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31. Dezember 2011



Intensivere Zusammenarbeit geplant

KN

Region
Das Ärztenetz Spessart und die Main-Kinzig-Kliniken haben sich während einer Klausurtagung mit der medizinischen Versorgungslage auf dem Land befasst. Diese wird als kritisch eingestuft.

Die Frage, wie die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum langfristig gesichert werden kann, würden sich heute nahezu alle Vertreter des Gesundheitswesens stellen. Denn auch in der Diskussion um eine Neuordnung des deutschen Gesundheitswesens gewinne diese Problematik immer mehr an Bedeutung. Viele Beteiligte würden nach geeigneten Lösungen suchen.

Mit diesem Thema haben sich nun auch das Ärztenetz Spessart und die Main-Kinzig-Kliniken befasst. Zur Klausurtagung trafen sich vom Ärztenetz Dr. Ulrich Dehmer, Dr. Eberhard Wetzel und Dr. Norbert Staab sowie die Geschäftsleitung der Main-Kinzig-Kliniken, vertreten durch den Ärztlichen Leiter Dr. Hans-Ulrich Rhodius, seinem Stellvertreter Dr. Heiner Roos, Geschäftsführer Dieter Bartsch und dem stellvertretenden Geschäftsführer Ralph Ries. „Wie kann unser gemeinsamer Beitrag aussehen, damit alle Patienten unabhängig von ihrem Wohnort im Landkreis einen gleich guten Zugang auch langfristig zu medizinischer Versorgung haben?“ Das sei die Leitfrage gewesen.

Beim Betrachten der aktuellen Situation stellten die Vertreter der niedergelassenen Ärzte mit den Krankenhausvertretern einstimmig fest: „Auch wenn unsere lokale medizinische Infrastruktur heute noch weitestgehend zufriedenstellend ist, müssen wir jetzt nach Lösungen für Morgen suchen.“ Denn in naher Zukunft könne die Situation eintreten, dass sich nicht genügend Nachwuchsmediziner für eine Praxis auf dem Land zur Verfügung stünden.

„Deshalb wollen wir gemeinsam mit dem Ärztenetz Spessart intensiver zusammenarbeiten“, erklärte Kliniken-Geschäftsführer Bartsch und ergänzte: „Bei dieser gegenseitigen Unterstützung ist es uns wichtig, dass wir die Stärken der beiden Kooperationspartner zielorientiert nutzen.“ So sei die flächendeckende, ambulante ärztliche Versorgung primär Aufgabe der niedergelassenen Haus- und Fachärzte, während die Gelnhausener und Schlüchterner Kliniken für eine heimatnahe, qualitativ hochwertige Versorgung stünden. Neben dem stationären Versorgungsauftrag hätten die Main-Kinzig-Kliniken zusätzlich als akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt auch einen Ausbildungsauftrag. Das bedeute, dass sich angehende Mediziner im Krankenhaus Gelnhausen oder Schlüchtern zum Facharzt weiterbilden lassen können. Hier soll die geplante Kooperation von Ärztenetz und Kliniken ansetzen: „Mit Hilfe von gut organisierten Facharztausbildungen wollen wir die ambulante Versorgung stärken“, sagte Bartsch.

Ein erstes erfolgreiches Beispiel sei die Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin, welche die Main-Kinzig-Kliniken gemeinsam mit dem Ärztenetz Spessart und dem Hausärzteverband Hessen vor etwa einem Jahr gestartet habe. „Inzwischen haben sich einige Jungmediziner für dieses Ausbildungsprogramm beworben. Ich denke, wir sind mit dem Konzept der Verbundweiterbildung auf dem richtigen Weg“, bestätigte Vorstandsvorsitzender des Ärztenetzes, Dr. Ulrich Dehmer. Das sei aber nicht die einzige Lösung. „Außerdem wollen wir Nachfolgeregelungen für niedergelassene Praxen frühzeitig mit den Main-Kinzig-Kliniken besprechen, um so auch Krankenhausärzte, die sich noch in der Ausbildung befinden, zu erreichen und diese für die Möglichkeiten einer Niederlassung zu begeistern.“

Jüngste Überlegungen der hessischen Krankenhausgesellschaft sähen für Krankenhäuser in Regionen, wo die medizinische Versorgung durch die niedergelassenen Haus- und Fachärzte nicht sichergestellt sei, eine verstärkte ambulante Tätigkeit vor. Für den mittleren und östlichen Main-Kinzig-Kreis gelte dies jedoch nicht. Denn durch die Kooperation zwischen den niedergelassenen Ärzten und den Main-Kinzig-Kliniken werde die ambulante Versorgung gestärkt. 



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