Bergwinkel und Blaues Eck nutzen Behördennummer 115 nicht
Schlüchtern
Die Notfallnummern 110 und 112 lassen sich leicht merken und haben sich eingeprägt. Wenn es nach dem Innenministerium geht, soll das bald auch mit der Rufnummer 115 der Fall sein. Fragen an Behörden sollen da beantwortet werden.
„D 115 befindet sich im Aufbau. Ihre Region ist derzeit noch nicht angebunden. Bitte wenden sie sich direkt an die gewünschte Behörde“, raunt eine Stimme aus dem Telefonhörer, wenn man aus Schlüchtern oder Sinntal die Rufnummer 115 wählt. Eigentlich sollen unter dieser Nummer reale Behördenmitarbeiter Auskünfte erteilen. Noch allerdings meldet sich die Stimme vom Band. Wenn es nach dem Main-Kinzig-Kreis geht, bleibt das auch so – wenngleich die 115 bis zum Jahr 2013 in Hessen flächendeckend erreichbar sein soll.
„Wir sehen keinen Bedarf, uns daran zu beteiligen“, sagt Andrea Sandow von der Kreispressestelle – und verweist darauf, dass der Kreis bereits ein Bürgerportal unterhält. Das ist unter der Festnetzrufnummer (06051) 850 erreichbar und erfordert keine weitere kostenpflichtige Rufnummer.
Zielvorgaben
Die Behördenrufnummer 115 soll montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar sein.
75 Prozent der 115-Anrufe sollen binnen 30 Sekunden von einem Mitarbeiter angenommen werden.
65 Prozent der 115-Anrufe sollen beim ersten Kontakt beantwortet werden.
Weitergeleitete Anfragen sollen innerhalb von 24 Stunden per Mail, Fax oder Rückruf beantwortet werden. / au
75 Prozent der 115-Anrufe sollen binnen 30 Sekunden von einem Mitarbeiter angenommen werden.
65 Prozent der 115-Anrufe sollen beim ersten Kontakt beantwortet werden.
Weitergeleitete Anfragen sollen innerhalb von 24 Stunden per Mail, Fax oder Rückruf beantwortet werden. / au
Bürgernutzen abwägen
vorstellen, sich an D 115 zu beteiligen. „Allerdings“, so räumt Ruhl ein, „müssen die Anfragen genau auseinandersortiert werden. Ich sehe auf Europa-, Bundes- und Landesebene einen größeren Bedarf als in einem Landkreis mit etwa 110.000 Einwohnern, der noch recht überschaubar ist“.
Bürgermeister Fritzsch: „Backstage-Voraussetzungen“ müssen stimmen
Neben den Pilotstädten Frankfurt, Offenbach und Kassel könnten den Kommunen im Bergwinkel künftig wohl auch Gelnhausen und Linsengericht dienen, die in Kooperation mit dem Frankfurter Servicecenter einsteigen wollen. Wie der Vogelsbergkreis will nämlich auch die Stadt Steinau das Projekt erst einmal beobachten. „Wenn wir einen Bürgervorteil erkennen, werden wir uns der Sache nicht verschließen“, erklärt Bürgermeister Walter Strauch (SPD).
Doch auch er sieht die Vorteile weniger auf kommunaler Ebene. Der Sinntaler Hauptamtsleiter Werner Euler drückt es so aus: „Von Seiten der Gemeinde sehe ich keinen Bedarf. Wir nennen die Ansprechpartner im Mitteilungsblatt. Das mag in Städten wie Frankfurt vielleicht anders aussehen.“ Zudem gibt Euler zu, dass man sich im Sinntaler Rathaus mit D 115 bislang nicht auseinandergesetzt habe.
Bad Soden-Salmünsters Bürgermeister Lothar Büttner (parteilos) verweist ebenfalls auf die Größenordnung der Kurstadt: „Wir haben hier ja nicht 101 Ansprechpartner. Unsere Mitarbeiter sind bekannt, und bisher haben wir alles gut hinbekommen“, sagt er. Wenn sich herausstelle, dass das System D 115 eine einfachere Abwicklung gewährleiste, könne man eine Beteiligung in Betracht ziehen. Dies jedoch nicht, wenn dadurch weitere Ausgaben für eine neue Technik oder Personal fällig würden.
Schlüchterns Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD) hält die Idee einer einheitlichen Nummer hingegen grundsätzlich für sinnvoll, wenn die „Backstage-Voraussetzungen“ stimmen und die Ansprechpartner gut geschult seien. Dass sich die Stadt an D 115 beteiligt, kann er sich gut vorstellen. „Ich nehme an, das kommt ohnehin“, sagt Fritzsch.
Von unserem Redaktionsmitglied
Andreas Ungermann
Lesen Sie auf Seite 2: Kommentar und Hintergrund
Leser-Kommentare ( 1 )
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dummfrager (1) | 22. April 2011;22.04.2011;1303483203 --> 22 April 2011
Warum nicht 115 ?
Weil unsere Ämter gerne weiter schlafen wollen.
Würde sowieso 90% über den MKK laufen und die restlichen 10% sind die Leute, die kein Internet haben (sprich ältere Bürger).
Also weiter schlafen.









