Hallenbad vorerst geschlossen
hgs
Salmünster
Seit Jahren ist klar, dass die Kleinschwimmhalle in Salmünster saniert werden muss. Doch noch immer ist unklar, wer dafür wieviel zahlen und wie danach der Betrieb aufrechterhalten werden soll. Am Montag steht das Thema im Stadtparlament erneut auf der Agenda, denn das Hallenbad ist geschlossen.
Hintergrund ist der jüngste Schritt des Turnvereins Salmünster (TVS), der nach Auskunft seines Vorsitzenden Winfried Ottmann den Betrieb des Hallenbades zum 31. August gekündigt hat. Enttäuscht zeigt sich hiervon besonders Katharina Heinen, Leiterin der Henry-Harnischfeger-Schule. Sie habe erst am Montag erfahren, dass für ihre Schüler bis auf Weiteres kein Schwimmunterricht mehr möglich ist.
Ottmann hält es für unerlässlich, dass der vorliegende Entwurf der Nutzungsvereinbarung von der Stadt überarbeitet wird. Derzeit sehe die Vereinbarung vor, dass der TVS das volle Risiko für steigende Energie- und Personalkosten trage. Wenn aber eine ehrenamtliche Koordinierung nicht mehr möglich sei und hauptamtliche Kräfte nötig würden, „kann dies unser Verein nicht mehr leisten“, so Ottmann.
Im Rathaus der Kurstadt wird die Schließung des Hallenbades kritisch gesehen, zumal eine abschließende Entscheidung noch ausstehe. Denn: „Die Stadt war und ist bereit, den Betrieb bis zu einer Entscheidung durch Zuschüsse zu finanzieren“, erklärte Bürgermeister Lothar Büttner (parteilos) gestern auf Anfrage. Allen Beteiligten sei allerdings seit zwei Jahren bekannt, dass die Schließung der Kleinschwimmhalle entweder wegen der Sanierung kurz bevorstehe oder sogar dauerhaft notwendig sei, falls „keine ausreichende Förderung erfolgt“.
Die Sanierungskosten werden vom Magistrat auf netto 2,97 Millionen Euro beziffert, wovon die Kurstadt 1,92 Millionen und das Land Hessen eine Million aufbringen sollen. Der TVS soll 50 000 Euro beisteuern. In der Vorlage für die Stadtverordneten weist die Verwaltung darauf hin, dass aus haushaltsrechtlichen Gründen eine Aufsplittung der Sanierungskosten für das Hallenbad und die Folgekostenfinanzierung nicht zulässig sei.
Heute Abend ist dem Vernehmen nach ein Treffen zwischen Verantwortlichen aus Rathaus und TVS anberaumt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ein Grund: Es sind Fristen einzuhalten. Zum Beispiel gibt es einen Zuschuss zur Energiesanierung aus Wiesbaden nur noch dann, wenn das Projekt bis zum Ende diese Jahres auf den Weg gebracht worden ist.
Leser-Kommentare ( 2 )
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Occupy (366) | 16. August 2012;16.08.2012;1345102173 --> 16 August 2012
Geduldsfaden gerissen
Mit Recht lässt sich der TV nicht mehr länger hinhalten oder schlechter: verschaukeln. Während für den Sodener Prestige-Schwimmpalast jeder Kredit möglich ist und der Bodensatz der städtischen Kasse herhalten muss, ließ man die bürgernahe Schwimmhalle Stück für Stück verrotten. Der hauptverantwortliche Kapitän Büttner wird allerdings sein sinkendes Stadtschiff sicher als Erster verlassen und nicht mit ihm untergehen.
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schneucker (8) | 21. August 2012;21.08.2012;1345567032 --> 21 August 2012
Danke
Danke für diesen Kommentar über die Stadthalle - oder war die gar nicht gemeint

Aber ja, das kennt man doch. Dieses "Stück für Stück" verrotten lassen ...









