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8. September 2012



Kliniken warnen vor schweren Schäden

hgs, lis

Bad Soden
Zu einem Infoabend über Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Kurstadt luden am Freitagabend „besorgte Bürger“ rund um Marion Betz-Berthold in das Sodener Maximilian-Kolbe-Haus ein – und gut 50 Besucher kamen.

Das Wort ergriffen Klaus Eichenauer für den NABU Bad Soden-Salmünster, der Arzt Dr. Eberhard Kuck aus Bad Orb sowie Ralf Baumgarten, Windkraftgegner aus Bad Orb.

Unterdessen veröffentlichte die Salztal-Klinik in Bad Soden namens des „Netzwerks für Gesundheit“, in dem sechs örtliche Kliniken verbunden sind, gestern eine von Dieter Holk unterzeichnete Stellungnahme zum Thema Windkraftanlagen. Sie ist an den Magistrat der Stadt sowie Rathauschef Lothar Büttner adressiert. Darin beklagt das Netzwerk, dass „ein Punkt, der unsere Stadt am Lebensnerv treffen wird“, in nicht-öffentlichen Sitzungen abgehandelt werde: Die Ausweisung von Flächen, auf denen Windkraftanlagen gebaut werden können. Hierfür sind der Münsterberg in Bad Soden und die Hohe Kuppe in Salmünster vorgesehen.

Nach Auffassung der Absender sollte sich gerade eine Kur- und Badestadt „besonders gründlich mit möglichen Folgen für das Kerngeschäft, nämlich der Gesundheit, befassen“. Einerseits werde die Therme mit viel Geld aufgerüstet und die Kliniken hätten 15 Jahre nach den Reformgesetzen zum Kurwesen deren Auswirkungen „halbwegs überwunden“, andererseits würde der Konkurrenz „ohne Not ein Marketinginstrument an die Hand gegeben, das da heißt: Besuchen Sie uns, wir sind windenergiefreie Zone, bei uns brauchen Sie keine Nebenwirkungen fürchten“. Werbekampagnen dieser Art seien kaum aufzuhalten, da es auch Kommunen gebe, die sich solchen Bestrebungen widersetzten.

Eindringlich mahnt Dieter Holk im Namen des Gesundheits-Netzwerks: „Wir befürchten, dass jetzt durch finanzielle Anreize die Saat gelegt wird für ein möglicherweise flächendeckendes Dahinsiechen des Gesundheitsstandortes Bad Soden-Salmünster. Wenn durch solche Beschlüsse eventuell hunderte Arbeitsplätze in Kliniken wegfallen, wenn der Handel und das Gewerbe keine Kunden mehr finden, wenn die Grundstückspreise verfallen, dann wird der finanzielle Schaden der Kommune ein Vielfaches dessen ausmachen, was nun kurzfristig erzielt werden könnte. Und hier wird völlig außer Acht gelassen, dass eine über Jahrhunderte gewachsene Landschaft und Infrastruktur innerhalb von kürzester Zeit endgültig werden wird.“ Deshalb sollten alle Entscheidungsträger ihre Argumente „intensivst“ auf Nachhaltigkeit prüfen. 


Leser-Kommentare ( 2 )
  • Fuzzy (78) | 9. September 2012;09.09.2012;1347186551 --> 09 September 2012
    Stimmt die Rechnung?

    Um solche Projekte durchs kommunale Parlament zu bekommen, werden meist überhöhte Einnahmenrechnungen zu grunde gelegt. Hier ist es wichtig, sich ein unabhängiges Bild zu machen. Durch den starken Ausbau der regenerativen Erzeugungsanlagen ist zukünftig vermehrt mit Abschaltungen zu rechnen, um die Netzstabilität nicht zu gefährden. Das bedeutet, dass auch die geplanten Einnahmen niedriger ausfallen können!!!

  • Occupy (366) | 10. September 2012;10.09.2012;1347290838 --> 10 September 2012
    Die falsche Rechnung aufgemacht

    In der in Soden angezettelten Pseudo-Siskussion mit einem Forum aus Fortschrittsverweigerern wurde eine ganz andere Rechnung aufgemacht: Die (um ihr geschäftliches Wohl!) besorgten Bürger stellen sich mit Gefühlsduselei gegen die zwingend nötige Energiewende und sind sich auch nicht zu schade, einen gegenüber BSS ansonsten "spinnefeindlichen" Herrn Baumgarten auftreten zu lassen. Wie schon oft, soll in BSS alles windstill stehen und kein Lüftchen der Veränderung wehen!