Junge aus Rumänen hat Augenoperation gut überstanden
Von Walter Dörr
Vollmerz
Im Sankt-Josefs-Hospital in Hagen wurde der rumänische Junge Josef Gabor operiert, erhielt dann von einem Okulisten ein Implantat eingesetzt und ist geheilt wieder nach Hause gefahren.
Das Motto „Freude bereiten – Not begegnen“ füllen die Helfer des Vollmerzer Hilfswerkes „Das Kunterbunte Kinderzelt e. V.“ jeden Tag mit Leben aus. Insbesondere für die Kinder in den Städten Balan und Gheorgheni (Siebenbürgen, am Rande der rumänischen Karpaten).
Der kleine Josef lebt mit seiner Familie außerhalb des Romadorfes in Gheorgheni. Seit 2004 sind sie im Kinderpatenschaftsprogramm mit dem Namen „Schmetterling“ des Vereins „Das kunterbunte Kinderzelt“. 115 Paten werden zurzeit betreut. Vor eineinhalb Jahren bekam Josef einen Pferdetritt gegen den Kopf. Dadurch erlitt er einen Überdruck und einen Riss im Auge. Augenflüssigkeit lief aus – sein rechtes Auge erblindete. Aufgrund der schlechten hygienischen Umstände entzündet sich das Auge häufig. Der eigentlich aufgeweckte Junge litt sehr unter der Verunstaltung.
Vater will auf regelmäßigen Schulbesuch drängen
Das Kinderzelt-Team nahm den Jungen zusammen mit seinem Vater Josef mit nach Deutschland, da die benötigte Operation in Rumänien nicht möglich war. Am 3. August wurde der kleine Josef im Sankt-Josefs-Hospital in Hagen, einer Fachklinik für Augenheilkunde operiert. Insgesamt 6000 Euro kostete die OP samt Implantat. Eine Woche blieb der junge Patient in Hagen. Am 16. August erhielt Josef im Kölner Institut für Augenprothetik Wolfgang Trester eine vorläufige Prothese, die am 1. September gegen eine „richtige“ ausgetauscht wurde, die jetzt für ein Jahr getragen werden kann. Im nächsten Jahr steht ein weiterer Kontrolltermin in Deutschland an.
Mit einem speziellen Spendenaufruf bat der Verein Kunterbuntes Kinderzelt um Hilfe und fand große Unterstützung. Die Gabors konnten die Kosten nicht selbst übernehmen, da Vater Josef als Tagelöhner in einer Fabrik nicht viel Geld verdiene. „Sie leben von der Hand in den Mund“, beschreibt Projektbetreuer Kai Handel die Situation in Rumänien. Gebe es in der Fabrik keine Arbeit, gehe Josef in den Wald und sammle Pilze und Beeren. Alteisen, das er wieder verkaufe, bringe auch Geld. Für die Hilfe und die Operation sind die Gabors sehr dankbar.
Der elfjährige Joschi, wie der Junge liebevoll genannt wird, könne nun ohne hässliche Kennzeichnung aufwachsen. Nach seinem Aufenthalt in Deutschland, während dem sein Vater und er bei einer Gastfamilie in Bad Brückenau wohnten, kann er nun nach Hause fahren, wo ihn seine Mutter und Brüder Norbert (9), Soltan (6), Robika (2) sowie Schwester Elsa (7) erwarteten. In Rumänien besucht Josef dann wieder die dritte Klasse der Staatsschule. Wie sein Vater Josef signalisierte, werde er auf einen regelmäßigen Schulbesuch drängen, der in Rumänien nicht üblich ist. Joschi soll die Chance für ein vernünftiges Leben nutzen.
Leser-Kommentare ( 0 )
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden








