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4. Mai 2012



Elternbeirat bittet in offenem Brief um Treffen

KN

Sinntal
In einem offenen Brief nimmt der Elternbeirat der Grundschule Sannerz Stellung zur im Gespräch stehenden Schließung der Zwergschule.

Der offene Brief richtet sich an das Hessische Kultusministerium, den Schuldezernenten Matthias Zach (Grüne), Landrat Erich Pipa (SPD), Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD), an Sinntaler Ortsvorsteher und Elternbeiräte der Grundschulen.
Der Elternbeirat der Grundschule Sannerz bemängelt, dass der Sinntaler Schulgipfel am 25. April in der Mehrzweckhalle in Sterbfritz „einige Fragen offen und ungeklärt“ lasse. Auch nach einem Elternabend der Grundschule mit Schulleiter Douglas Reinsel, Schulelternbeirat, Elternschaft und Lehrkräften konnten diese Fragen nicht geklärt werden; es wurden darüber hinaus noch weitere Fragen gestellt, meint Bettina Weigand, die den Brief in Vertretung unterzeichnet hat.

Der Elternbeirat bittet daher die Angeschriebenen kurzfristig zu einem persönlichen Gespräch nach Sannerz. Um folgende Themen geht es, wie der Beirat schreibt: „Der durch den Kreisausschuss vorgelegte Entwurf des Schulentwicklungsplans enthält eine zugesicherte Bestandsgarantie für die kleinen Grundschulen an den jeweiligen Standorten im Sinntaler Raum. Daher ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass nun der zu beschließende Schulentwicklungsplan die Schließung der Grundschulen in Sannerz, Jossa und Züntersbach vorsieht.

Nach Ihren Ausführungen am Sinntaler Schulgipfel seien mindestens zweiklassige Schulen aufrecht zu erhalten. Einklassige Schulen seien pädagogisch nicht zu empfehlen. Da wir bereits gute Erfahrungen mit der Einklassigkeit in vergangenen Jahren gemacht haben, erwarten wir, dass Sie uns Ihre Ansicht fachlich begründen. Sie führten am Schulgipfel an, dass finanzielle Gründe nicht zur Entscheidungsfindung für Schließungen von Grundschulen maßgeblich sind. An unserer Grundschule wurden im Schuljahr 2009/10 Investitionen in Höhe von 300 000 Euro vorgenommen. Bereits 2005/06 wurde in Sannerz ein Mehrzweckraum an das bestehende Sportlerheim als Gemeinschaftsprojekt durch die Gemeinde und den Kreis unter anderem für den Schulsport errichtet.

Zweifel an Qualität nicht gerechtfertigt

Diese Investitionen können nicht nachhaltig wirksam werden, wenn der Schulstandort – wie von Ihnen vorgesehen – 2013/14 geschlossen wird. Sie haben die Schließung der Grundschule Sannerz für das Schuljahr 2013/14 bereits in der Öffentlichkeit diskutiert, obwohl sich nach unserem Kenntnisstand in keinem Arbeitskreis/Ausschuss des Kreistages mit dieser Angelegenheit befasst wurde. Der Schulleiter Douglas Reinsel ist seit mehreren Jahren darum bemüht, mit den zuständigen Behörden einen Schulverbund im Raum Sinntal zu gründen. Unter dem Aspekt des demografischen Wandels ist es für uns unverständlich, dass diese Option keine Lösung für unsere Kinder sein soll.

Weiterhin haben Sie öffentlich Zweifel an der Qualität des Unterrichts in kleinen Grundschulen geäußert. Für uns ist es an keiner Stelle ersichtlich, warum diese Qualität nicht gewährleistet sein soll, zumal die Übergänge unserer Schüler an weiterführende Schulen nachweislich einen großen Erfolg dokumentieren.“


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