Der „Pulver Kurt“ aus Steinau: Privates Waffenlager entdeckt
STEINAU
Nun hat auch die Region einen „Pulver Kurt“: Nachdem in der vergangenen Woche im Kreis Bad Kreuznach ein ganzes Dorf in Angst und Schrecken versetzt worden ist, flog nun erneut ein Waffen- und Munitionslager auf – diesmal in der Privatwohnung eines Mannes aus Steinau.
45 Lang- und 10 Kurzwaffen hat die Kripo Fulda in einer gemeinsamen Aktion mit dem Spezialeinsatzkommando und dem Mobilen Einsatzkommando Kassel am Montag bei der Durchsuchung des Wohnhauses eines 71-Jährigen gefunden.
Wie Martin Schäfer – Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen – mitteilt, fielen den Beamten auch zahlreiche Waffenteile und waffentechnisches Zubehör, das dem Waffengesetz unterliegt, in die Hände. Die Krönung: Der 71-jährige Jäger, der über eine Waffenbesitzkarte verfügt und etliche Waffen besitzen darf, hortete in seinem Haus auch 300 Kilogramm Munition verschiedener Kaliber. Waffen, Waffenteile, Zubehör und Munition wurden von den Polizeibeamten sichergestellt. Eine technische Untersuchung soll nun über die Herkunft der Waffen Auskunft geben.
Auf die Spur des Steinauers kam die Kriminalpolizei Fulda über einen 56-jährigen Mann aus einem Petersberger Ortsteil. Im Dezember 2010 leitete die Kripo ein Ermittlungsverfahren gegen diesen ein: Er hatte illegal eine Pistole verkauft. Darüber hinaus bot er auch weitere Schusswaffen und Zubehör zum Verkauf an. Womöglich soll der Steinauer der Lieferant der Waffen gewesen sein. Beide wurden festgenommen, sind jedoch mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Denn eine konkrete Gefahr für unbeteiligte Personen hatte sich während der polizeilichen Ermittlungen nicht ergeben, teilt Schäfer mit.
Zu den Geschehnissen wollte sich der Beschuldigte gegenüber den Kinzigtal Nachrichten nicht äußern – „aufgrund des schwebenden Verfahrens“. Ganz unbekannt ist der Steinauer nicht: Bereits im Januar 2009 war er in Bezug auf Waffen in Erscheinung getreten. Damals ertappte der Jäger einen 27-Jährigen, der in seine Scheune einbrechen wollte. Der Eindringling schlug mit einer Brechstange dreimal auf den Kopf des Mannes. Daraufhin zückte der Rentner seinen Revolver und verletzte den 27-Jährigen am Bein.
Von unserem Redaktionmitglied
Helena Sauer
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