Gefährden Biber die Ortsumfahrung?
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Oberzell
Das Naturefund-Projekt Biberbiotop in Oberzell gilt laut Homepage der Naturschutzorganisation als gesichert. Die Bürgerliche Wählergemeinschaft (BWG) Sinntal befürchtet nun allerdings das Aus der Ortsumfahrung Oberzell.
24 630 Euro von 128 Paten hat die Naturschutzorganisation Naturefund gesammelt, um bei Oberzell rund 8000 Quadratmeter Land für ein Biberbiotop anzukaufen. Ortsnah liege das Fauna-Flora Habitat-Gebiet „Hemmersbach, Bergwiesen bei Ziegelhütte“ hieß es in einem Spendenaufruf von Naturefund. Auf der Homepage ist zudem zu lesen, dass das nächste Biberrevier nur wenige hundert Meter weiter im Naturschutzgebiet Zienerwiesen an der Schmalen Sinn liegt.
Nun nagt das Biber-Problem an der BWE-Fraktion in der Sinntaler Gemeindevertretung, denn: Genau diese Ortsnähe bereitet den Politikern nämlich Sorgen. „Wir befürchten, dass dadurch der Bau der Ortsumfahrung Oberzell gefährdet wird“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Hans Gibietz. Laut ihm pressiert der Bau der gerade einmal 800 Meter langen Strecke, die unter dem Namen Nordumfahrung Oberzell firmiert. „Es ist schon eng wenn ein Lkw durch den Ort will, ganz zu schweigen davon, wenn sich zwei Lastwagen begegnen. Bei der Situation muss man froh sein, dass in Oberzell noch nichts passiert ist“, sagt Gibietz. Er habe nichts gegen Natur- oder Tierschutz, aber nicht auf Kosten der Bürger.
Planungen bereits seit 1974
Die Geduld der Oberzeller wird in Sachen Baubeginn für die Kreisstraße 939 schon lange auf die Probe gestellt. Bis ins Jahr 1974 reichen die Planungen zurück. Mit Inkrafttreten des Regionalplans Südhessen waren die Weichen am Jahresbeginn gestellt worden. Jedoch seien die Erhebungen zum Umweltschutz aus dem Jahr 2007 zunächst noch zu aktualisieren, darauf hatte Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) im Februar verwiesen. Auf eine KN-Anfrage hatte er damals erläutert, dass für dieses biologische Gutachten alle vier Vegetationsstufen durchlaufen werden müssten. Das heißt: Über eine längere Zeit müsse untersucht werden, welche Tier- oder Pflanzenart zu welcher Jahreszeit im entsprechenden Gebiet lebt beziehungsweise blüht. Das Ergebnis erwartete der Sinntaler Rathauschef für den Spätherbst dieses Jahres. „Wenn man das Verfahren realistisch betrachtet, kann die Gemeinde das Baurecht nicht vor 2014 schaffen. Und mit den tatsächlichen Arbeiten kann dann frühestens im Jahr darauf begonnen werden“, hatte der Bürgermeister zum Zeitansatz gesagt.
Auch Sinntals Bauamtsleiter Joachim Neureder erläutert, dass die Biber allein nicht als ausschlaggebend für ein Gelingen des Projektes sein. „Bei dem Bau der Ortsumgehung sind viele Rahmenbedingungen und Auflagen zu beachten. Eine zoologisch-botanische Erhebung wird zeigen, was zulässig ist, oder wo Ausgleiche geschaffen werden müssen. Dabei geht es auch um Schmetterlinge, Vögel oder Käfer“, schildert Neureder.
Gerade solche Untersuchungen hätten immer wieder neue Sachen zutage gebracht und den Bau der Nordumfahrung verzögert, erinnert sich Hans Gibietz. Um den Stand in Sachen Ortsumgehung, speziell die Auswirkungen des Grundstückskaufes durch Naturefund zu erfahren, hat die BWG-Fraktion eine Anfrage an den Gemeindevorstand gestellt. In der nächsten Gemeindevertretersitzung am Montag, 12. November, soll das Thema dann behandelt werden.
Leser-Kommentare ( 1 )
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Sinntaler (9) | 30. October 2012;30.10.2012;1351613904 --> 30 Oktober 2012
Gefährden Biber die Ortsumfahrung?
Wir Oberzeller fordern ganz energisch den Bau der Nordumgehung!Es wird allerhöchste Zeit,bevor erst ein Kind,ein älterer Mensch oder sonstwer an den Engstellen der Sinntalstraße eingequetscht werden.Der LKW-Verkehr nimmt ständig zu und es kommt täglich zu Problemen, wenn 2 LKW's an einander vorbeifahren.Da ist der Bürgersteig die einzige Möglichkeit,um keinen größeren Stau zu provozieren.- Deshalb fordern wir ganz dringend die Nordumgehung!








