Großes Interesse an DRK-Infoabend
Von Walter Dörr
Weiperz
Der Bereitschaftsleiter des Deutschen-Roten-Kreuzes (DRK) Sinntal, Richard Schneider, hat während eine Informationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Weiperz den Laien-Defibrillator vorgestellt. Jedermann konnte anschließend auch einmal selbst Hand anlegen.
In der Sparkasse Sterbfritz und im Landgasthof Jossgrund in Jossa hängen bereits sogenannte Laien-Defibrillatoren. Die Weiperzer Ortsvorsteherin Margot Klement möchte auch in dem Musikdorf ein solches Gerät deponieren, das bei Kammerflimmern durch schnellen Einsatz Menschenleben retten kann.
Einfach zu bedienen
Sie hatte deshalb zu einer Informationsveranstaltung in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Rund fünfzig Personen aller Altersschichten wollten sich die Funktion eines solchen Defibrillators, kurz Defi genannt, erläutern lassen. Klement freute sich über das große Interesse. Wie sie sagte, sei sie davon überzeugt, dass es eine gute Sache für Weiperz wäre. „Wenn nur ein Menschenleben damit gerettet werden kann, hat sich die Anschaffung rentiert,“ unterstrich die Ortsvorsteherin. Mittlerweile sei die Finanzierung durch Feuerwehr, VdK-Ortsverband und Gabi Drews von der Buchhandlung „Bücher und mehr“ gesichert.
DRK-Bereitschaftsleiter Richard Schneider hatte ein Demo-Gerät dabei, das dem anzuschaffenden Laien-Defibrillator ähnelt. Er betonte, dass er ein so großes Interesse bislang noch nicht erlebt habe. Es sei erstrebenswert, dass in jedem Sinntaler Ortsteil ein Defi platziert werde. Der in Sterbfritz sei bereits im Einsatz gewesen. Die verdrängende Meinung, dass man kein Kammerflimmern bekomme, sei falsch, denn dieses könne jedermann treffen. „Herzstillstand, was nun? Das ist die Frage, die über Leben und Tod entscheidet“, sagte Schneider und erläuterte den Defibrillator, der wirklich einfach zu bedienen sei.
Das Gerät wird aktiviert, woraufhin klare und ruhige Sprachanweisungen den Bediener Schritt für Schritt in der Ersten Hilfe anleiten. Von der Platzierung der Elektroden bis hin zur Impulsabgabe. Der Defi erkennt automatisch den Herzrhythmus des Patienten und entscheidet danach, ob eine Defibrillation notwendig ist. Nur bei positivem Ergebnis wird die Funktion freigeschaltet und fordert dann zum Defibrillieren sowie zur Herz-Lungen-Wiederbelebung auf. Bei Kammerflimmern sei die sofortige Defibrillation eine maßgebliche Behandlung. Jede Minute ohne diese verringere die Wahrscheinlichkeit einer Wiederbelebung um sieben bis zehn Prozent, erläuterte Schneider.
Nach der Powerpoint-Präsentation und der reellen Demonstration durch Ausbilder Schneider konnte jeder selbst die Puppe Wigbert „retten“. Das Gerät einmal selbst zu bedienen, empfanden die Besucher als sehr wichtig, denn es nahm die Angst, dass man etwas falsch machen könnte.
Nach dem Informationsabend bemängelten die Versammelten, dass es in Weiperz nur sechs Voraushelfer gebe. Da diese tagsüber nicht alle verfügbar seien, sprach man sich für eine Werbeaktion für weitere Ersthelfer aus. Der Weiperzer Laien-Defibrillator wird am Seiteneingang des Dorfgemeinschaftshauses angebracht – dort, wo früher das öffentliche Telefon installiert war.
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