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2. November 2012



Keine Probleme bei Marktvorbereitungen

Von Carsten Schumacher

Schlüchtern
Während der Kalte Markt in Schlüchtern für Stadt und Präsidenten schon in vollem Gange ist, sind Schausteller, Beschicker und örtliche Vereine mit dem Aufbau beschäftigt. Bei den meisten läuft alles glatt, hie und da gibt es noch ein paar Kleinigkeiten für den „Feinschliff“ zu beheben..

Knut Koller kümmert sich schon seit fünf Jahren um die Planung des Kalten Marktes. Auch jetzt ist er wieder von morgens bis abends auf den Schlüchterner Straßen unterwegs, weist den Schaustellern ihre Plätze zu, hört sich Probleme an und versucht diese schnellstmöglich zu lösen. „Dieses Jahr lief bisher alles gut, aber es gab auch schon schlimmere Zeiten. Klar, gibt es immer welche, die kurzfristig absagen oder sich gar nicht mehr melden. Die letzte Frist ist Samstag 10 Uhr, dann müssen alle Buden stehen.“

Hintergrund
Der  Kalte Markt 2012 hält für die Besucher so einiges bereit: 272 Marktbeschicker haben in den Gassen Schlüchterns ihre Buden aufgebaut und bieten ganz unterschiedliche Waren zum Kauf an. Von Auto-Skooter bis Ziegenkäse kann der Marktbesucher bei einem Bummel fast alles finden, was das Herz begehrt.
Fahrgeschäfte wie Berg- und Talbahn, Frisbee, Starlight (ein Kettenkarussell, das den Fahrgast 42 Meter über dem Boden schweben lässt) und Hexentanz versprechen Fahrspaß für Groß und Klein am Festplatz (Untertor). Dazu kommen noch etliche Fahrgeschäfte für die kleinen Marktbesucher.
Freunde von Spaß- und Spielbuden können bei Büchsen-, Eimer- und Pfeilwerfen sowie Pferderennen oder an Schießbuden auf ihre Kosten kommen.
Von Brezeln über Crêpes, Knoblauch-Baguettes, Fisch und Pizza bis hin zu XXL-Bratwürsten findet sich für jeden Gaumen etwas. Mehr als 100 Ausschank- und Essensbuden bieten kulinarischen Spezialitäten an.
Hinzu kommen verschiedene Verkaufsstände für Haushalts-, Gebrauchs- und Bedarfsgüter jeglicher Art.
58 der 272 Stände und Buden haben Betreiber aus dem Altkreis Schlüchtern – das ist gut  ein Fünftel. / tim
Die meisten Marktstände der ansässigen Vereine und Geschäfte stehen bereits. „Ein bisschen Hektik ist jedesmal dabei und improvisiert wird sowieso. Am Ende entscheiden dann doch die Frauen, was noch gebraucht wird und wo es hin muss“, meint ein Helfer am Stand der Lebenshilfe Schlüchtern lächelnd. Helga Jungbauer, Vorstandsmitglied und Verantwortliche für die Präsenz am Markt, die wieder eine Tombola leitet, erklärt: „Wir haben im ganzen Bergwinkel gesammelt und die Gewinne bestehen aus Spenden und dazu gekauften Preisen. Ohne ehrenamtliche Helfer wäre das allerdings nicht möglich.“

Thorsten Deger legt währenddessen letzten Schliff an die Almhütte der Blumengalerie an. „Neben unseren üblichen Artikeln bieten wir auch Dekoration für die nahende Weihnachts- und Winterzeit an. Gegen den Durst gibt es bei uns Glühwein und Hugo, das neue Trendgetränk“, teilte Andrea Deger mit. „Das neumodische Szenegetränk schwappte im Frühjahr aus dem Alpenraum immer weiter nach Deutschland. Es besteht aus Prosecco, Holundersirup, einem Spritzer Limette, einem Schuss Mineralwasser und frischen Minzblättern. Wem das leichte Frühlingsgetränk für diese Jahreszeit zu kalt ist, muss einen Glühwein trinken.“

Genauso unproblematisch läuft der Aufbau der Fahrgeschäfte auf dem Parkplatz am Untertor. „Das Gröbste haben wir schon hinter uns. Jetzt stehen noch kleinere Reparaturarbeiten an und es muss überprüft werden, ob alle Lichter gehen. Wir haben 21 Fahrzeuge und jedes hat seinen eigenen Antrieb, da ist es nicht weiter schlimm, wenn eines ausfällt“, erklärt Marlon Levy, der das Kinderkarussell Highway mitbetreibt. Die Mitarbeiter des Starlight-Fahrgeschäfts haben da etwas mehr zu tun. Das Grundgerüst steht noch nicht komplett, aber alles läuft geregelt und so ist man zuversichtlich, dass alles rechtzeitig fertig ist. Wie auch bei den restlichen Fahrgeschäften kommt der TÜV-Prüfer erst am Freitag, wenn jeder aufgebaut hat.

„Die meisten der Waren hatten wir schon beim Aufbau dabei und den Rest habe ich heute mitgebracht“, erzählt Natalie Eiserloh aus Frankfurt am Main, die auf dem Markt mit ihren zahlreichen Mandelvariationen wirbt. Mit ihrem Mann bietet sie im Mandelbüdchen aus Platzgründen nur rund 40 der 80 Sorten an. Von Amaretto über Chili bis Zimt ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Eine stellenweise nicht so schöne Aufgabe hat Burgkart Baumgarten. Als Ordnungspolizist ist er unterwegs und achtet darauf, dass die Schausteller in ihren Grenzen bleiben, genug Abstand halten und Feuerwehrzufahrten nicht blockieren. „Da erlebt man auch nicht so schöne Tage. Es gab schon Budenbetreiber die nicht ihren Wunschplatz bekommen und deswegen wieder abgebaut haben. Schlimmer noch sind die ortsansässigen Autofahrer“, beschwert sich der Ordnungshüter. „Anstatt sich zu freuen, den größten Jahrmarkt der Region in der eigenen Stadt zu haben, schimpfen sie über die Straßensperrungen. Manche lassen sich selbst davon nicht aufhalten, befahren diese und hindern so die Schausteller am Aufbau.“ Deswegen erfüllt Baumgarten damit eine wichtige Aufgabe und entlastet Knut Koller bei Planung und Umsetzung. Denn auch während des Kalten Marktes heißt es: Ordnung muss sein.


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