Interkultureller Austausch zwischen Sinntaler und Istanbuler Drittklässler
Von Walter Dörr
Sterbfritz
Mit dem Projekt „Flaxxini – eine Reise um die Welt“ beginnt die Mittelpunktschule Kinzigquelle Sterbfritz einen interkulturellen Austausch zwischen jungen Menschen aus Sinntal und der türkischen Metropole Istanbul.
Einen großen silbernen Reisekoffer haben die zwei Clowns Flax und Max (das Künstlerduo „einfach riesig“ Katrin Lachmund und Christian Menzel) dabei, als sie die Turnhalle in Sterbfritz betreten. Noch leer, soll er im Laufe des Tages mit vielen Briefen, Bildern und gebastelten Freundschaftsbändchen der Drittklässler der Mittelpunktschule Kinzigquelle in Sterbfritz bestückt werden, um dann die Reise zu Schülern nach Istanbul anzutreten.
„Wir wollen junge Menschen unterschiedlicher Nation in Kontakt bringen und gleichzeitig die kindgerechte Thematisierung von Vorurteil und Fremdenfeindlichkeit fördern“, erklärt Gerald Flinner, Geschäftsführer der Kinderinitiative Bad Orb, die zusammen mit der Mittelpunktschule Sterbfritz das Projekt „Flaxxini – eine Reise um die Welt“ veranstalten, das von VR-Bank, Kreissparkasse, ÜWAG Fulda und dem Main-Kinzig-Kreis gesponsert wird. Ein Integrationsprojekt, bei dem Drittklässler über die Grenzen zweier Länder hinweg näher gebracht werden – und bis zum Grundschulende in Kontakt bleiben sollen. Für die Sterbfritzer Schule wurde in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut die IELEV-Schule in Istanbul ausgewählt, eine staatlich anerkannte Grundschule in der Trägerschaft einer Stiftung. Eine moderne Schule, an der die Kinder bikulturell erzogen werden und bereits in der Vorschule Deutsch lernen.
Regelmäßiger Kontakt per Brief und Mail
„Es geht auch darum, sich mit dem Islam auseinanderzusetzen“, erklärte Schulleiter Douglas Reinsel. Flinner sprach die Problematik Vorurteile und Rassismus an. Seit 2010 seien 1 100 Kinder erfolgreich in Kontakt gebracht worden, man maile sich und tausche sich aus. Fremdheit werde minimiert. „Im Unterricht haben wir mit unseren Drittklässlern bereits die Unterschiede zischen Sinntal und Istanbul erarbeitet“, erzählen die Lehrerinnen Anne Kühlthau (Grundschule Sannerz) und Silke Rech (Sterbfritz). „Wo liegt die Riesenstadt Istanbul überhaupt?“, war eine der Fragen. Die unterschiedlichen Kulturen lernte man kennen, die andere Sprache und auch den Unterschied, dass in der Türkei mehr Tee als Kaffee getrunken werde.
„Die Worte werden komisch geschrieben“, fiel den beiden Schülern Anna Lena und Merlin auf. Sie warten nun gespannt auf die Antworten, die die türkischen Schüler schreiben. Nachdem nämlich die Briefe und Bilder im großen Koffer verstaut wurden, bringen die Clowns die Post nach Istanbul. Auf den Heimweg gibt die Partnerschule dann ihre persönlichen Nachrichten mit. So entstehen persönliche Verbindungen. „Kinder sind alle gleich und lachen über das Gleiche,“ erzählten die Clowns, die wussten, dass ein typisch türkisches Spiel „Der Plumpsack“ sei. Für die kindgerecht lustige Vorführung der Clowns Flax und Max waren neben den Mittelpunktschülern und den Grundschülern aus Sannerz auch die Kindergartenkinder der benachbarten Kita „Rappelkiste“ gekommen.
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