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26. April 2012



Grundschul-Schließungen nicht vor 2013/2014

Von Hanns Szczepanek

Sinntal
Die Zukunft der Grundschulen in Sinntal stand im Mittelpunkt einer Anhörung, die am Mittwoch in der Mehrzweckhalle Sterbfritz stattfand. Ein wichtiges Ergebnis: Im kommenden Schuljahr 2012/2013 wird noch keine der Sinntaler „Zwergschulen“ ihre Pforten schließen müssen.

Kreis-Schuldezernent Matthias Zach (Grüne) hatte den Termin in Sterbfritz anberaumt, nachdem an ihn großer Informationsbedarf aus der ländlich geprägten Flächengemeinde mit Nachdruck herangetragen worden war. Rund drei Dutzend Vertreter aller Sinntaler Schulstandorte, des staatlichen Schulamtes, Elternvertreter sowie auch die Bürgermeister der Nachbarkommunen Schlüchtern und Steinau verfolgten die Anhörung, deren zentraler Bestandteil der Informationsaustausch war.

Der seit vorigem November amtierende Zach hatte in Presseerklärungen sowie in Gremien eine Abkehr von der Linie seines Vorgängers Günter Frenz (CDU) durchblicken lassen, der die Kleinstgrundschulen soweit irgend möglich erhalten wollte. Diese politische Vorgabe der 2011 zerbrochenen großen Koalition im Kreistag hält der jetzige Schuldezernent Zach vor dem Hintergrund des demografischen Wandels für nicht mehr tragfähig, zumal es künftig gerade im ländlichen Raum deutlich weniger Kinder geben werde als in Ballungsräumen wie etwa dem westlichen Main-Kinzig-Kreis.

Matthias Zach war gestern Abend nach Sitzungsende für unsere Zeitung nicht mehr erreichbar, wohl aber Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD). Der Rathauschef zeigte sich erleichtert darüber, das im kommenden Schuljahr keine Sinntaler Grundschule geschlossen werde. Allerdings „wissen wir natürlich, dass nicht alles so bleiben kann, wie es derzeit ist“. Denn bei unveränderter Situation würden die Erstklässlerzahlen pro Schule alsbald einstellig sein. Zach habe klargemacht, dass eine Grundschule mit nur gut einem Dutzend Schüler und nur einer Klasse keine sinnvolle Größe mehr darstelle.

Nach den Worten Ullrichs stehen derzeit die Schulen in Jossa, Sannerz und Züntersbach zur Disposition. Zu klären sei aber noch, ob diese ab dem Schuljahr 2013/2014 geschlossen oder – wie die Hauptschule Sterbfritz – langsam auslaufen sollen. Die Grundschule in Mottgers befinde sich durch den Neubau nicht auf der Streichliste. Die einklassige Grundschule Züntersbach könnte zum Beispiel in der Alfred-Kühnert-Schule Oberzell aufgehen.


Leser-Kommentare ( 6 )
  • melisande (7) | 26. April 2012;26.04.2012;1335423536 --> 26 April 2012
    einklassige Schule

    Die Grundschule Sannerz hat 6 Jahre als einklassige Grundschule funktioniert. Von diesen Schülern sind mehr als die Hälfte auf das Gymnasium gewechselt und nehmen dort mit gutem Erfolg teil. Wieso sollte dies weiterhin nicht mehr funktionieren?!

  • Benutzer (19) | 26. April 2012;26.04.2012;1335442882 --> 26 April 2012
    Teure Rechnung 1

    Es gibt zwei Erklärungen: 1. Weil das ein Konzept des Vorgängers war, von dem man sich -milde formuliert- distanzieren möchte. Das wäre im Übrigen Unfug. 2. Weil man Geld sparen möchte UND muss (wieder am falschen Ende?), und diese Zwergschulen natürlich erhebliche Kosten verursachen (insbesondere im Bereich Gebäudemanagement, aber auch Personaleinsatz), ohne an dieser Stelle die schwierige Frage einer Kosten-Nutzen-Rechnung zu berühren.

  • Benutzer (19) | 26. April 2012;26.04.2012;1335442917 --> 26 April 2012
    Teure Rechnung 2

    Man redet in der Tat viel von individueller Förderung, aber die Frage stellt sich immer: Wer finanziert das? Der Erhalt von Zwergschulen macht -vor dem Hintergrund des Anspruchs der individuellen Förderung und der Bedeutung des vertrauten sozialen Umfelds- im Grundschulbereich durchaus Sinn, wohingegen in der Sekundarstufe I der Unterricht in größeren Schul"zentren" -Versorgung mit Fachlehrern, Zugang zur Infrastruktur- vorzuziehen wäre.