„Geschichten aus 1001 Nacht“ im Brückencafé
KN
Schlüchtern
Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr trafen sich im Evangelischen Gemeindezentrum Schlüchtern im Rahmen der vom „Brückencafé“ initiierten Reihe „Geschichten aus 1001 Topf“ an interkulturellem-kulinarischem Austausch interessierte Menschen.
Die Gäste lauschten im vollbesetzten Saal in einer Gesprächsrunde den mit den Kochrezepten verbundenen Geschichten aus fremden Ländern und genossen die im Laufe des Nachmittags zubereiteten Leckerbissen. Vom Hof Reith waren auch Bewohner gekommen, die zugleich Teilnehmer des vom Brückencafé veranstalteten „Deutschunterricht für nicht anspruchsberechtigte Migranten“ sind.
Die Köchinnen und Topfgeschichten-Erzählerinnen kommen aus Serbien, Thailand, der Türkei und Deutschland. Dana kam bereits Ende der Sechziger Jahre in einer Gastarbeiterfamilie aus Serbien im damaligen Jugoslawien nach Deutschland. Sie heiratete hier, wohnt im Hinkelhof, und versorgt seitdem so manche Feier mit köstlichen Gerichten. Für das Treffen hatte sie ein reichhaltiges Reisgericht mit Gemüse vorbereitet.
Mon ist aufgewachsen in der Nähe der kambodschanischen Grenze in Thailand wohnt seit zehn Jahren mit ihrer Familie in Herolz. Sie erzählte, dass sie, fast wie ein „Catering-Service“, bis zu 100 Personen bei Feierlichkeiten mit thailändischen Gerichten versorgen kann. Für die Gäste hatte sie am Nachmittag die auch bei uns in vielen Variationen verbreiteten Frühlingsrollen in mühevoller Detailarbeit vorbereitet. Karin Zerber wohnt im „Rudolf-Pabst-Haus“ in Schlüchtern und trug an diesem Tag zum interkulinarischen Austausch eine deutsche Kartoffelcremesuppe bei. Sie war bereits das zweite Mal dabei. Es machte ihr großen Spaß, vor allem Nicht-Deutschen heimische Gerichte zu präsentieren.
Fatima Simsek, beruflich Integrations-Lotsin im Kreis, erläuterte die vielen türkischen Gerichte, die Frauen aus einem vom Brückencafé durchgeführten Deutschkurs für türkische Frauen frisch zubereitet haben. Darunter waren beispielsweise die auch bei uns bekannten Weinblätter. Sie unterstrich nachdrücklich die Bedeutung der Erlernung der deutschen Sprache für ihre Landsleute, um in Deutschland zurechtzukommen. Hier sei zu viel Zeit ins Land gegangen, bevor es mit dem Sprachangebot besser geworden sei. Das nächste Brücken Café findet am 14. September statt. Der Ansturm auf das internationale Buffet war riesig und die sich anschließenden Gespräche fanden in einer freundschaftlichen Atmosphäre statt.
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