Folgen des Hallenbad-Votums
KN, hgs
Salmünster
Der Turnverein Salmünster 1903 (TVS) hat bislang die Kleinschwimmhalle in Salmünster betrieben.Vorsitzender Winfried Ottmann erläuterte jetzt die Auswirkungen der Mehrheitsentscheidung im Stadtparlament, auf die Sanierung des Hallenbades zu verzichten.
Der TVS habe schon immer deutlich gemacht, dass die Kleinschwimmhalle für die Vereinszwecke nicht zwingend nötig sei, sondern „nur im Hinblick auf die Nutzung durch die Henry-Harnischfeger-Schule und den Sportkindergarten betrieben hat“. Nach der nun bevorstehenden Schließung am 1. Oktober falle diese Nutzung nun weg. Es könnten also keine Sportkindergarten-Kinder mehr „bis zum Schuleintritt Schwimmen lernen und das ,Seepferdchen‘ erwerben“. Ebenso würden keine Schwimmkurse mehr angeboten, an denen jährlich über 100 Kinder teilgenommen hätten. Ob es sich künftig alle Eltern leisten könnten, ihre Kinder das Schwimmen in anderen Bädern lernen zu lassen, „kann ich nicht beurteilen“, so Winfried Ottmann.
U 3-Anbau wird hinfällig
Weiter führt der TVS-Vorsitzende aus: „Den Anbau der U 3-Gruppe, für den bisher schon zirka 30.000 Euro Planungskosten ausgegeben wurden und für den die Baugenehmigung vorliegt, können wir ebenfalls nicht errichten. Dadurch verliert die Stadt laut Förderbescheid einen Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro.“ In der Kleinschwimmhalle sei überdies die Heizung für den Sportkindergarten untergebracht. „Uns stellt sich jetzt die Frage, wer bei einem Ausfall der Heizung für die Versorgung des Sportkindergartens zuständig ist.“
Im Zusammenhang mit dem Beschluss der Stadtverordneten vom Montag stellen sich aus Ottmanns Sicht noch weitere Fragen. „Warum hat die Stadt zum 31. Dezember 2011 die Kleinschwimmhalle vom Kreis übernommen, wenn sie jetzt für 100.000 bis 200.000 Euro abgerissen werden muss?“ Bisher sei argumentiert worden, dass das Hallenbad unter der Regie des TVS jährlich 250.000 Euro koste. „Wenn die Stadt sie betreiben muss, fallen Kosten in Höhe von 400 000 Euro an. Wieso ist ein sofortiger Betrieb in einem Neubau im Stadtteil Bad Soden dann unter 400 000 Euro möglich?“, fragt sich der TVS-Chef.
Und: „Wenn in den 250.000 Euro Betriebskosten der Kleinschwimmhalle die Zinslast aus dem aufzunehmenden Darlehen von zirka 850.000 Euro sowie eine Abschreibung enthalten sind, bei einer Investition eines Neubaus aber Kosten von 2,5 bis 3 Millionen Euro anfallen, dann stellt sich die Frage, wie das günstiger zu finanzieren sein soll.“
Ab 1. Oktober geschlossen
Nach einer Auflistung des TVS-Vorsitzenden verliert die Kurstadt folgende Beträge: eine Million Euro des hessischen Innenministeriums; womöglich entfalle auch der Zuschuss des Landkreises: 1 bis 1,3 Millionen Euro; Wegfall des Zuschusses zur U 3-Gruppe: 300.000 Euro; umsonst bezahlte Planungskosten für Hallensanierung und U 3-Gruppe 150.000 Euro; Abriss der Halle und Neubau einer Heizung für Sportkindergarten: mindestens 150.000 Euro; Beteiligung des TVS an der Sanierung: 50.000 Euro.
Somit steht nach Auffassung Ottmanns zu befürchten, dass die Stadt Zuwendungen und unnötige Planungskosten von mehr als 2,5 Millionen Euro verliere, „ohne dass bisher feststeht, was, wo und wann gebaut wird, welche Zuwendungen für die notwendige Investition von bestimmt drei Millionen Euro realistisch sind und welche Betriebskosten von wem jährlich aufgebracht werden müssen.“ Insoweit könne er als Vertreter des Turnvereins, „der es geschafft hat, trotz erheblicher Energiekostensteigerungen die Kleinschwimmhalle seit 1996 mit dem gleichen Zuschussbedarf zu führen, die Überlegungen zur Schließung der Kleinschwimmhalle – unabhängig von der Notwendigkeit für die Schüler – nicht nachvollziehen“.
Leser-Kommentare ( 1 )
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Occupy (375) | 28. September 2012;28.09.2012;1348831856 --> 28 September 2012
Schlüssig
Der Finanzbeamte Ottmann kann sicher weitaus besser mit Zahlen umgehen als Herr Büttner und sein Dreiparteiengefolge: Seine Ausführungen sind überaus schlüssig. seine Fragestellungen berechtigt: Für die Bürger bleibt unterm Strich nichts mehr außer Schulden, es wird nur noch das Bad gepampert, koste es, was es wolle. Und das soll jetzt noch Jahre so weiter bergab gehen?








