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2. August 2012



Elvira Röhrich und Horst Meinhardt übernehmen die Stollmühle

Von Walter Kreuzer

Freiensteinau
Die zwischen Freiensteinau und Reinhards inmitten von Wäldern und Wiesen gelegene Stollmühle hat einen neuen Eigentümer: Elvira Röhrich und Horst Meinhardt aus Gummersbach haben das Anwesen gekauft – und sind nun am Sanieren und Umbauen.

Seit drei Jahren sind Elvira Röhrich, ihr Lebensgefährte Horst Meinhardt und Tochter Franziska in der Stollmühle bereits heimisch – zumindest an den Wochenenden. Dann zieht es das Trio, insbesondere aber Meinhardt regelmäßig in den Vogelsberg und ins Blaue Eck. Der Grund: Meinhardt ist Jäger und Pächter der Jagdbezirke Fleschenbach, Freiensteinau II und Gunzenau. Letztgenanntes Revier bejagt der 62-Jährige seit gut einem Jahr gemeinsam mit seinem Partner Dirk Salz. In Fleschenbach ist er seit gut fünf Jahren tätig.

„Wir kommen hierher, um die Ruhe zu genießen. Die Landschaft hat große Ähnlichkeit mit jener bei uns im Oberbergischen Kreis. Dort gibt es aber nicht mehr so viel Landwirtschaft und die Gegend ist dichter besiedelt“, vergleicht Elvira Röhrich das 40 Kilometer von Köln entfernt gelegene Gummersbach mit Freiensteinau. Zunächst mieteten sich Meinhardt und Röhrich auf einem Bauernhof in Fleschenbach ein. Später wurde dann der Jagdbogen II im Kernort frei. „Den haben wir mitgepachtet. Die Stollmühle liegt mitten im Revier. Wir haben die Ferienhäuschen gesehen und bei Familie Ganß angefragt, ob sie zu mieten seien“, schildert Röhrich die Entwicklung. Der Einzug liegt etwa drei Jahre zurück.

„Fast schon heimisch in Freiensteinau“

Zwischenzeitlich stand das Anwesen zum Verkauf und die Mieter mussten eine Entscheidung treffen: Entweder die gesamten etwa fünf Hektar einschließlich der Gebäude übernehmen oder gar nichts davon kaufen. Die Besitzer einer Gerüstbaufirma mit 20 Mitarbeitern entschieden sich für die große Lösung, wollen aber ihre Wochenenden auch künftig in ihrem – dann renovierten – Ferienhäuschen verbringen. Die übrigen Gebäude werden vermietet. So wird in das gut 100 Jahre alte Bauernhaus mit Stallungen „eine junge Familie einziehen, die auch Pferde hat“, erzählt die 42-jährige Geschäftsfrau. Das benachbarte ehemalige Gästehaus soll umgebaut und modernisiert werden. Dort finden dann jene Gäste eine Bleibe, die „immer mit auf die Jagd gehen und zu unserem Freundeskreis gehören“. Ein Teich mit drei kleinen Hütten gehören ebenfalls zu dem Gelände, das weitgehend zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachtet ist. „Wahrscheinlich werden die Mieter des Haupthauses ein Auge auf die Anlage haben. Wir selbst bleiben in dem Haus wohnen, das wir bisher schon gemietet hatten. Wir bauen es nur etwas um und ein neues Badezimmer ein. Im August werden wir noch eine biologische Teichkläranlage bauen“, erläutert Röhrich, die die private Investition im Blauen Eck als Bleibe für den Urlaub und das Wochenende ansieht – quasi als Geldanlage für das eigene Hobby und das ihres Lebensgefährten.

Horst Meinhardt sieht das ähnlich und nennt einen weiteren Grund: „Langsam kennt man die Leute hier. Wir sind gut aufgenommen worden und sind hier fast schon zu Hause. Ich bin jedes Wochenende in Freiensteinau – und jeden Sonntag beim Jägerstammtisch bei Hans Kopp in Reichlos.“ Das Anwesen habe man „hauptsächlich gekauft, weil wir dort gewohnt haben“, meint er augenzwinkernd. Eine Rolle hat aber auch die Lage mitten in seinem Jagdrevier gespielt, wo Wildschweine, Rehe, Dachse, Füchse und Waschbären seinem Jagdtrieb schmeicheln.


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