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10. September 2012



"Kinzigtal total": Rekordteilnehmerzahl und Sonne satt

Von Sarah Schleich

Main-Kinzig
Schon zum 20. Mal fand am Sonntag Kinzigtal total statt - und die Sonne feierte mit: Bei strahlend blauem Himmel waren etwa 100 000 Radfahrer entlang der Kinzig unterwegs.

Herrliches Wetter, viele motivierte Helfer und noch mehr Radfahrer, Skater und Wanderer: beste Voraussetzungen für einen gelungenen Kinzigtal-total-Sonntag. Noch dazu in einem ganz besonderen Jahr, denn das Radfahr-Event feierte 20-jähriges Jubiläum. Groß und Klein radelten oder skateten die Kinzig ab- und aufwärts.

 Landrat Erich Pipa (SPD) eröffnete die Veranstaltung um neun Uhr morgens in Sterbfritz. „Heute haben sich alle ganz besonders ins Zeug gelegt. Weniger wegen des Jubiläums, sondern wegen des tollen Wetters, das schon länger angekündigt war“, erklärte Pipa. Dabei gab es dieses Jahr zum ersten Mal eine bislang unbekannte Hürde zu bewältigen: 25 000 Euro mussten gezahlt werden, um die vielen Straßen im Kinzigtal für die Radfahrer und Skater sperren zu dürfen. Das sei das erste Mal der Fall, sagte Pipa.

Er dankte den 30 Sponsoren, den vielen Helferinnen und Helfern, die durstige und hungrige Sportler mit Getränken und Köstlichkeiten versorgten. Insgesamt waren rund 3000 Frauen und Männer damit beschäftigt, den Teilnehmern von Kinzigtal total einen unvergesslichen Sonntag zu bereiten. Für die Sicherheit der Teilnehmer sorgten Polizei und Feuerwehr, die mit zahlreichen Mitarbeitern vertreten waren.

Nicht nur Erich Pipa, auch ehemaliger Landrat Karl Eyerkaufer, Bürgermeister Carsten Ullrich (beide SPD), Pfarrer Arne Schmitz und Gerald Blum, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sterbfritz, begrüßten die Radler in Sterbfritz. Sogar einige besondere Geschenke wurden verteilt: Eyerkaufer, der Kinzigtal total ins Leben gerufen hatte und gestern zum zwanzigsten Mal mitfuhr, bekam eine Uhr geschenkt und wurde von Pipa als „Vater der Veranstaltung“ gewürdigt. Gerald Blum erhielt stellvertretend für alle Sterbfritzer Vereine, die maßgeblich an der Organisation beteiligt waren, einen gläsernen Pokal, und „Zweirad-Roth“ überreichte dem Sterbfritzer Pfarrer eine Spende über 500 Euro für die Kirchenrenovierung.

Über 3000 Helferinnen und Helfer

Nach den offiziellen Grußworten zögerte man nicht lange, denn die Radfahrergemeinde stand bereits in den Startlöchern. Und dann war er eröffnet: Der Tag, an dem das Fahrrad Vorfahrt hat. Die 80 km lange Strecke durch das schöne Kinzigtal füllte sich mit Zweirädern, Inline-Skatern und Wanderern. 120 Mitarbeiter sorgten an 14 Stationen des Deutschen Roten Kreuzes dafür, dass aufgeschlagene Knie und sonstige Verletzungen schnell vergessen waren.
In der Brüder-Grimm-Stadt Steinau fanden sich die Radler am Kumpen zusammen. Ob ein erfrischendes Eis oder doch lieber ein herzhaftes Schnitzel, für das leibliche Wohl war mehr als ausreichend gesorgt. Während sich die Kleinen beim Malen, Basteln oder Bobby-Car-Fahren an einem der vielzähligen Stände vergnügten, entspannten die Großen in der Sonne.

Es herrschte beste Stimmung unter den Mitfahrern, und keiner musste lange warten, wenn mal Hilfe nötig war. Ein falsch eingestellter Fahrradsitz musste gestern keinem den Sonntag verderben: Denn schnell fand sich ein hilfsbereiter Radler, der Werkzeug zur Hand hatte und dieses gerne teilte. Sollte doch einmal professionelle Hilfe gefragt gewesen sein, so führte der Weg von Steinau nach Salmünster an der „bikeschmiede“ vorbei, einer Fahrradwerkstatt in Ahl. Hier waren Leute vom Fach bereit, gestrandeten Radfahrern weiterzuhelfen.

Die postiven Reaktionen, das Engagement der Helfer und die rekordverdächtige Teilnehmerzahl lassen darauf hoffen, dass dieses Straßenfest der Superlative nächstes Jahr wieder genau so schön wird. Doch wenn das Wetter wieder so toll wird, steht das wohl außer Frage.


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