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1. Mai 2012



Fassadenfarben tauchten Altstadt in surreale Atmosphäre

Von Elisabeth Schmitt

Salmünster
Farbig angestrahlte Bäume, ein gespenstisch beleuchteter Mühlbach, Kirchen in surreal wirkendem Farben und eine Stadtführung mit vielen Information und einer Portion Komik: Besondere Schauspiele bot das Ensemble FeelX bei den „Fassadenfarben 2012“.

Eine unglaubliche Schau haben die junge Leute des Ensembles „feelX“ auf die Beine gestellt und damit ihr Publikum begeistert. Verhüllte Straßenlampen, Scheinwerfer an verschiedenen Orten, Kabelstränge und kleinere Requisiten ließen schon vor Beginn besondere Attraktionen erahnen. Im Schleifrashof erwartete die Gäste ein gemütliches Fest bei Temperaturen eines Hochsommerabends.

Tänzer und ein Feuerjongleur

Auf dem Aktionsfeld zeigten Ensemblemitglieder orientalische Tänze und später versetzte Mario Magersuppe, als Feuerjongleur begleitet von Wenke Wiest, die Besucher ins Staunen. Mit zunehmener Dauer füllte sich der Hof immer mehr mit Menschen, die sich die Stadtführungen mit kleinen Szenen und die Illumination von Plätzen, Bäumen und Gebäuden nicht entgehen lassen wollten. Das Interesse war so groß, dass im Viertelstundentakt mehrere Führungen gestartet wurden.

Wir schlossen uns der ersten Führung mit Tobias Viering an, der die Gruppe in die Hirtengasse und von dort außerhalb der Stadtmauer führte. Dort begegnete die Gruppe dem Mönch Salecho (Nick Gibson), der sich in dem Tal niederlassen will. Ihm schwebte vor, eine Holzkapelle zu bauen, die später einer aus Stein Platz machen sollte.

Ein Stück weiter erfuhren die Gäste von Viering Einzelheiten über die Stadtmauer, die eine rechteckige Form hatte, acht Meter hoch und einen Meter dick war. Davor gab es einen Graben, der von einem Damm begrenzt war, daher der heutige Namen Dammweg. Unvermittelt lenkte sich der Block der Besucher auf einen roten Feuerschein über der Stadtmauer und einen Mann. Es war der „Faulhaber“ (Thomas Hummel), der offenbar alkoholisiert seine Freude daran hatte, während Zipper (Maxi Herget) zu löschen versuchte.

Schauspieler unterhielten

Der Weg führte durch einen schmalen Durchgang wieder in die Stadt, wo man vor der Stadtmühle Zeuge der verbotenen Liebe eines Geistlichen (Andreas Hummel und Maria Huhn) wurde und in der Frankfurter Straße vor dem Rathaus den Nachtwächter (Rudolf Falk) antraf, der die Stadt vor Räubern (Alexander Elias) bewahren sollte. In einem Garten begegnete die Gruppe einer Heilerin (Romana Spensberger) unter einem blühenden Apfelbaum und im stimmungsvoll beleuchteten Klostergarten wurde mit Alexander Stehlik, Thomas Ziegler und Stefanie Zellmann die Geschichte des Kirchenbaus lebendig.

Auf dem Weg zu den einzelnen Punkten wurde die Gruppe immer wieder von vorbei farbigen Illuminationen überrascht. Da erschienen der Mühlbach und die ihn begrenzenden Häuser gespenstisch grün und blau mit wallendem Nebel, der Huttenhof leuchtete knallrot und die Kirche St. Peter und Paul überraschte in Gelb mit blauen Fenstern. Die Führung endete im Inneren des in ein stimmungsvolles Licht getauchten Gotteshauses bei einem kleinen Orgelkonzert von Frank Kleespies. Im Schleifrashof erlebten die Gäste später Musik mit „Full house“ und ein Feuerwerk.


Leser-Kommentare ( 2 )
  • Occupy (366) | 1. May 2012;01.05.2012;1335858227 --> 01 Mai 2012
    Richtig, Frau Schmitt!

    Denn mit Realität und Lebenswirklichkeit hat das surreale Geschehen nichts zu tun: Da schienen alle Mensderer Häuser bunt, während einen tagsüber das Grausen packen kann ob der vielen Leerstände. Statt Potemkin´scher Fassaden hätte man lieber noch einmal die Stadthalle und die Kleinschwimmhalle angestrahlt, bevor sie endgültig abgerissen werden.

  • lars_m. (5) | 1. May 2012;01.05.2012;1335860473 --> 01 Mai 2012
    Gespenstig ist richtig

    Nicht nur auf diesem Event ist die "Altstadt" gespenstig. Genau wie mein Vorredner sage ich nur das es viele Leerstände gibt und das die Stadt viele Projekte anfängt, aber bisher nichts richtig umgesetzt wurde (siehe Stadthalle und Kleinschwimmhalle)