„Radweg bringt Vorteile für Tourismus“
md
Altengronau
Die Reaktivierung der Sinntalbahn oder die alternative Nutzung der Trasse als Radweg war Thema bei der Altengronauer Ortsbeiratssitzung.
Nach Zeitungsmeldungen über die Reaktivierung der Bahnlinie Jossa-Wildflecken setzte Ortsvorsteher Eugen Schüßler das Thema auf die Agenda der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Laut Schüßler setzt sich die Interessengemeinschaft Sinntal-Kreuzbergbahn für das Projekt ein. Initiator sei Hermann Bulheller von Pro Bahn, der von der Verwirklichung der Reaktivierung der Bahnlinie ausgeht. Es fehle lediglich „noch etwas Geld“, weitere freiwillige Helfer und eine Weiche am Jossaer Bahnhof. Letztere existiere noch, wusste ein Bürger während der Ortsbeiratssitzung.
Nach Schüßlers Recherchen sehe der Plan vor, dass die Deutsche Bahn die jetzige Strecke an die Rhein Sieg Eisenbahn (RSE) verpachten soll, die dann für die Instandhaltung verantwortlich sei. Die RSE verpachte dann die Strecke an die IG Sinntal-Kreuzbergbahn weiter. Der verantwortliche RSE-Leiter Daniel Preis gehe von einer Instandsetzung innerhalb von zwei Jahren aus. Der Sprecher der IG Sinntal-Kreuzbergbahn, Herrmann Bulheller, plane Informationsveranstaltungen in Altengronau und Zeitlofs. Nach Informationen von Regierungsdirektor Heiko Brückner, Würzburg, lasse die Regierung von Unterfranken das Planfeststellungsverfahren Rückbau der Bahnstrecke Jossa-Wildflecken seit dem 13. März ruhen. Das Projekt Sinntalbahn behindere deshalb auch die Erneuerung der Landesstraße Rupboden – Bad Brückenau, weil die Trassenführung der Straße noch nicht klar ist.
Nutzung als Rettungsweg
Wie Schüßler ausführte, müsse die IG Sinntal-Kreuzbergbahn bis Ende September ein Konzept zur Bahnnutzung vorlegen, ansonsten werde das ruhende Planfeststellungsverfahren aufgehoben. Danach erfolge eine Entwidmung der Strecke, und man könne den Grund von der Bahn erwerben. Die CDU-Fraktion hatte in der jüngsten Sitzung der Sinntaler Gemeindevertretung einen Antrag eingebracht, der die Anlage eines Radweges auf der einstigen Bahnstrecke in der Gemarkung von Altengronau vorsieht.
Der Ortsvorsteher meinte, dass ein Radweg für den Tourismus Vorteile bringen würde. Schüßler hob die Nutzung eines hochliegenden Radweges als Rettungsweg bei Hochwasser der Sinn hervor. In der Diskussion zweifelten Ortsbeiratsmitglieder die Rentabilität einer Sinntal-Bahnstrecke an. Nach Informationen der Interessengemeinschaft Sinntal-Kreuzbergbahn würde man mit sechs bis acht Fahrten pro Woche kostendeckend arbeiten, erläuterte Schüßler. Der Ortsbeirat geht davon aus, dass keine Bahn mehr durch den Sinntaler Ortsteil fahren wird.
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