Busfahrer verweigerte Fahrt ins Nachbardorf
Von Julia Kreß
Jossa
Wegen einer vergessenen Fahrkarte weigerte sich ein Busfahrer, die 14-jährige Schülerin Selina Jander mitzunehmen. Die Jugendliche musste den drei Kilometer langen Heimweg von Altengronau nach Jossa zu Fuß gehen.
„Es war bitterkalt, der Wind ist mir um die Ohren gepfiffen und ich war allein“, erinnert sich Selina Jander aus dem Sinntaler Ortsteil Jossa. Die 14-jährige Schülerin der Hans-Elm-Schule in Altengronau musste den Heimweg nach Jossa zu Fuß antreten, weil sie ihre Busfahrkarte vergessen hatte und ihr der Busfahrer daher die Mitfahrt in das drei Kilometer entfernte Jossa verweigerte.
Währenddessen wartete Susanne Jander auf ihre Tochter. Und wartete. Als Selina anrief und sagte, dass der Bus ohne sie gefahren sei, war die Mutter wütend. Denn holen konnte sie ihre Tochter nicht: Der Mann war mit dem Auto unterwegs und von den Nachbarn niemand zu Hause. „Das ist im vergangenen Jahr schon einmal passiert“, macht sie ihrem Unmut Luft. „Da musste Selina auch heimlaufen.“ Die 14-Jährige hatte ihre Monatsfahrkarte für Januar verloren. „Als der Busfahrer nur die Türe vorne geöffnet hat, hab ich schon befürchtet, dass er mich wieder nicht mitnimmt“, erzählt die Achtklässlerin. „Ich habe ihm gesagt, dass ich meine Busfahrkarte vergessen habe und er meinte, dann könne ich nicht mitfahren.“
Von den Lehrern der Hans-Elm-Schule, die beim Einsteigen der Schüler für Ordnung sorgen und aufpassen, habe niemand bemerkt, dass die 14-Jährige wieder aus dem Bus kam, bemängelt ihre Mutter. Auch vom Sekretariat ist Susanne Jander enttäuscht. „Sie sagten mir, ich solle für die restlichen zwei Wochen im Januar eine neue Karte kaufen oder mich selbst um Erstattung kümmern.“ Eine neue Busfahrkarte zu kaufen, sehe sie jedoch nicht ein: „Die war ja schon vom Schulträger bezahlt.“ Zwar weiß die 41-Jährige, dass die Busfahrer im Recht sind, die Kinder zu kontrollieren, doch „es sind ja immer dieselben Kinder an der Schule“. Zudem dürften an der Bushaltestelle der Hans-Elm-Schule nur Schüler einsteigen.
„Es fährt nicht jeden Tag der selbe Busfahrer die Route, daher kann er die Kinder nicht kennen“, rechtfertigt sich der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Fulda (VGF), Reiner Wunderlich. Er habe mit dem an diesem Tag eingeteilten Busfahrer gesprochen – der nicht zu der Beschreibung der 14-Jährigen passe – und dieser „konnte sich nicht an diesen Vorfall erinnern“. Wer mit dem Bus fahre, brauche nunmal ein Ticket, meint Wunderlich – es kursierten einfach zu viele Fälschungen. Generell würden jedoch keine Kinder stehengelassen: „Passagiere unter 14 Jahren werfen wir nicht aus dem Bus. Auch bei 14-Jährigen soll es nicht sein.“ Doch man müsse auch die pädagogische Sicht der Dinge beachten: Es sei wichtig, anderen zu zeigen, dass man zum Busfahren ein gültiges Ticket benötige.
„Wir haben noch Glück, Jossa ist nicht weit entfernt und es gibt einen Radweg. Selina musste also nicht an der Hauptstraße entlang laufen“, sagt Jander. „Aber was wäre, wenn wir in Oberzell oder Züntersbach wohnen würden?“ Die 41-Jährige kritisiert generell, dass keine Schul-, sondern Linienbusse fahren. „In der Schule hängen große Fernseher, aber für Schulbusse ist kein Geld da. Man sollte lieber darin investieren, damit die Kinder auch heil wieder nach Hause kommen.“
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Gaertner (221) | 11. February 2012;11.02.2012;1328987787 --> 11 Februar 2012
Wo ist das Problem ?
Drei Kilometer sind für eine 14 jährige eine wohl lachhafte Strecke, die diese in 20 Minuten laufen kann. Wenn es ihr halt nicht passt, soll sie auf ihre Karte aufpassen. So ist das Leben halt. Wer seinen Führerschein vergisst, muss auch zahlen. bedauern oder Mitleid ist hier fehl am Platz.
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FDHannes (54) | 11. February 2012;11.02.2012;1328993282 --> 11 Februar 2012
Überflüssiger Bericht
Ich verstehe das Gejammer auch nicht. Ich bin in Fulda- Ziehers- Nord zur Schule gegangen und musste mal nach FD-Dietershan laufen, weil ich keine Fahrkarte dabei hatte.
Aber meine Eltern wären nie auf die Idee gekommen, das in die Zeitung zu setzen.
Und ich meine, ich sei damals noch jünger gewesen... -
esox (12) | 11. February 2012;11.02.2012;1328994714 --> 11 Februar 2012
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„In der Schule hängen große Fernseher, aber für Schulbusse ist kein Geld da. Man sollte lieber darin investieren, damit die Kinder auch heil wieder nach Hause kommen.“
Den Zusammenhang verstehe ich nicht? Was haben Fernseher mit der Dusseligkeit der Tochter zu tun? Sollen die Eltern besser ein zweites Auto kaufen, wenn die Tochter ihre Gedanken nicht zusammenhalten kann








