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26. August 2012



Burg Schwarzenfels wird für 1,5 Millionen Euro saniert

Von Andreas Ungermann

Schwarzenfels
Verkehrssicher für die Besucher soll Burg Schwarzenfels wieder werden. Derzeit läuft der zweite Bauabschnitt an der Anlage auf dem Basaltfelsen des Hopfenberges über der schmalen Sinn, der sich auf 492 Meter erhebt.

Die Restaurierung fördert manche Neuigkeit ans Tageslicht. Anja Dötsch, Baudenkmalpflegerin bei der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, spricht von einer spannenden Baustelle an einer großen Burganlage. Damit meint sie nicht nur die Sanierung von Burg Schwarzenfels an sich, sondern auch das, was die freigelegte Bausubstanz über die Festungsanlage verrät.

Vordergründig geht es zunächst einmal darum, das alte Gemäuer, dessen Eigentümer das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Immobilienmanagement, ist, für die Besucher wieder verkehrssicher zu machen. Feuchtigkeit ist in die Wände eingedrungen, hat dem Sandstein und Mörtel geschadet, und immer wieder sind Brocken aus der Mauer gebrochen. Am Bergfried ist gar eine große Fläche abgegangen, sodass der Turm in seinem Grundriss nicht mehr rund, sondern eiförmig ist. „Wir wollen verhindern, dass  die Mauern der Länge nach einstürzen“, erklärt Dötsch. Im derzeit laufenden zweiten Bauabschnitt dichtet die Erfurter Restaurationsfirma Nüthen die Mauerkronen ab und sorgt für leichte Gefälle, dass das Wasser abfließen kann. Baudenkmalpflegerin Dötsch zeigt auf ein Mauerstück und erläutert: „Solche Plastikrohre wollen wir auch nicht mehr am Mauerwerk. Stattdessen soll der Abfluss durch Steinspeier gewährleistet werden.“ Die Sanierung soll eben historisch möglichst korrekt ausgeführt werden.

Das war auch schon die Maßgabe, als vor zwei Jahren die Burgfront mit Portal erneuert wurde. Das wird sie auch sein, wenn 2013 die unteren Räume an der Reihe sind und im Jahr darauf der Bergfried saniert wird, samt Austausch der Treppe. 1,5 Millionen Euro wird die Restaurierung der Burg kosten. Wert legt Dötsch auch darauf, dass alles fein säuberlich dokumentiert wird.

Denn: Neben der Sicherheit geht es um den Erhalt und die Erforschung der historischen Anlage. „Weil wir eben auch den Charakter der Burg erhalten wollen, werden auch keine weiteren Putzflächen wie bei früheren Maßnahmen entstehen.“ Solche könnten nämlich so manche Entdeckung wieder zunichtemachen. „Wir wissen, dass die erste Bauphase im 12. Jahrhundert lag und die Anlage in der Renaissance schlossartig erweitert wurde. Aber wir erfahren jetzt auch eine Menge darüber, dass es zwischendurch noch viel mehr Bautätigkeiten gab“, berichtet die Baudenkmalpflegerin über die Burg, die einst im Besitz der Landgrafen von Hanau und daher eng mit dem Schloss in Steinau verbunden war.

Wie „wild“ die unterschiedlichen Burgherren hier an- und umbauten, wird an den Verbindungen zwischen Mauern deutlich. „Der Wohnbau mit zwei Treppentürmen stellt sich in seiner Bauweise gar nicht einheitlich dar“, nennt Dötsch als Beispiel. Und auch der Bergfried, in dem einst ein Verlies untergebracht war, offenbart, dass sich Schwarzenfels in seiner über 800-jährigen Geschichte in vielen Bauphasen gewandelt hat. „Das wird deutlich, weil beispielsweise eine Mauer mit dem Turm richtig verzahnt ist, eine andere aber nur an die Bergfriedwand anstößt“, erläutert Dötsch und verrät schmunzelnd: „Wir haben schon einige Fakes entdeckt. So ergeben etwa manche Fenster an ihrer Position überhaupt keinen Sinn.“ Die Baudenkmalpflegerin ist jedenfalls gespannt, was die Gemäuer noch alles über die Historie der Burg verraten. Und auch diese Phänomene – wie etwa die unterschiedlichen Mauern und Verbindungen –  sollen für den Besucher sichtbar erhalten bleiben, um die Geschichte von Burg Schwarzenfels zu verdeutlichen.


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