Krimesbloo beleuchtete das Dorfgeschehen
Von Walter Dörr
Sterbfritz
Die Sportgemeinde Germania Sterbfritz hat am Wochenende die Sterbfritzer Kirmes in der Mehrzweckhalle veranstaltet. Drumherum waren wieder Fahrgeschäfte, Buden und ein Feierzelt aufgebaut.
Bei Ortsvorsteher Stefan Euler holte gestern Nachmittag der 14 Männer starke Sterbfritzer Bloo den Kirmesstrauß mit den Klängen des Musikvereins 1924 Weiperz ab. Anschließend wurde der Spruch in der Mehrzweckhalle aufgesagt. Oberbloo Tobias Kohlhepp berichtete, was sich in den Vereinen zugetragen hat: „Ons SG is dos Joahr recht stork debei, do passier’n halt ville Sache, die müsse in de Spruch nei“ kündigte Kohlhepp an. Sportlich stieg man mit wehenden Fahnen in die B-Klasse ab, bei der Literleistung von Fassbier sei man aber ziemlich oben. Das Engagement des Platzwartes lobte der Bloo, nur mache der Rasenmähbulldog schlapp.
Wildwuchs kritisiert
Deshalb „well etz die SG beim Rothschmied noch em Flätrate-Mäher frääch, den kann er dann samstichs ömmer zerlech.“ Vom Schützenverein wusste man, dass alles gut in der Reihe sei, von Auf- und Abstiegen bei den Tennisspielern berichtete man, und dass „de neu Vürstand is der von früher, euch sicher all bekannt, in Fachkreisen wird er ‚der schöne Alfred‘ genannt“.
„Die Ex-Prinzessin aus de Könichsallee hot etz es Ganze, on lässt aach on Fosenocht die Puppe tanze“, berichtete der Bloo über den Turnverein, der neben „generationsübergreifender Turneinheite on Fasching dut sehr vill Spass verbreite“. Dass beim Feuerwehr-Backhausfest „de Herrgott on gut Wetter gedocht“, wurde erwähnt. Die anderen Vereine wurden im Schnelldurchgang abgehandelt. Bei den Spezialfällen war vom „Trabbel der drei Doktoren“ die Rede und davon, dass beim Blitzen die Müdigkeit den Sheriff hingerafft und böse Jungen ihm den Blitzer geklaut haben. Es kam zur Sprache, dass Oktoberfest und Märchenstunden in der früheren Kosmetik-Hochburg Schlecker gefeiert wurden, und dass die im „Schuhwix-Imperium in de Bahnhofstross in zwa Schichte schaffe, un aus aalem Pommesfett Schuhcreme on Saffe mache“.
Der Bloo kritisierte den Dreck und Wildwuchs am Bahngelände. Lobend erwähnte man die Spendenaktion „für die evangelische Kirche zu Sterbfritz, von onserm Hochwürden Arne ‚Sankt Martin‘ Schmitz“. Alkohol-Opfer und Verkehrsunfälle kamen im Kirmesspruch mehrmals vor. „Bie dos of de Kirmes so is, wohrscheinlich muss dos so sei, gitts obends alle Joahr e weng Schlächerei“, sprach der Bloovodder ein Problem an.
Weil die Sterbfritzer Aufsichtsmänner in die Jahre gekommen sind, habe man einen Sicherheitsdienst. „Onsen Moturrodclub Roadhawks, die stenn ons zur Seite, die sein, wie well ichs sooch, koar Schmoole, eher Breite. So wäscht or Haand die anner, dos is in der Reih, so müsst dos zwesche alle Stabetzer Vereine sei.“ Nach dem Kirmesspruch spielten die Wolpergrund-Musiker beschwingte Weisen in der vollen Mehrzweckhalle.
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