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20. August 2012



Konzert des Endgültigen Südhessischen Ukulelenorchesters

Von Kathrin Noll

Schlüchtern
Wippende Füße, nickende Köpfe, lächelnde Gesichter: Das „Endgültige Südhessische Ukulelenorchester“ bescherte dem Publikum am Freitagabend einen ebenso entspannten wie beschwingten Abend.

Gerne wird sie belächelt, als Eierschneider oder Schrumpfgitarre verunglimpft: die Ukulele. Der Legende nach soll ein portugiesischer Einwanderer namens Joan Fernandez 1879 das viersaitige Zupfinstrument mit in seine neue Heimat Hawaii gebracht haben.

Dort spielten bald alle das kleine Instrument: Einwanderer, Einheimische, selbst der König Kalakaua. Und weil die Finger dabei über das Griffbrett hüpften, erhielt die kleine Gitarre den Namen „Ukulele“ – „kleiner Floh“.
Auch in unseren Breiten fand die Mini-Klampfe Anklang: Seit 2003 sorgt das inziwschen auf acht Musiker angewachsene „Endgültige Südhessische Ukulelenorchester“ nicht nur in seiner Heimat für wippende Füße, nickende Köpfe und lächelnde Gesichter. Die humorvollen Mannen aus Mörfelden-Walldorf bescherten auch den Zuhörern im Kuki-Zelt einen beschwingten, entspannten und nicht zuletzt nostalgischen Sommerabend „in der Tikibar“.
Auf dem Programm stand eine bunte Mischung aus klassischem Barjazz der 30er- und 40er-Jahre, hawaiianischen Liedern, Chansons und Schlagern aus den Fünfzigern – das alles locker-flockig anmoderiert, flott gezupft und gesungen. „Ich kann euch nur beglückwünschen: So gut waren wir schon lange nicht mehr“, kommentiert Orchesterchef Bodo Kolbe den enthusiastischen Beifall.

Die Stimmung ist blendend – sowohl im Publikum als auch auf der Bühne. Spätestens bei „Schuld war nur der Bossanova“ singen die Zuhörer begeistert mit. Nach der Pause geht es mit Klassikern von Catarina Valente und Freddy Quinn, sowie exotischen Klängen der Südsee weiter.

Auf das bezaubernde „Blue Moon“  folgt das schmissige „Aux Champs Elysées“, auf das „Chanson vom Wirtschaftswunder“ der mitreißende „Konjunktur-Cha-Cha“ des Hazy-Osterwald-Sextetts. Nach dieser geballten Ladung guter Laune wollen die Schlüchterner ihre südhessischen Gäste natürlich nicht so schnell gehen lassen: Mit zwei Zugaberunden, in denen sie unter anderem ein witziges Sitzballett zu Friedrich Hollaenders Gassenhauer „Stroganoff“ zum Besten geben. Und zumindest im Bergwinkel hat die zu Unrecht verspottete Ukulele nach diesem vergnüglichen Abend einige neue Fans gefunden.


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