Carsten Ullrich stellt Strategie der Gemeinde Sinntal für die Mediation vor
Von Andreas Ungermann
Sterbfritz
Das Mediationsverfahren im Streit um die von Kreisschuldezernent Matthias Zach (Grüne) geplanten Schulschließungen im Bergwinkel geht in die heiße Phase. Für die erste Aussprache in der Region 2 in Sinntal am Donnerstag hat sich Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) eine Strategie zurecht gelegt.
Mediator Eberhardt Luft hat seine Informationen gesammelt. Heute starten die Mediationsgespräche in Bad Soden-Salmünster. In den vergangenen sechs Wochen hat auch Carsten Ullrich seine Hausaufgaben erledigt. „In das Thema Schulentwicklung musste ich mich erst einarbeiten. Bislang mussten wir uns damit ja nicht befassen“, sagt der Bürgermeister. Während der Sommerferien hat er im Internet recherchiert, Bücher gewälzt und Statistiken studiert. Das Ergebnis: ein zwanzigseitiges Papier, das er gestern dem Gemeindevorstand, dem Ältestenrat und Betroffenen vorgelegt hat.
Live-Ticker
Zur Mediation in Bad Soden-Salmünster schalte wir heute ab 18.30 Uhr einen Live-Ticker auf unserem Online-Portal.
Mit seinem Strategiekonzept will Ullrich das Optimum für seine Gesamtgemeinde aus dem Verfahren holen, die demografische Entwicklung dennoch aber nicht verniedlichen. Dass auf lange Sicht Veränderungen in der Schullandschaft anstünden, sei klar, sagt Ullrich, aber er wirft auch die Frage auf: „Ist es jetzt notwendig im vorauseilenden Gehorsam Schulen zu schließen?“ Wenn die Schulgebäude sanierungsbedürftig wären, wäre das was anderes. Dies sei in Sinntal allerdings nicht der Fall, ein Investitionsstau liege derzeit nicht vor. „Zachs Vorstellungen sind mit den Menschen nicht zu machen – auch nicht mit unseren politischen Mandatsträgern oder mit mir“, sagt der Bürgermeister, der eine stringente Argumentation des Schuldezernenten in der Debatte vermisst.
Trotz dieser Feststellung lehnt Ullrich, der nicht davon ausgeht, dass es noch im September zu einem Ergebnis kommt, Marktschreiertum und Blockadeprinzip vehement ab. Wenngleich der emotionale Protest gut gewesen sei und die Mediation erst angestoßen habe, spricht er sich nun für eine sachliche Diskussion aus. Deshalb hat er gestern Abend noch die Verfahrensbeteiligten eingeschworen. „Wir müssen in der Debatte geschlossen auftreten, müssen Wiederholungen vermeiden und die Argumentation geschlossen und überzeugend
vortragen“, ist der Bürgermeister überzeugt, der davon spricht, dass er die Vielschichtigkeit des Themas erst während der Schulbesuche mit Luft und der Arbeit an seinem Leitkonzept erkannt habe.
Das sieht auch vor, dass die Diskussion um die Schullandschaft weiter geführt wird: „Wir müssen die Leute zu Beteiligten, nicht zu Betroffenen machen. Also müssen wir auch nach Abschluss der Mediation am Thema bleiben, sodass es uns nicht in vier Jahren wieder überrascht“, betont Ullrich, der zugleich den Schulträger in die Pflicht nimmt: „Der Kreis hat die Aufgabe, sich zur Bildungsvorsorge im ländlichen Raum zu bekennen.“
Die Ziele
1.) Mit Ausnahme der Grundschule Jossa, die durch sinkende Schülerzahlen nicht aufrecht erhalten werden kann, werden zum Schuljahr 2013/14 keine Grundschulen in Sinntal geschlossen.
2.) Bis zum Ende der Planungsperiode 2012 bis 2017 wird keine Grundschule in Sinntal geschlossen, die die Mindestschülerzahl von 13 nicht unterschreitet.
3.) Falls an einer Schule nur noch einklassiger Unterricht angeboten werden kann, dokumentiert die Schule schriftlich die pädagogische Arbeit, schulische und außerschulische Angebote sowie Elternunterstützung als Nachweis, dass den Kindern beim Lernen keine Nachteile entstehen.
4.) Die Lehrkräfte der Sinntaler Schulen bilden ein Netzwerk mit dem Ziel der nachhaltigen und permanenten Qualitätssicherung.
5.) Ab dem Schuljahr 2013/14 besuchen die Jossaer Grundschüler die Hans-Elm-Schule in Altengronau.
6.) Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 werden die Grundschule Sannerz als Dependance der Mittelpunktschule Kinzigquelle Sterbfritz und die Grundschule Züntersbach der Alfred Kühnert Schule Oberzell zugeordnet.
7.) Im Falle der Einklassigkeit bis 2017 schließt sich die Grundschule an der Sinn Mottgers als Dependance der Hans-Elm-Schule in Altengronau oder der Mittelpunktschule Kinzigquelle in Sterbfritz an.
8.) Durch dieses Dependance-Modell wird nicht die Anforderung an die Mindestschülerzahl außer Kraft gesetzt. Es soll die pädagogische Leistungsfähigkeit durch die Möglichkeit der Unterrichtsdifferenzierung gewährleisten.
9.) Unter dem Vorbehalt, dass die Schüler aus Marjoß künftig die Hans-Elm-Schule besuchen, werden die Erstklässler aus Schwarzenfels künftig in Mottgers eingschult.
2.) Bis zum Ende der Planungsperiode 2012 bis 2017 wird keine Grundschule in Sinntal geschlossen, die die Mindestschülerzahl von 13 nicht unterschreitet.
3.) Falls an einer Schule nur noch einklassiger Unterricht angeboten werden kann, dokumentiert die Schule schriftlich die pädagogische Arbeit, schulische und außerschulische Angebote sowie Elternunterstützung als Nachweis, dass den Kindern beim Lernen keine Nachteile entstehen.
4.) Die Lehrkräfte der Sinntaler Schulen bilden ein Netzwerk mit dem Ziel der nachhaltigen und permanenten Qualitätssicherung.
5.) Ab dem Schuljahr 2013/14 besuchen die Jossaer Grundschüler die Hans-Elm-Schule in Altengronau.
6.) Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 werden die Grundschule Sannerz als Dependance der Mittelpunktschule Kinzigquelle Sterbfritz und die Grundschule Züntersbach der Alfred Kühnert Schule Oberzell zugeordnet.
7.) Im Falle der Einklassigkeit bis 2017 schließt sich die Grundschule an der Sinn Mottgers als Dependance der Hans-Elm-Schule in Altengronau oder der Mittelpunktschule Kinzigquelle in Sterbfritz an.
8.) Durch dieses Dependance-Modell wird nicht die Anforderung an die Mindestschülerzahl außer Kraft gesetzt. Es soll die pädagogische Leistungsfähigkeit durch die Möglichkeit der Unterrichtsdifferenzierung gewährleisten.
9.) Unter dem Vorbehalt, dass die Schüler aus Marjoß künftig die Hans-Elm-Schule besuchen, werden die Erstklässler aus Schwarzenfels künftig in Mottgers eingschult.
Leser-Kommentare ( 2 )
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Citybewohner (79) | 14. August 2012;14.08.2012;1344924561 --> 14 August 2012
Viel Erfolg
Da kann man abe rnur hoffen, das H. zach weitab irgendwo auf der südlichen Halbkugel im Urlaub weilt, damit er nicht wieder unpassend dazwischen quatschen kann
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Occupy (366) | 14. August 2012;14.08.2012;1344927978 --> 14 August 2012
Die Wut schimmert durch...
...auch wenn sich Herr Ulrich noch so sehr im Zaum zu halten versucht: Am Ende wird der Weichspüler Luft nicht helfen, und es geht aus wie mit dem Stuttgarter Mediator, der auch nur ein verkappter Befürworter der gegen den Bürgerwillen durchgesetzten Pläne war. Was helfen würde, wäre die Halbierung des viel zu hohen MKK-Personalstandes, dann könnte auch die kleinste Schule erhalten bleiben.








