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13. Januar 2010



Verprügelte 40-Jähriger einen elfjährigen Jungen?

SCHLÜCHTERN Wenn sich Grundschüler prügeln, ist es für die einen Erwachsenen eine Bagatelle – und für die anderen ein Grund, den elfjährigen Schläger selbst zu schlagen. So soll es an der Bergwinkelschule passiert sein.

Der eine ist zehn, der andere elf. Beide besuchen die Bergwinkel-Grundschule in Schlüchtern. Und sie haben sich geprügelt, am letzten Tag vor den Weihnachtsferien. Soviel steht schon mal fest. In der kleinen Pause am ersten Tag nach den Ferien kam ein Mann auf den Schulhof. Er ist der Vater des Zehnjährigen und zog dessen Kontrahenten zur Rechenschaft für die Prügelei. Soviel steht auch fest. Aber dann hört es mit den feststehenden Tatsachen auch schon fast auf, und Aussagen stehen gegen Aussagen.

Die Mutter des Elfjährigen sagt, der Vater des Zehnjährigen habe ihrem Sohn „zwei Ohrfeigen gegeben, ihn am Kragen hochgehoben, auf den Boden geschmissen und ihn getreten“. Die 37-Jährige rief bei den Eltern des anderen Jungen an: „Es gab keine Entschuldigung – im Gegenteil. Die fanden das ganz normal.“ Sie habe die Eltern gefragt, wie sie es denn fänden, wenn sie ihre Leute schickte, um den Jungen verprügeln zu lassen. „Aber Gewalt kann man ja nicht mit Gewalt lösen“, sagt sie gegenüber unserer Zeitung.

Rücken- und Kopfschmerzen

Ihr Sohn habe nun Rücken- und Kopfschmerzen und seit drei Tagen die Schule nicht mehr besucht. Die Frau türkischer Abstammung hat den anscheinend gewaltätigen Erwachsenen bei der Schlüchterner Polizei angezeigt und verlangt, dass er die Schule nicht mehr betreten darf. „Ich werde einen Teufel tun, ein fremdes Kind anzufassen“, sagt der Beschuldigte. Er sei mit seinem Sohn schon dreimal beim Arzt gewesen, weil der andere Junge diesen verprügelt habe.

An besagtem Montag sei er zufällig an der Schule gewesen und habe gesehen, dass zwei Kinder am Boden lagen und der türkische Junge schon wieder geprügelt habe. „Die Lehrer gehen Zigaretten rauchen, und die Kinder sind sich selbst überlassen“, meint der 40-Jährige, der seiner Einschätzung nach eingreifen musste. Er sei daraufhin zu dem Jungen und habe ihm auf Türkisch gesagt, er solle seinen Sohn in Ruhe lassen. „Das sind integrationsunwillige Ausländer, die verstehen ja kein Deutsch.“ Der Schlüchterner wirft der Schule vor, nichts unternommen zu haben. Er will nun einen Schulverweis für den Elfjährigen erwirken.

War es „eine ganz normale Schulhofprügelei"?


„Wir lassen uns schon viel gefallen, aber hier geht es um Prävention“, sagt der Mann, der nicht verstehen kann, dass „die in unser Land kommen und uns nicht einfach in Ruhe lassen“. Auch hat er die Mutter des türkischen Buben so verstanden, dass sie „ihre Meute“ schicken will, um seinen Sohn umzubringen. Und er ist aufgebracht darüber, dass sein Sohn anscheinend vor der Klasse gefragt wurde, ob er seinen Vater am Montag bestellt habe.

Zudem, so der 40-Jährige, habe eine Lehrerin zu ihm gesagt, das Hinnehmen gehöre zur Integration. Morgen haben er und seine Frau ein Gespräch mit Konrektorin Kornelia Fußnegger. Wie die Schulleitung weiter vorgeht, konnte die 56-Jährige am Mittwoch noch nicht sagen. Sie ist sich allerdings sicher, dass es sich bei der Schlägerei vor den Ferien um eine „ganz normale Schulhofprügelei“ gehandelt hat. Eine Feindschaft zwischen den Jungen gebe es nicht. Dass sie bis jetzt noch nicht reagiert habe, liege daran, dass die Prügelei der Jungs zehn Minuten vor Schulschluss am letzten Tag vor den Ferien gewesen sei. „Aber wir sind alle entsetzt und werden reagieren.“

Von unserer Volontärin
Eveline Burkhart



Leser-Kommentare ( 3 )
  • H.Havan (1) | 13. January 2010;13.01.2010;1263414508 --> 13 Januar 2010
    seit wann dürfen Erwachsene in Schulhof Kinder...

    -der Herr hat sich gedacht die Lehrer sind nicht da, er meint er könnte kinder verprügeln. .
    -was ist intgratsion kinder im Schulfof verprügelen
    -Wo sind unsere kinder noch vor solchen aggressive menschen sicher.

  • cigdem (1) | 14. January 2010;14.01.2010;1263428794 --> 14 Januar 2010
    lieber integrationsunwillige als kinderschlager

    Was für ein zufall aber?Zufäälig kommt er am ersten schultag nach den frein in die schule und was sieh er der 11 jährige junge der sein sohn am letzten schultag vor den frein geschagen haben soll prügelt sich????????????Ich denke mir er hat 3 wochen nach gedacht wie er denn jungen am besten prugeln kann.Und dann redet er von integrationsunwillige.Ich als eine stolze türkin bin ich lieber integrationsunwillige ausländerin als ein kinderschlager was für ein vorbild für die kommende genarasion.

  • Kretafreak (1) | 14. January 2010;14.01.2010;1263469715 --> 14 Januar 2010
    Manche Landschaftsbauer können sich alles...

    .... und gehen dann auch noch in die Offensive: einer Mutter Morddrohungen zu unterstellen und die Lehrer durch den Kakao zu ziehen!?!?
    Doch als Landschaftsbauer in Schlüchtern der - nach Ansicht des Stadtparlaments - zu den besten Gewerbesteuerzahlern der Stadt gehört kann man sich alles erlauben....:
    Der Mann ist jedoch in Schlüchtern kein Unbekannter: siehe (abgeholzter) Bannwald-Verkaufs-Affäre an Unternehmer M. Heumül. im Jahre 2003
    http://www.schluechtern-online.de/news_2003/03.htm