„Blauröcke“ nehmen den Dienst wieder auf
Von Fritz Christ
Bellings
Die Problematik um den Bau eines Feuerwehrhauses in Bellings geht weiter. Kurzfristig ist es zwar zu einer Entscheidung gekommen, die einen baldigen Baubeginn erwarten lässt, langfristig sind jedoch juristische Auseinandersetzungen zu erwarten. Unterdessen hat die Feuerwehr Bellings ihren Dienst wieder aufgenommen.
Vor wenigen Tagen fand ein Treffen aller Beteiligten im Feuerwehrhaus in Bellings mit Bürgermeister Walter Strauch (SPD) statt. Zentraler Punkt der Unterredung war es, eine Lösung für die Problematik um einen Neubau des Hauses zu finden.
Neben Vertretern der betroffenen Bellingser Feuerwehr sowie des Sportvereins nahmen auch Kreisbrandinspektor Markus Busanni, Stadtbrandinspektor Dietmar Berthold, der Bellingser Ortsvorsteher Manuel Dura sowie der beauftragte Architekt Alfred Goltz an der Versammlung teil.
Zur Vorgeschichte: In einer beispiellosen Aktion hatte die Feuerwehr Bellings kürzlich auf sich aufmerksam gemacht. Wie berichtet, hatte die Wehr ihr Einsatzfahrzeug am Rathaus abgestellt und gegenüber dem Bürgermeister ihren Dienst quittiert. Hauptkritikpunkt der Wehrverantwortlichen ist, dass nach langjährigen verschiedenen Planungen der Bau eines neuen Hauses immer wieder hin-ausgezögert worden sei. Die Wehr weist auf die bestehenden Sicherheitsmängel im alten Feuerwehrhaus hin.
In dem jüngsten gemeinsamen Gespräch betonte Bürgermeister Strauch erneut, dass der vor zwei Jahren gefundene Standortkompromiss, im vorderen Bereich des Sportplatzgeländes gegenüber des Pflegeheims, aus Kostengründen nicht aufrecht erhalten werden könne. Die kommunale Finanzaufsicht habe dem nicht zugestimmt.
Als letzte Standortoption bleibe laut Strauch nur das städtische Gelände neben dem Eingangsbereich zum Sportgelände. Der Sportbetrieb werde dadurch nicht beeinträchtigt. Es soll eine Fahrzeughalle mit zwei Boxen, Umkleideräumen, Werkstatt und sanitären Anlagen gebaut werden. Der Standort habe zudem den Vorteil, die vorhandene Infrastruktur zu nutzen. Auch der vorhandene Schulungsraum könne weiter genutzt werden.
Strauch sei daran gelegen, endlich einen Schlussstrich unter die jahrelangen Standortdiskussionen zu ziehen und zu einer Realisierung des Projektes zu kommen: „In der nächsten Woche wird der Bauantrag gestellt“, sagte der Bürgermeister.
„Uns bleibt letztendlich keine andere Wahl, als diese Lösung zu akzeptieren“, sagt der Bellingser Wehrführer Andreas Uffelmann, auch wenn man sich eine andere Lösung gewünscht hätte. Die Wehrverantwortlichen erkennen laut Uffelmann an, dass der Bürgermeister nun eine Vorleistung erbracht habe, und erbringen deshalb jetzt eine Gegenleistung: Gestern übergaben sie im Rathaus ein Schreiben, worin sie die Wiederaufnahme ihres Brandschutzdienstes erklären. Darin heißt es, dies erfolge trotz widriger Bedingungen aus der Sorge um die Sicherheit und den Brandschutz der Bellingser Bevölkerung. Die Bereitschaft sei jedoch befristet und an einen Baubeginn nach den Sommerferien geknüpft.
„Sorge um die Bevölkerung“
Überhaupt nicht einverstanden mit dem Standort für den Neubau des Feuerwehrhauses ist der Bellingser Fußballclub. „Wir wollen nicht, dass neben dem Sportplatzeingang gebaut wird“, erklärt Vorsitzender Frank Weigand wegen zu erwartender Beeinträchtigungen des Spielbetriebs. Der Fußballclub beruft sich auf eine Nutzungsvereinbarung aus dem Jahr 1974, wonach Veränderungen auf dem Sportgelände der Zustimmung des Vereins bedürfen. Daher behalte man sich juristische Schritte vor und erwäge die Erwirkung einer einstweiligen Verfügung gegen den Baubeginn. Enttäuscht zeigt sich der Bürgermeister über das Verhalten des Vereins. „Die Stadt Steinau hat erhebliche Mittel in die Sportanlage in Bellings investiert. Im vergangenen Jahr erfolgte noch eine komplette energetische Sanierung des Clubhauses – dies ist nun der Dank dafür“.
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