„Rock am Hinkelhof“ fand zum zehnten Mal statt
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Hinkelhof
Bereits zum zehnten Mal fand das Open-Air-Festival „Rock am Hinkelhof“ statt – auch in diesemJahr auf der Streuobstwiese der Kolbs.
„Man muss diese Art Musik mögen“, antwortete ein junger Gast mit einem Achselzucken beim „Rock am Hinkelhof“ auf die Frage, wie es denn gefällt. Grenzenlos ist bekanntlich die Sprache der Musik, man muss sie nicht verstehen. Das Erleben verbindet.
Am vergangenen Samstagabend stieg zum zehnten Mal das Open-Air-Event „Rock am Hinkelhof“. Und den meisten Besuchern gefiel, was auf der Terrassen-Bühne akustisch und optisch abging. Junge Nachwuchsmusiker stehen auf den Brettern und beschallen den Steckelberger Wald. Es sind spezielle Stücke, meist Eigenkompositionen, die man auf die Ohren bekommt. Provokant und ignorant in der Ausführung verlangt das Akzeptieren der lauten Klangfülle ein gewisses Maß an Toleranz. Starke Texte – politisch, kritisch, alternativ – werden in die Welt geschrien, aber nicht alles ist hörenswert. Die allgemein übliche Harmonie von Melodie und Text entwickelt sich oft zu einem gegenseitigen Kampf. Brüllender Gesang, Disharmonien durch eine quälende Bearbeitung der Gitarrenseiten, verzerrt durch Elektronic Sound Effekte und gepaart mit erbarmungslos geschlagenen Drumrhythmen – hingabevoll werden die Gigs zelebriert. Zur Freude der Rockfreunde, die gerne nach Hinkelhof kommen.
Die Band „The Sick Rats“ lädt seit einem Jahrzehnt zu sich nach Hause ein. Auf die Streuobstwiese der Familie Kolb – und böse Zungen lästern, dass die Boskop-Äpfel durch die Musik ihre Säure bekämen. Das Festival-Programm begann mit der Hinkelhofer Punk-Rock-Band „Sweet and Sexy“. Martin Loder singt Lieder über Drogen, Jesus, Sex und Schnitzel. Die Bands „The Shaved“, „Turbojoghurt“, „Thunder Bitch“, „Fighting the Gravity“ und natürlich die hausherrlichen „The Sick Rats“ gaben sich nonstopp die Verstärkerkabel in die Hand, um in Stilen wie Punk-, Hard-, Indie-, Südstaaten- oder Deutschrock zu musizieren. Ohne Strom kamen die Blechbrassers aus, die Special-Guest-Formation bei dem Rock-Festival, die angewandte Blechmusik für alle Lebenslagen spielt. Mit extravagant geblasener Kontrastmusik, auch mal laut und schräg, berührten sie die Zuhörer. Stilecht erklang der „Fliegermarsch“ in Nebelschwaden, auf die „Vögelliesel“ wagten zwei Mädels schier in Extase ein Rasentänzchen.
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