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29. Oktober 2012



Furchterregende Gestalten aus dem Erdkeller

Von Elisabeth Schmitt

Salmünster
Ruhiger Schlaf war manchem Salmünsterer am Samstagabend nicht vergönnt. Gruselige Gestalten, lautstarke Gesellen und neugierige Zuschauer bevölkerten die Innenstadt und erlebten Theater in den Gassen.

Nach einem Jahr Pause lud das Ensemble feel-X wieder zu einer Grusel-Theateraufführung zu Halloween an verschiedenen Stellen in der Altstadt ein. Das katholische Irland feiert in jedem Jahr in der Nacht auf den ersten November Halloween. „Das Gruselfest erfuhr in den letzten Jahren durch die irischen Einwanderer in den USA einen Boom“, erklärte feel-X-Chef Felix Wiedergrün im Vorfeld des Spektakels.

Etwa 150 Unerschrockene begaben sich in den „Wartesaal“ des Psychologen Dr. Sigmund Freud im Amtshofgarten, um Zeuge einer Angst-Therapiestunde zu werden. In drei Durchgängen zu je zwei Gruppen begleiteten Tobias Viering, Eva Neumann und Rudolf Falk die Teilnehmer bei frostigen Temperaturen durch die Gassen zu den verschiedenen Schauplätzen.

Da ist das Mädchen, das an Ängsten leidet, seit seine Eltern bei einem Brand ums Leben gekommen sind, und das von Freud behandelt wird. In einem Garten an der Franziskanergasse tauchen gespenstischer Rauch und plötzlich drei furchterregende Gestalten aus einem Erdkeller auf. Das Trio hat Menschenfleisch gerochen, sucht sich ein Opfer und bringt es schreiend in das Gewölbe. „Ich glaube, es ist Zeit weiterzugehen“, rettet der Begleiter die Teilnehmer, ehe das nächste Abenteuer die Nerven strapaziert.

Auf dem Parkplatz des Bildungshauses wohnen sie einer Teufelsaustreibung bei, auf dem Kirchplatz werden sie von einem Kettensägenmann verfolgt, und im Torbogendurchgang treffen sie auf ein völlig verängstigtes Kind. Die Gute-Nacht-Geschichte und die beruhigenden Worte der Mutter beruhigen nicht, wenn die „Zahnfee“ nach den Milchzähnen des Kindes und der böse „Nikolaus“ nach seinem Kopf trachten.

Riesenspinne im Schleifrashof

Im Hof des Schleifrashofes treibt eine riesige Spinne ihr Unwesen. Neben der Stadtmühle straft die Dienerin des dunklen Herrschers ihre Freundin, und im Wirtshaus im Alten Hof heuert ein übler Geselle Seeleute für ein dubioses Schiff an. Die Teilnehmer verfolgten das Geschehen aufmerksam amüsiert und auch nachdenklich, und würdigten die Inszenierung sowie die Schauspieler mit Applaus.

Auch hier setzte feel-X sein Engagement für das Denkmal der Frauen von Salmünster fort, denn ein Euro pro Karte floss auf das Spendenkonto.


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