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22. August 2012



Beschluss zu Hallensanierungen: Planung ist fortzuführen

Von Hanns Szczepanek

Bad Soden-Salmünster
Nicht gerade ein Muster an Konkretheit ist der Entschluss des Stadtparlaments zum Thema Hallensanierungen in Salmünster und Bad Soden, der am Montagabend in der Stadthalle gefasst worden ist.

Bei drei Enthaltungen und zehn Gegenstimmen befürworteten 18 Mandatsträger – vor allem aus GWL und SPD – folgenden Beschlusstext: „Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet nach Darstellung des aktuellen Sachstands, wie die Planungen der Arbeitsgruppe aus Magistrat und Haupt- und Finanzausschuss unter Einbeziehung der Vereine weiter fortzuführen sind.“ Erweitert wurde dieser Satz bereits in der vorangehenden Sitzung des Finanzausschusses um die Anmerkung, dass gleichzeitig zu klären sei, ob und wie die denkmalgeschützte Konzerthalle am Kurpark erhalten werden müsse.

Rathauschef Lothar Büttner (parteilos) schilderte zuvor den Standpunkt der Denkmalschutzbehörde, wonach sowohl die Bühne als auch die Deckenausstattung des Saales sowie die Fensterfront samt der Metallsäulen an der Konzerthalle im Zuge einer Sanierung nicht verändert werden dürften. In der Kritik von Musikvereinen stehen jedoch genau die Gegebenheiten rund um die Bühne. Laut dem Magistrat können sich außer der Theatergruppe Salmünster  die Vorstände der „relevanten Vereine“ vorstellen, bei einer Vergrößerung der Bühnenfläche um 50 Quadratmeter  weiterhin kulturelle Veranstaltungen dort anzubieten. Der rein bauliche Erhalt des Kulturdenkmals koste jährlich zwischen 10 .000 und 20.000 Euro.

Hinsichtlich eines Ersatzes der sanierungsbedürftigen Stadthalle in Salmünster stelle sich die Situation so dar, dass der Neubau einer Multifunktionshalle in Höhe von etwa 2,6 Millionen Euro als kostengünstigste Variante anzusehen sei. Diese könne neben der  Konzerthalle auch die Stadthalle sowie die Kultur- und Turnhalle Bad Soden ersetzen.
Auf der Basis von Gesprächen mit Vereinen und Veranstaltern sowie Kostenaufstellungen  früherer  Jahre rechnet Bürgermeister Büttner vor, dass  sich kurzfristig erforderliche Reparaturen und Erneuerungen für die bestehenden drei Hallen auf 3,9 Millionen Euro belaufen würden. Langfristig würden 7,0 Millionen Euro fällig, wobei jeweils rund die Hälfte allein auf die Stadthalle entfiele.  Als Standort für die Multifunktionshalle steht ein Areal unmittelbar neben der  Konzerthalle zur Sprache.

Die jährlichen Betriebskosten für die drei (dann sanierten) Hallen beziffert Büttner mit 115.000 Euro, während bei der Multifunktionshalle lediglich 39.000  Euro anfielen. Die neue Halle hat laut Planskizze einen rechteckigen Grundriss. Eingefasst von Nebenräumen an den beiden Längsseiten bestünde sie im Verhältnis 1:2 aus einem Saal und einer Einfeldturnhalle, die durch eine beidseitig nutzbaren Bühne getrennt sind.

CDU kritisiert Zahlenansätze

CDU-Fraktionschef Dr. Gerhard Schier zweifelte die hohen Betriebskosten der Drei- Hallen-Lösung an und ließ „höchstens die Hälfte davon“ gelten. Dadurch werde die neue Halle „schöngerechnet“. Diese Vorwürfe wies Büttner jedoch energisch zurück. Mit einem Seufzer beschwor Lothar Büttner die Versammlung kurz vor der Abstimmung, dass es ein Irrglaube sei, „alles erhalten zu können, wenn die Einwohnerzahl von 14.000 auf 12.000 sinkt und das  Durchschnittsalter auf 50 Jahre steigt“.


Leser-Kommentare ( 3 )
  • Occupy (366) | 22. August 2012;22.08.2012;1345640151 --> 22 August 2012
    Gescheitert

    Mit schwammigen Formulierungen sucht sich die SPD-GWL wieder für ein paar Wochen aus der Bredouille zu retten, in die sie sich gemeinsam mit ihrem Bürgermeister Büttner gebracht hat. Der von ihnen zu verantwortende Verfall städtischen Eigentums und die wachsende Verschuldung geht nahtlos von Konzept- in Kopflosigkeit über. Obwohl sie immer noch gescheiter sein wollen als andere, sind sie doch nur restlos gescheitert.

  • mitbuerger (32) | 22. August 2012;22.08.2012;1345657417 --> 22 August 2012
    Und im Kurpark wird ein Parkhaus gebaut

    Ich frag mich, wo die Autos dann alle parken sollen, wenn eine Multifunktionshalle neben der Konzerthalle entstehen soll. Es ist ja jetzt schon kein Parkplatz Sonntags zu bekommen ......

  • Occupy (366) | 23. August 2012;23.08.2012;1345723651 --> 23 August 2012
    Multifunktionshalle...

    ...klingt vornehmer als "Büttners Blechbox", ist aber im Grunde genommen eine billige, potthässliche, gesichtlose Viereckbude mit Turnhallenambiente: Musterbeispiele stehen ja genug rum, man sehe die ungemütliche Halle am Steines in Steinau, wo man als Veranstaltungsgast auf dem Spielfeld hocken muss. Aber wenigstens haben sie dort Parkplätze satt und gratis! grinsen