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11. April 2010



Kursteilnehmer werden zu Clowns ausgebildet

BAD ORB „Clown/Clownin im Altenheim“: Mit dem ersten Kursabschnitt begann im Bad Orber evangelischen Bildungszentrum (EBZ) eine in Deutschland bislang einmalige Langzeitfortbildung.

Sie soll beruflich und ehrenamtlich Interessierte darauf vorbereiten, in eine besondere Form des Kontaktes mit alten Menschen zu treten. Einmalig ist auch die enge Einbindung von Glauben und Theologie. Mit der Praxisphase im April 2011 schließt die Ausbildung. Dr. Gisela Matthiae, Theologin und Clownin aus Gelnhausen, Gabi Erne, Clownin im Altenheim in Kirchheim, und die EBZ-Leiterin, Pfarrerin Annegret Zander, leiten die Kurse. Die jüngste Teilnehmerin ist 26 – die älteste zählt 73 Lenze. Eine Pfarrerin und eine Akrobatin im Ruhestand sind ebenso darunter wie Menschen aus sozialen Berufen und von Besuchsdiensten sowie eine ehemalige Pflegedienstleiterin.

Die künftigen Clowninnen kommen aus Bad Orb und der Region, bis hin nach Kassel oder Bremen. Den weitesten Weg hat eine Teilnehmerin aus St. Pölten in Österreich. Der einzige Mann hat den Weg von Herleshausen nach Bad Orb gefunden. Viele Arbeitgeber der Teilnehmer unterstützen die Fortbildungsmaßnahme. Ein Kooperationspartner ist die Martin-Luther-Stiftung Hanau. Dort finden die Praxistage statt, die zeigen, wie sich ein Clown im Altenheim bewähren kann.

Rotbenaste sorgen für Entspannung


„Es ist richtig gut losgegangen“, freut sich Annegret Zander nach dem ersten Abschnitt und Gisela Matthiae fügt hinzu: „Die schmeißen sich richtig rein und trauen sich.“ Und im Haus ist pralles Leben, wenn fast 20 Rotbenaste mit „Spaß an de‘ Freud‘“ durch den Saal stürmen oder „touristisch unterwegs“ sind, um bestimmte Situationen zu mimen oder als „leidende Clowns“ ihr Bestes zu geben. „Bei Clowns hat es immer damit zu tun, dass nicht alles glatt geht. Ein Clown ist nicht perfekt. Vieles geht ihm daneben. Er scheitert, ist erstaunt und versucht es immer wieder“, erklären die Pfarrerinnen Zander und Matthiae. In der späteren Praxis erfahren die Clowns in den Altenheimen in Vorgesprächen etwas über den biographischen Hintergrund und die Lebenserinnerungen der Senioren, um sich darauf vorzubereiten.

Gabi Erne, die als Clownin Rosinchen beim Landesseniorentag im Herbst bereits erfolgreiche Kostproben ihres Könnens im EBZ darbot, begrüßt beispielsweise gerne mit einem fröhlich gesungenen „Horch, was kommt von draußen rein?“ – und hat oft damit schon den Fuß in der richtigen Tür. Selbst Menschen mit Demenzerkrankungen finden Entspannung bei den Besuchen. Grundlagen des Trainings im EBZ sind Improvisationen, Wahrnehmungsschulung, Entwicklung von Figuren, Rollenspiele, Zusammenstellung des Besuchskoffers, Singen, Musizieren, Entwicklung von Ritualen; aber auch Humor in der Bibel, die spielerische Umsetzung biblischer Texte und Einbringen eigener Lebenserfahrung. Nicht „Bespaßung“, sondern einfühlsame Nähe, Interesse am Gegenüber, Freude und „frohe Botschaft“ im direkten Wortsinne mit einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen sollen vermittelt werden.

Von unserer Mitarbeiterin
Elsbeth Ziegler



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