DNA aus der Mundschleimhaut isoliert hat. Den Gaunern in diesem Land sei noch gesagt: Vorsicht – neue Experten sind am Start

Von unserem Redaktionsmitglied
Anica Ebeling



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