Mandy Euler schreibt und singt eigene Lieder
Von Hanswerner Kruse
Steinau
An der Schlossmauer, in einem verwunschenen Garten, liegt versteckt ein kleines Tonstudio. Aber die Sängerin Mandy Euler, die oft darin arbeitet, ist keine eitle Prinzessin, die unbedingt ein Star werden will. „Schlaf, Prinzessin, schlaf“ singt sie allenfalls für ihre vier Monate alte Tochter Emily.
Jedoch reicht ihre musikalische Bandbreite durchaus vom sanften „Nothing Compares“ Sinead O'Conners bis zum „Jailhouse Rock“ von Elvis. Neuerdings schreibt die 26-Jährige auch eigene Lieder und ist auf dem Weg, eine Singer-Songwriterin zu werden: „Da kommst Du“, einen ihrem Mann gewidmeten Song, nahm sie gerade auf. „Aber Musik soll mein Hobby bleiben“, betont die gelernte Erzieherin, „es macht mir großen Spaß mit Kindern zu arbeiten“. Wenn ihr Elternjahr um ist, wird sie Emily mit in die „Zwergenstube“ ihrer Kita nehmen. Musik spielt auch dort eine große Rolle, schon die Kleinsten fordern mit einem typischen Zweiwortsatz, „Mandy, Gitarre!“, das Singen ein.
Mandy ist mit Musik groß geworden, ihr Patenonkel war ein bekannter Countrysänger, die Eltern spielen beide Gitarre, die Mutter war Showtänzerin. Im Vorschulalter beneidete sie die sechs Jahre ältere Schwester, „weil die schon so toll singen konnte.“
Da alle bereits so musikalisch waren – „fast wie die Kelly-Family“, sagt sie lachend – „habe ich heimlich mit neun Jahren Gitarre gelernt.“ In der Zeit fand sie auch Britney Spears oder die Backstreet Boys gut. Zehn Jahre lang engagierte sie sich in der Hintersteinauer Gitarrengruppe, in der gut 50 Musiker alles Mögliche „bunt gemischt“ spielten und sangen. Sie machte im Schulchor mit, gab Unterricht im Gitarrenspiel und trat mit der Familie bei privaten Festen auf. Macht Singen glücklich? „Klar“, sagt Mandy überzeugt und erzählt von ihrer mittlerweile überwundenen schweren Krankheit. Als sie die Diagnose bekam und völlig fertig war, ging sie drei Stunden ins Tonstudio und schrie, rief, sang den Song „Stark“ von Ich & Ich: „Und du glaubst ich bin stark und ich kenn’ den Weg“. „Danach ging es mir gut“, erinnert sie sich.
Dem Vater und ihr gehört das für professionelle Musikaufnahmen geeignete Hightech-Tonstudio. „Mein Vater glaubt an mich“, sagt Mandy, „er fördert mich sehr.“ Zahlreiche Stücke von ihr hat er bereits bei Youtube eingestellt oder als Download eingerichtet. Mandy hat eine coole Stimme, im Studio greift sie mal eben auf der Gitarre Emoll und D, intoniert kurz „She came to me one morning“ von Black Sabbath. „Rock kann ich auch“, sagt sie und grinst. Dann singt sie „Frieden für Europa“, ein selbst geschriebenes sanftes und doch kritisches Lied, das sie sonst mit ihrer Schwester im Duett singt. So unplugged hört sich ihre klare bluesige Stimme kräftiger an, als – unterlegt von zahlreichen Instrumenten – in den mp3-Songs im Internet. Aber das ist wohl Geschmacksache, sie selbst möchte sich noch nicht festlegen zwischen Schlager, Country, Rock und Pop.
Die Musikerin ist sehr zufrieden mit ihrem Leben und glücklich mit der gesamten Familie, sie will keine Karriere machen und schon gar nicht bei Dieter Bohlen erscheinen. Gelegentlich möchte sie ein paar Songs im Internet verkaufen und, vor allem, gerne auf privaten Festen, im Verein oder bei anderen Gelegenheiten auftreten. Was sie dann singen soll, kann man mit ihr vereinbaren.
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