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17. August 2012



Bei Unfällen hilft oft nur schweres Gerät

Hintersteinau
Dass Feuerwehrdienst mehr bedeutet als nur Brände zu löschen, ist hinlänglich bekannt. Immer wieder werden die Wehrleute zu den unterschiedlichsten Einsätzen alarmiert. Hierzu zählen insbesondere auch Verkehrsunfälle und verschiedene technische Hilfeleistungen.

Es ist ein Szenario, das sich täglich irgendwo auf der Straße ereignet: Ein Fahrzeug ist schwer verunglückt und die Insassen sind in dem demolierten Gefährt eingeklemmt. Jetzt ist die fachmännische Hilfe der Feuerwehr gefragt.
 Um für solche Vorkommnisse gewappnet zu sein, sind bestimmte Feuerwehren mit Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugen mit einem hydraulischen Hilfeleistungssatz ausgestattet. Insbesondere zählt hierzu die Rettungsschere. Die Ausrüstung der einzelnen Feuerwehren mit diesen lebensrettenden Gerätschaften ist flächendeckend so geregelt, dass die gesetzlich vorgeschriebene Hilfeleistungsfrist von zehn Minuten eingehalten werden kann.

  Eine dieser Feuerwehren ist aus geografischen Gründen die Wehr Hintersteinau, weil die Innenstadtwehr zu weit entfernt ist. Im vergangenen Jahr wurde in Hintersteinau ein neues Löschfahrzeug in Dienst gestellt, welches mit einem solchen Hilfeleistungssatz ausgestattet ist. „Es ist ein modernes Löschfahrzeug, das den heutigen technischen Anforderungen entspricht. Es ist kein rotes Spielzeug für die Feuerwehr, sondern es dient der Sicherheit der Bürger. Diese erwarten im Ernstfall qualifizierte Hilfe, auch wenn jeder Feuerwehr-mann und -frau diese Hilfe freiwillig und ehrenamtlich leistet“, betont der Steinauer Stadtbrandinspektor Dietmar Berthold.

Das neue Fahrzeug bedeute zugleich eine große Heraus-forderung für die Feuerwehrleute. Denn jeder müsse mit den Gerätschaften vertraut sein, um im Einsatzfall schnelle und effektive Hilfe leisten zu können. So hat bei der Hintersteinauer Wehr die Ausbildung einen großen Stellenwert, insbesondere auch in der technischen Unfallhilfe. Zudem gebe es laut Berthold an der Landesfeuerwehrschule in Kassel spezielle Lehrgänge. Auch der Kreisfeuerwehrverband biete entsprechende Seminare an. Nun ging in Hintersteinau erneut ein Aufsehen erregendes Szenario während einer Ausbildungseinheit in der technischen Hilfeleistung mit einem gestellten Verkehrunfall über die Bühne. Zwei demolierte Fahrzeuge lagen übereinander und Personen galten als eingeklemmt.

Beim Airbag erst an die Batterie denken

Nach Worten von Wehrführer André Möller sei es wichtig, den Umgang mit den hydraulischen Rettungsgeräten regelmäßig zu üben. Für die Einheitsführer Mario Koch und Rüdiger Ihlau galt es zunächst, die Einsatzstelle zu erkunden. Derweil wurden von den Einsatzkräften alle erforderlichen Gerätschaften bereitgestellt. Zunächst ging es darum, die verunglückten Fahrzeuge mit speziellen Gerätschaften zu sichern. Danach kamen die hydraulischen Gerätschaften zum Einsatz, um sich Zugang in das Fahrzeuginnere zu verschaffen und eingeklemmte Personen zu erreichen.

Mit der Rettungsschere werden Blechteile durchtrennt, mit dem Spreizer werden Türen aufgebrochen und mit den Rettungszylindern werden Fahrzeugteile auseinander gedrückt. Für die Helfer, insbesondere auch für die jungen weiblichen Einsatzkräfte, bedeutet der Umgang mit den rund 20 Kilogramm schweren hydraulischen Geräten Schwerstarbeit. Eine besondere Gefahr für die Wehrleute besteht bei solchen Einsätzen durch sich selbsttätig auslösende Airbags. Es sei wichtig, so Stadtbrandinspektor Berthold, dabei stets die Autobatterie abzuklemmen.


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