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28. September 2012



Feuerwehrfunktionäre im Schlüchterner Tunnel

Von Fritz Christ

Schlüchtern
Ein besonderes Erlebnis war für Feuerwehrfunktionäre der Region eine Besichtigung der Baustelle zur Sanierung des alten Schlüchterner Bahn-Tunnels am Distelrasen.

Was für Zugreisende erst im Sommer 2014 möglich sein sollte, die Fahrt durch den dann sanierten alten Schlüchterner Tunnel, war jetzt schon für Feuerwehrfunktionäre der Region machbar. Mit mehreren Mannschaftstransportwagen konnte die rund vier Kilometer lange, im Bau befindliche Röhre durchfahren werden.
Die Aktion fand im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Dienstversammlungen der Jugendwarte aller Feuerwehren des Altkreises Schlüchtern unter Leitung des Unterverbands-Jugendfeuerwehrwart Oliver Zimmermann (Gundhelm) statt. Mit dabei war unter anderem Schlüchterns Stadtbrandinspektor Helmut Zinkand.

Seit der Inbetriebnahme des Neuen Schlüchterner Tunnels im Frühjahr 2011 werden die Züge im zweigleisigen Betrieb durch die neue Röhre geleitet, während der alte Tunnel stillgelegt ist und grundlegend saniert wird. Der Projektleiter der Bahn-Tochter „DB-Projektbau“, Heinz-Jürgen Gunnemann, gab den Feuerwehrleuten Erläuterungen zu den Baumaßnahmen. Bereits erfolgt sei der Aushub der alten Tunnelsohle in der rund vier Kilometer langen, aus dem Jahr 1914 stammenden Röhre und der Einbau einer neuen, dicken Betonsohle. Auf dieser könne jetzt die komplette Tunnelsanierung erfolgen. Das alte Tunnelgewölbe werde mit einer 40 Zentimeter starken Stahlbetonschale verstärkt. Die Röhre sei künftig wasserundurchlässig.

Zwischen der Behelfsausfahrt der A 66 im Breitenbacher Gemarkungsteil Ziegenberg und der Tunnelbaustelle ist eine große Betonmischanlage errichtet worden. Von dort sind auf kurzem Weg pausenlos Betonfahrzeuge in den Tunnel unterwegs. Pro Tag werden rund 300 Kubikmeter Beton verbaut.

Wie der Projektleiter erläuterte, musste das Sicherheitskonzept für den Tunnel noch während der Planung aufgrund von EU-Richtlinien geändert werden. Insbesondere wurde vorgeschrieben, alle 500 Meter einen Rettungsstollen zu bauen. Es handelt sich dabei um Verbindungen als Fluchtwege zwischen den beiden parallel verlaufenden Tunnelröhren. Die Rettungsstollen seien im Sprengvortrieb gebaut worden, was bei laufendem Betrieb im neuen Tunnel eine große Herausforderung gewesen sei. Immerhin gehöre die Schlüchterner Bahnstrecke mit rund 250 Zügen täglich zu den meist befahrenen Strecken Deutschlands.  Wie der Projektleiter bekannt gab, soll im Frühjahr 2014 die Sanierung des alten Tunnels abgeschlossen sein.


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