Bloo nimmt Begebenheiten aus Gundhelmer Dorfalltag auf die Schippe
Von Walter Dörr
Gundhelm
Im neu eingeweihten Dorfgemeinschaftshaus feierten die Gundhelmer am Wochenende Kirmes. Ausrichter war die Feuerwehr.
„Mir sten etz dehie, es Haus is fertig gebaut, mir hare es de Planemächer gar net meh zugetraut.“ So begannen Steffen Fieres und Daniel Möller ihren Kirmesspruch auf der Eingangsterrasse des neuen Dorfgemeinschaftshauses. Erfreut zeigten sich die beiden Blooburschen darüber, dass Pfarrer Daniel Geiss vor Ort war, weil „im letzte Joar mit seiner Aufgabe bedocht, er sich hat aus’m Staub gemocht“. Zum diesjährigen Kirmesschirmherr wurde Frank Jost gekürt, der „in Stabetz bei der Strösser als Gewerkschafter un Kolonneführer is eigesetzt“ und in Gundhelm als Holzbaron bekannt sei. „So gaanz fertig dun mir es Haus net bezeichne, denn die Gelder von de Stoadt dun nemmeh für e Köche reiche“, kritisierten die Blooburschen.
Auch sei keine Theke montiert, „da hier a die Planemächer sich net zuständich fühle, dun die Getränke etz in de Theke von em auswärtige Spender kühle“. Es sei eine schne Theke von der Brauerei eingebaut worden, denn ein Dorfgemeinschaftshaus ohne Theke „wär wie e Hochzeit ohne Braut“, hieß es da. Baumängel waren im Kirmesspruch auch vermerkt. „Die Fußbodeleiste schö wellig sein se ogebracht, beim Mietpreis hon se de Raumvelust allerdings net bedacht“, monierten die Blooburschen. Sie hielten als Fazit fest:„Bauvorhabe un Baustelle von de Planemächer sein nur mit genug Promille zu ertrache.“
Auto landet auf dem Dach
Gleich mehrere Geschichten lieferte die letztjährige Kirmes: vom Baumholen mit Wild-West-Eselfangaktionen bis zur Blooburschen-Dirty-Dancing-Hebefigur. Beim Geländerbau sei ein Gundhelmer verzweifelt, dessen Beton nicht hart wurde. Anstelle von Zement hatte er Granitstaub gemischt. Weitere „Fakte aus de Gondhelmer Akte“ lieferte eine „Föllsche Geburtstagsfeier“. Ein Gundhelmer wollte nämlich zuhause schlafen und deshalb heimlaufen. Stattdessen wurde die Feundin aus dem Bett geholt, denn:„Der Mann muss ham in seiner Heimwehnot.“ Weil er in Gundhelm nicht mehr laufen konnte, lud man ihn auf eine Schubkarre und chauffierte ihn zum Schlafen in die Milchkammer. „Da hot der die Nacht schö geruht, als er aufgewacht, merkte er, was alles weh tut.“ Im Krankenhaus wurde dann ein gebrochener Fuß diagnostiziert.
„Es angeln ist net meh modern, weil die Fisch jetzt im Aldi gefange wern“, reimte der Bloo weiter. Am Löschweiher versuchten trotzdem Gundhelmer ihr Petri-Glück. Nach eigenen Vorlieben mit Wurst als Köder. „Nur wenn’s daus warm is, beißt kei Forelle oh, un aach kei Wurscht, das is halt emol so.“ Dafür biss der Hund in den Angelhaken und musste in die Tierklinik.
„Herr Wachtmeister, ich hatte einen Unfall und Sie werden mich auch nicht loben, die Spiegel vom Auto sind zwar noch dran, aber die Räder stehen nach oben.“ So rief einer bei der Polizei an, der mit seinem Auto in den Graben gefahren war. Weil er Angst hatte, Fahrerflucht begangen zu haben, gab er zu Protokoll: „Die Nacht war dunkel und sehr kalt, laufen Sie mal planlos durch den Wald.“
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