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23. Juli 2012



Fußballer lehnen Standort für Gerätehaus ab

Von Fritz Christ

Bellings
Die Mitglieder des Fußballvereins (FV) Bellings lehnen den Bau eines Feuerwehrgerätehauses ab – zumindest an dem vorgesehenen Standort. Gerichtlich will der Verein aber nicht gegen die Stadt vorgehen. Das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Was hat ein Fußballverein mit dem Bau eines Feuerwehrhauses zu tun? In Bellings soll ein solches am Eingang des Sportgeländes gebaut werden. Beim FV gab es deshalb während der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag im Clubhaus erhitzte Gemüter.

Vorsitzender Frank Weigand erinnerte an einen Mitgliederbeschluss vom Februar, wonach gegen den Standort Rechtsmittel eingelegt werden sollte. Der Vorstand habe daraufhin einen Rechtsanwalt beauftragt, die Interessen des Vereins zu vertreten. Die Stadt Steinau als Bauherr sei in einem Schriftsatz aufgefordert worden, vom Bau des Feuerwehrhauses am vorgesehen Standort abzusehen.

Weigand verlas eine Stellungnahme der Stadt Steinau. Diese begründet die Standortänderung mit einer Einsparung von 200 000 Euro, weil beim Raumprogramm und Kanalanschluss geringere Ausgaben anfallen. Die kommunale Finanzaufsicht habe den ansonsten entstehenden Mehrkosten nicht zugestimmt. Widersprüchlich seien die Auslegungen der Stadt und des Vereins bezüglich des Inhaltes des Nutzungsvertrags für das Gelände. Die Stadt vertritt demnach die Ansicht, dass sie den Vertrag aus dem Jahr 1974 kündigen könne.

Berufung auf Kompromiss

Der vom Verein beauftragte Rechtsanwalt teilt mit, dass die langfristige Vertragsdauer einer rechtlichen Prüfung möglicherweise nicht standhalte. Er empfehle dem Verein, dem Bau zuzustimmen und den Vertrag den neuen Verhältnissen anzupassen.

„Wir haben schon viel probiert – was ist jetzt noch möglich?“ fragte Weigand. „Wir haben die Sportanlage mit viel Eigenleistung gebaut. Wir geben sie nicht einfach preis“, gab ein Mitglied seine Meinung kund. Der Aussage von Bürgermeister Walter Strauch (SPD), dass durch den Bau der Spielbetrieb nicht beeinträchtigt werde, wurde widersprochen. „Unser Verein wird kaputt gemacht“, sagte ein aufgebrachtes Mitglied.

Den Klageweg will der Verein aufgrund der zu erwartenden Kosten nicht einschlagen. Nach eingehender Diskussion wurde beschlossen, der Stadt schriftlich mitzuteilen, dass der FV Bellings den Standort für den Bau des Feuerwehrhauses am Eingang des Sportgeländes erneut ablehnt. Der Verein beruft sich auf die Standortfestlegung vom 22. November 2010.

Nach langjährigen Planungen war damals zwischen Stadt, Feuerwehr und FV ein Kompromiss gefunden worden. Demnach sollte das Feuerwehrhaus am vorderen Sportplatzrand gegenüber des Alten- und Pflegeheims gebaut werden. Mittlerweile ist die Stadt jedoch von diesen Planungen wieder abgerückt und will nun das Feuerwehrhaus in abgespeckter Form neben dem Eingang zum Sportgelände bauen.

Mit diesem Standort ist der Fußballverein nicht einverstanden, weil Beeinträchtigungen des Spielbetriebs befürchtet werden. Der FV beruft sich auf einen Gestattungs- und Nutzungsvertrag mit der Stadt, wonach Veränderungen auf dem Sportgelände der Zustimmung des Vereins bedürfen.


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